Bei Micron könnte es zu Arbeitsniederlegungen in den wichtigsten Fabriken in Taiwan kommen. / Foto: Micron

  Nachhaltige Aktien

Micron-Beschäftigte drohen mit Streik – Streit um hohe Bonuszahlungen

Beim US-Chiphersteller Micron droht ein Streik an den wichtigen Produktionsstandorten in Taiwan. Zwei Gewerkschaften, die rund 12.000 Beschäftigte vertreten, fordern angesichts der stark gestiegenen Gewinne höhere Bonuszahlungen. Hunderte Mitarbeiter demonstrierten in dieser Woche vor einem Micron-Werk.

Micron hatte seinen Beschäftigten für das Geschäftsjahr 2026 eine Gesamtvergütung von 35 bis 68 Monatsgehältern angeboten, mindestens jedoch 1,7 Millionen Taiwan-Dollar (46.200 Euro) pro Kopf. Den Gewerkschaften reicht das aber nicht. Sie verlangen einmalig 83 Monatsgehälter und wollen darüber hinaus erreichen, dass künftig 15 Prozent des operativen Gewinns regelmäßig an die Beschäftigten ausgeschüttet werden. Scheitern die laufenden Verhandlungen, haben die Gewerkschaften mit einem Streik gedroht.

Konkurrenten zahlen Beschäftigten sechsstellige Boni pro Kopf

Micron profitiert mit seinen Speicherchips enorm von der hohen Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI). Im Ende Mai abgeschlossenen dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 erzielte der Konzern einen operativen Gewinn von rund 33 Milliarden US-Dollar, nach 2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verdiente Micron 28 Milliarden Dollar.

Bei den Micron-Wettbewerbern Samsung und SK Hynix aus Südkorea hatten Gewerkschaften zuletzt bereits deutlich höhere Gewinnbeteiligungen für die Belegschaft durchgesetzt. Die drei Konzerne sind die wichtigsten Speicherhersteller der Welt.

Samsung einigte sich mit den Beschäftigten seiner Chipsparte auf eine Lohnerhöhung und eine Beteiligung von 10,5 Prozent am operativen Gewinn. Laut Prognosen könnte der Bonus für Samsung-Mitarbeitende in diesem Jahr damit bis zu 600 Millionen Won (340.000 Euro) pro Kopf betragen.

Auch bei SK Hynix sollen 10 Prozent des jährlichen operativen Gewinns für Mitarbeiterboni verwendet werden. Für 2026 könnte das nach aktuellen Prognosen im Durchschnitt rund 780 Millionen Won (480.000 Euro) pro Kopf entsprechen. Beide Konzerne hatten mit den Zusicherungen drohende Streiks abgewendet.

Taiwan ist der wichtigste Fertigungsstandort

Ein Streik in Taiwan könnte für Micron erhebliche Folgen haben. Das Land ist der wichtigste Produktionsstandort des Konzerns und liefert den Großteil der sogenannten DRAM-Speicherchips, die von der KI-Branche hauptsächlich nachgefragt werden. Micron selbst wies bereits darauf hin, dass größere Produktionsausfälle in Taiwan das Geschäft erheblich beeinträchtigen könnten.

Die Micron-Aktie notierte am Freitagnachmittag 0,8 Prozent im Plus zum Vortag bei 858,00 Euro (Stand: 18.9.2026, 14:27 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 2,7 Prozent zu, in den letzten zwölf Monaten hat sie ihren Wert rund versechsfacht.

Micron erwartet auch im bereits abgeschlossenen, aber noch nicht abgerechneten Gesamtjahr sowie in den nächsten Quartalen Rekordergebnisse. Allerdings steigen mit dem Erfolg auch die Erwartungen an der Börse. Ein großer Teil des Wachstums hängt von den globalen Investitionen in KI-Rechenzentren ab. Sollten diese nachlassen, könnte der Aktienkurs von Micron einbrechen. Eine akteulle ECOreporter-Einschätzung der Aktie finden Sie hier.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier zu nachhaltigen Chip-Herstellern.

Micron Technology Inc.:  ISIN US5951121038 / WKN 869020

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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