Im Chip-Sektor ist KI das alles bestimmende Thema. ECOreporter hat geprüft, welche börsennotierten Entwickler und Hersteller von Halbleitern gute Einstiegschancen bieten. / Foto: Infineon

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Nachhaltige Chip-Aktien: Bei welchen Halbleiter-Herstellern kann sich aktuell ein Einstieg lohnen?

Die Chipbranche wächst rasant – aber der Boom ist ungleich verteilt. Während Rechenzentren für Künstliche Intelligenz immer mehr Hochleistungschips und Speicher brauchen, wachsen andere Märkte deutlich langsamer oder erholen sich noch immer von Schwächephasen. ECOreporter hat zehn börsennotierte Konzerne analysiert und zeigt, wo trotz teilweise enorm gestiegener Aktienkurse noch Einstiegschancen bestehen.

Der KI-Boom lässt die Chipnachfrage explodieren. 2025 setzte die Halbleiterbranche weltweit knapp 796 Milliarden Dollar um, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. 2026 hat sich das Wachstum noch einmal beschleunigt, im ersten Halbjahr kletterten die branchenweiten Erlöse zum Vorjahr um 55 Prozent. Besonders gefragt sind Halbleiter für KI-Rechenzentren sowie Speicherchips – und während die Hersteller und Entwickler Rekord auf Rekord vermelden, übersteigt die Nachfrage das Angebot noch immer deutlich.

Gleichzeitig entwickeln sich klassische Märkte wie Smartphones, PCs, Autos und Industrieelektronik deutlich verhaltener. Teilweise erholen sie sich zwar, vom Wachstumstempo des KI-Geschäfts sind sie aber weit entfernt.

Für Anlegerinnen und Anleger macht das die Auswahl schwieriger. Folgende Unternehmen hat ECOreporter durchleuchtet:

  • AMD
  • Arm Holdings
  • Infineon Technologies
  • Intel
  • Micron Technology
  • Nvidia
  • Qualcomm
  • Skyworks Solutions
  • STMicroelectronics
  • TSMC

Die Kurse einiger Aktien haben sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Entscheidend ist daher nicht nur, wer vom KI-Boom profitiert, sondern auch, wie sehr dieses Wachstum bereits im Aktienkurs eingepreist ist. Auch die Geschäftsmodelle unterscheiden sich besonders in einem Punkt stark: Während Konzerne wie etwa Intel und Micron ihre Chips selbst herstellen, lassen Entwickler wie Nvidia und AMD im Auftrag fertigen – insbesondere von TSMC.

In dieser Übersicht geht es um Chipentwickler und -hersteller. Im zweiten Teil, den Sie hier finden, lesen Sie eine Analyse von Zulieferern der Chipbranche, wo die Situation sogar noch komplizierter ist.

Wie nachhaltig kann der KI-Chipboom sein?

Der KI-Boom wirft nicht nur ethische Fragen auf, sondern hat auch eine ökologische Kehrseite. Die Herstellung moderner Halbleiter benötigt große Mengen Strom und Wasser. Gerade bei Chipentwicklern ohne eigene Fabriken entsteht der größte Teil der Emissionen deshalb außerhalb des eigenen Unternehmens. Der Branchenprimus Nvidia etwa verursachte im Geschäftsjahr 2026 an seinen eigenen Standorten und durch eingekaufte Energie nur rund 10.400 Tonnen CO₂-Äquivalente (Scope 1 und 2) an Emissionen. Die erfassten Emissionen der Lieferkette (Scope 3) lagen dagegen bei 10,7 Millionen Tonnen – mehr als tausendmal so hoch. Davon entfielen 9,3 Millionen Tonnen auf die ausgelagerte Produktion der Chips. Noch nicht enthalten ist dabei der hohe Stromverbrauch der verkauften Nvidia-Chips in Rechenzentren.

Halbleiter – was ist das eigentlich?

Unter einem Halbleiter versteht man ein Material, das je nach Temperatur Strom leitet oder nicht, wobei die Leitfähigkeit mit der Temperatur steigt. Der wirtschaftlich wichtigste Halbleiter, das Halbmetall Silizium, wird aus Quarzsand gewonnen und ist nach Sauerstoff das chemische Element, das in der Erdkruste am häufigsten vorkommt. Der größte Teil des weltweit verwendeten Siliziums stammt aus China.

Hauchdünne Siliziumscheiben, sogenannte Wafer, können mittels Lackieren, Ätzen und Belichten so bearbeitet werden, dass dreidimensionale Strukturen entstehen, durch die Strom geleitet werden kann: Schaltkreise. Wafer sind der Grundbestandteil von Solarzellen und eines der wichtigsten Vorprodukte für die IT-Industrie. Denn wenn man Wafer in kleine Teile zersägt, erhält man Mikrochips, die Minigehirne aller digitalen Geräte. Weil diese Chips in erster Linie aus Silizium bestehen, werden sie oft genauso genannt wie ihr Ausgangsmaterial: Halbleiter.

Polysilizium-Hersteller für den Photovoltaik-Bereich wie Wacker Chemie analysiert ECOreporter regelmäßig in seinen Meldungen.

Chipentwickler betonen deshalb gerne die Energieeffizienz ihrer Chips. Doch das löst das grundsätzliche Problem des stark wachsenden Stromverbrauchs von KI-Rechenzentren nicht. Effizientere Chips können zwar den Verbrauch in Relation zur Rechenleistung senken, gleichzeitig entstehen aber immer mehr und größere Rechenzentren.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass sich der weltweite Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 auf etwa 945 Terawattstunden mehr als verdoppelt. Zwar geht die IEA davon aus, dass erneuerbare Energien knapp die Hälfte dieses zusätzlichen Bedarfs decken werden. Die andere Hälfte wird der Agentur zufolge aber vor allem durch einen Ausbau von Gas- und Kohlekraftwerken gedeckt werden sowie zum Teil auch aus Kernenergie.

Im Premium-Bereich analysiert ECOreporter zehn Chipentwickler und -hersteller, von KI-Spezialisten über Speicherchipproduzenten bis zu Anbietern von Halbleitern für Autos, Smartphones und Industrie. Welche Aktien bieten trotz des Booms noch Einstiegschancen, welche sind bereits zu teuer – und wo überzeugen auch die Nachhaltigkeitsstrategien?

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