Foto: Pixabay

24.12.19 Erneuerbare Energie

ECOreporter wünscht frohe Weihnachten!

Zum Weihnachtsfest ein Interview der etwas anderen Art mit Naturstrom-Vorstand Thomas Banning. Die ECOreporter-Redaktion wünscht Ihnen entspannte Feiertage!

Wie ticken die Leute hinter den Kulissen der nachhaltigen Geldanlage? Was sind das für Menschen, die in den Anlageberatungen, in grünen Banken, Emissionshäusern oder Versicherungen arbeiten? Um das herauszufinden, stellt ECOreporter ihnen in der Interviewreihe "6 aus 49“ jeweils 6 Fragen – mal witzig, mal ernster.

Diesmal antwortet Dr. Thomas Banning. Der promovierte Betriebswirt ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender des Grünstromanbieters Naturstrom aus Düsseldorf. Bannings Hauptarbeitsplatz befindet sich im bayrischen Eggolsheim.

Naturstrom_Thomas_Banning_800.jpg
Thomas Banning ist Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG. / Foto: Unternehmen

1. Herr Banning, der grünste Ort in Eggolsheim?

Die Fränkische Schweiz ist einfach eine tolle Landschaft, ich kann einen Besuch wärmstens empfehlen. Von meinem Büro in Eggolsheim habe ich Ausblick auf die Albkante, den genieße ich täglich. Mit unseren Photovoltaik-Anlagen im Tal und den in der Ferne drehenden Rotoren – grüner geht es kaum, im doppelten Sinne.

2. Qual der Wahl in der Kantine: Steak oder Veggie-Burger?

Kantine ist nicht so meine Sache. Wir kochen lieber selbst, oft mediterran oder asiatisch. Hauptsache abwechslungsreich und gesund. Überwiegend ernähre ich mich vegetarisch, aber auch Fleisch oder Fisch stehen auf meiner Speisekarte – dann aber in überschaubaren Portionen und möglichst aus der Region und aus nachhaltiger Bewirtschaftung.   

3. Was macht mehr Sinn: Jetzt ein Elektroauto kaufen oder auf bezahlbare Wasserstoffmodelle warten?

Wenn Sie in der Stadt oder in der Nähe von Ballungszentren wohnen und nicht schon ohnehin alles mit dem ÖPNV regeln können, dann sollten Sie möglichst bald auf Elektrofahrzeuge umstellen, sowohl mit zwei als auch mit vier Rädern. Auf andere Technologien zu warten, vergeudet wertvolle Zeit, und die entsprechenden Argumente lenken davon ab, dass man jetzt im Sinne des Klimaschutzes handeln sollte und auch kann.  

4. Die größte Lüge über die Energiewende?

Da weiß ich nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll – es ist erschreckend, wie viele Lügen es gibt gegen die Energiewende und gegen jede Form von nachhaltigen Lebensstilen. Weil es um sehr viel Geld für Anbieter geht, die an alten, leider umweltschädlichen und oft sogar die Gesundheit belastenden Geschäftsmodellen verdienen, werden unsinnige Behauptungen in die Welt gesetzt, Daten zurechtgebogen, Studien im Sinne des Auftraggebers vorgelegt. Und wenn Argumente ausgehen, wird diskreditiert und mit Powerplay versucht, die neuen Wege unmöglich zu machen. Weil Regierungen zu oft mit den Konzernen an einem Tisch sitzen, glauben sie deren Argumente, wiederholen diese und helfen mit, die Macht der Konzerne zu erhalten. Echt nervig. Als Öko-Energieversorger der ersten Stunde kämpfen wir schon seit über 20 Jahren gegen genau diesen Usus an. Wir beweisen täglich, dass eine wirklich nachhaltige Energieversorgung auf Basis der Erneuerbaren Energien funktioniert. Jede andere Behauptung ist eine Lüge, und sie wird dadurch nicht wahr, dass sie immer wieder wiederholt wird.

5. Wie schlecht ist der RWE/E.ON-Deal für den Ausbau der Erneuerbaren Energien?

Für die Erneuerbaren Energien – das muss man abwarten. Auch diese Konzerne haben erkannt, dass der Zug inzwischen in eine andere Richtung rollt, und sobald und solange sie damit gut Geld verdienen können, werden auch sie auf Erneuerbare Energien setzen – dabei aber mit Fokus auf Großtechnologien wie Offshore-Wind. Für den Wettbewerb, Dezentralität, bürgerschaftliche Mitwirkung, mittelständische Anbieter und nicht zuletzt für die Energieverbraucher ist die Genehmigung des Deals eine Katastrophe – unverantwortlich, dass die EU-Kommission ihn entgegen dem Rat der Experten ohne namhafte Auflagen durchgewunken hat. Die Liberalisierung der Energiemärkte von 1998 verkommt dann zukünftig wohl zum Recht des Stärksten.

6. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen im Jahr 2030?

Die Naturstrom AG wollen und werden wir weiterentwickeln – trotz der unzureichenden bis falschen Weichenstellungen in Sachen Klimaschutz und Wettbewerb in diesen Tagen. Wir haben als Anwendungsinnovator schon oft die Energiewende nach vorne gebracht und nach einer Zeit der Erprobung zumeist wirtschaftlich funktionierende Wege gefunden. Das werden wir weiter machen und vor allem auf den Feldern punkten, auf denen Konzerne ihre Macht nicht ausspielen können. Ich bin mir sicher, dass Naturstrom weiterhin sowohl eine nachhaltige Energieversorgung voranbringen als auch selbst wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich sein wird.

Herr Banning, vielen Dank für Ihre Antworten!

Verwandte Artikel

13.12.19
Nachhaltig anlegen mit festem Zins: Sechs Wind- und Solar-Anleihen
 >
16.10.19
"Das sind Taschenspielertricks" - Naturstrom-Kommentar zur steigenden EEG-Umlage
 >
31.07.19
Höherer Gewinn: So kaufen Sie die nicht börsennotierte Naturstrom-Aktie
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x