Kind bei der Arbeit. / Foto: Fotolia, Diana Kostaric

19.12.19 Meldungen

Menschenrechtsorganisation verklagt Technologiekonzerne wegen Kinderarbeit

Apple, Microsoft, Tesla, Dell und die Google-Mutter Alphabet müssen sich vor einem US-Gericht wegen des Themas Kinderarbeit verantworten. Die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates (IRA) hat die US-Technologiekonzerne verklagt. IRA wirft den Unternehmen vor, wissentlich von Kinderarbeit in den Kobaltminen der Demokratischen Republik Kongo profitiert zu haben. Es handelt sich bei der Klage um die erste dieser Art.

Die IRA-Anwälte reichten bei einem Gericht in Washington Sammelklage im Namen von 14 anonymen Opfern ein. Bei den Klägern handelt es sich laut Angaben von IRA um Angehörige von Kindern, die beim Einsturz von Stollen getötet oder sehr schwer verletzt wurden. Die Anwälte der Menschenrechtsorganisation zeigten dem Gericht Bilder von Kindern mit verkrüppelten oder fehlenden Gliedmaßen. Laut der Anklageschrift wurden sechs Kinder getötet.

Kobalt wichtiger Rohstoff für E-Autos und Erneuerbare Energien

"Statt diesen Kindern mit einem kleinen Teil ihres großen Reichtums und ihrer Macht zu helfen, tun diese Firmen nichts, als vom billigen Kobalt zu profitieren, das von Kindern aus der Erde geholt wird, die ihrer Kindheit, ihrer Gesundheit und viel zu oft auch ihres Lebens beraubt werden“, heißt es von den IRA-Anwälten.

Kobalt wird für die Produktion von Batterien in Elektroautos, Smartphones und auch in der Erneuerbare-Energien-Industrie benötigt. Die Demokratische Republik Kongo verfügt über mehr als 50 Prozent der weltweiten Reserven, zählt aber zugleich zu den ärmsten und politisch instabilsten Ländern der Erde. Der Abbau von Kobalt ist schon lange wegen Kinderarbeit und miserabler Arbeitsbedingungen in der Kritik.

Firmen weisen Vorwürfe zurück

Apple teilte mehreren Medien mit, das Unternehmen habe "die Branche darin angeführt, die striktesten Standards für Zulieferer zu haben". Das Unternehmen habe seit 2016 eine vollständige Liste seiner Kobalt-Lieferanten veröffentlicht. Wer die Standards nicht einhalte, dürfe den iPhone-Konzern nicht mehr beliefern. Im Jahr 2019 habe sich das Unternehmen von sechs Zulieferern getrennt.

Von Microsoft heißt es, man habe sich der "verantwortlichen und ethischen Beschaffung“ verpflichtet und nehme diese Verantwortung sehr ernst.

Dell teilte ebenfalls mit, es habe sich zur "verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien" verpflichtet. Das Unternehmen habe nie wissentlich Rohstoffe bezogen, die durch Zwangsarbeit oder Kinderarbeit gefördert wurden. Dell habe aber Untersuchungen zu den Vorwürfen eingeleitet. Tesla und Google haben noch keine Stellungnahmen zu den Vorwürfen veröffentlicht.

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