Auf einer neuen Plattform sollen E-Rezepte verschlüsselt gespeichert werden und abrufbar sein. / Foto: IBM

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IBM soll Plattform für E-Rezepte in Deutschland bauen

Der deutsche Ableger des IT-Unternehmens IBM soll die technische Plattform für die anstehende Einführung von E-Rezepten in Deutschland bauen. Die vom Bundesgesundheitsministerium kontrollierte und mit dem Vergabeverfahren beauftragte Gematik GmbH teilte mit, IBM sei bei einer europaweiten Ausschreibung zur Einführung des E-Rezepts mit der Entwicklung und dem Betrieb dieses Dienstes beauftragt worden.

Auf der neuen Plattform sollen E-Rezepte einerseits verschlüsselt abgelegt werden können, andererseits sollen von hier Verordnungen in eine geplante E-Rezept-App und in Apothekensysteme heruntergeladen werden können. IBM könne allerdings keine Daten auslesen oder einsehen, heißt es in einer Mitteilung. Zudem wird die Entwicklung der App von Gematik selbst übernommen.

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E-Rezepte sollen ab Mitte 2021 von Ärzten verschrieben werden können. Die Rezepte sollen dann in einer App gespeichert und bei jeder Apotheke auch online vorgezeigt werden können. Ab 2022 ist die Nutzung des E-Rezepts bundesweit für gesetzlich Versicherte und apothekenpflichtige Arzneimittel verpflichtend. Das bisher genutzte gedruckte Formular soll so allmählich verschwinden.

Die Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) war 2005 von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens gegründet worden, um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte voranzutreiben. Inzwischen hält das Bundesgesundheitsministerium die Mehrheit an der Gesellschaft.

Die IBM-Aktie liegt im Tradegate-Handel aktuell bei 99,30 Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vortages (Stand: 18.11.2020, 10:38 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 7,7 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 18,4 Prozent an Wert verloren.

IBM hatte zuletzt schwache Zahlen für das dritte Quartal gemeldet, von einem nachfolgenden Kursabsturz hat die Aktie sich noch nicht wieder erholt. Das Unternehmen steckt seit Jahren in der Krise, der Umbau weg vom margenschwachen Hardwaregeschäft zu einem modernen Cloud-Anbieter ist bislang nicht gelungen.

IBM Corp.: ISIN US4592001014 / WKN 851399

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