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Kingspan plant Börsengang für Rechenzentren-Tochter – Aktie gewinnt deutlich
Der irische Baustoffhersteller Kingspan bereitet einen Börsengang seiner auf Baulösungen für Rechenzentren spezialisierten Tochtergesellschaft Advanced Building Systems (ADVNSYS) vor. Das Unternehmen will dadurch noch stärker vom Boom in dem Sektor profitieren – und schuldenfrei werden.
Der Gang aufs Börsenparkett für ADVNSYS soll im ersten Quartal des nächsten Jahres in Amsterdam stattfinden, wie Kingspan-Chef Gene Murtagh gegenüber Analysten erklärte. Kingspan will dabei eine Mehrheitsbeteiligung von 75 Prozent behalten.
Bewertung von 6 Milliarden Euro?
ADVNSYS bietet für Rechenzentren maßgeschneiderte Infrastruktur wie Lüftungs- und Tageslichtsysteme an. Da der Hype rund um Künstliche Intelligenz (KI) die Bauaktivitäten in dem Sektor ankurbelt, steigt die Nachfrage rasant. Dank des ADVNSYS-Geschäfts konnte Kingspan trotz der allgemeinen Krise im Bausektor im ersten Halbjahr 2025 mehr Umsatz und Gewinn verbuchen.
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ADVNSYS erzielte 2024 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 197 Millionen Euro, seit 2015 hat sich das Ergebnis laut Kingspan mehr als verfünffacht. Im laufenden Geschäftsjahr könnte das EBITDA Murtagh zufolge auf rund 300 Millionen Euro steigen.
"Sollte dies gelingen, wären sowohl Kingspan als Muttergesellschaft als auch ADVNSYS im Wesentlichen schuldenfrei – und beide Unternehmen hätten enorme Wachstumschancen", sagte Murtagh. Zum Ende des ersten Halbjahres wies Kingspan eine Nettoverschuldung von 1,9 Milliarden Euro aus, was dem 1,74-fachen des Konzern-EBITDA entspricht.
Laut Analysten könnte die Bewertung für ADVNSYS für einen Börsengang bei 6 Milliarden Euro liegen. Das wäre mehr als das 20-fache des für 2025 geschätzten EBITDA. Experten etwa der Investmentbanken Citi aus den USA und Goodbody aus Irland halten diese Bewertung angesichts der weltweiten Euphorie im Rechenzentrumsgeschäft für realistisch.
Als Reaktion auf die Ankündigung der Börsenpläne gewann die Kingspan-Aktie am gestrigen Dienstag rund 11 Prozent an Wert. Aktuell notiert sie am Handelsplatz Tradegate 1,6 Prozent im Minus zum Vortag bei 70,65 Euro (Stand: 24.9.2025, 9:05 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 5,8 Prozent zu, im Jahresvergleich gab der Kurs um 17 Prozent nach.
Kingspan ist solide aufgestellt, dennoch schwankte die Aktie in den letzten Jahren immer wieder deutlich. In den letzten drei Jahren stieg sie um 50 Prozent, auf fünf Jahre betrachtet gab der Kurs um etwa 4 Prozent nach. 2024 schloss Kingspan die Übernahme des ECOreporter-Aktien-Favoriten Steico ab.
Der ADVNSYS-Börsengang könnte mittelfristig zu weiteren Kursgewinnen führen, allerdings ist die womöglich hohe Bewertung der Sparte ein Ergebnis der überhitzten Erwartungen im KI-Sektor und birgt Risiken. Insgesamt kämpft Kingspan mit den Herausforderungen der schwächelnden Baubranche. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 für 2025 ist die Aktie nicht günstig bewertet. Wer hier einsteigt, sollte viel Geduld mitbringen. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei 0,9 Prozent und bietet kein weiteres Einstiegsargument.
Kingspan Group Plc: ISIN IE0004927939 / WKN 905605
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