Hochmoderne Chip-Fertigungsanlage von ASML. Die Aktie des Konzerns hat seit August 2018 knapp 250 Prozent an Wert gewonnen. / Foto: ASML

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Bis fast 500 % Plus in fünf Jahren: 20 nachhaltige Chip-Aktien (Teil 2)

Halbleiter waren noch nie so gefragt wie heute. Wer in die richtigen Chip-Aktien investiert, hat Chancen auf hohe Renditen. Aber es gibt auch Risiken, und einige Kurse schwanken stark. ECOreporter stellt 20 besonders nachhaltige Halbleiteraktien vor.

Der erste Teil unseres Branchenüberblicks, den Sie hier lesen können, beschäftigt sich mit Chip-Entwicklern und -Herstellern wie Intel, Nvidia und Taiwan Semiconductor. Im zweiten Teil geht es um Unternehmen, die den Halbleiterherstellern Produktionsmaschinen, Testanlagen oder das wichtigste Vorprodukt liefern: Wafer, hauchdünne Siliziumscheiben, aus denen die Chips herausgesägt werden.

Produzenten von Halbleitersilizium analysiert ECOreporter hingegen nicht, weil sie oft noch andere, kontroverse Geschäftsbereiche haben. Der japanische Weltmarktführer Shin-Etsu Chemical etwa führt Tierversuche für Silizium durch, das er an Kosmetikkonzerne verkauft.

Alle hier vorgestellten Unternehmen sind in tiefgrünen Fonds enthalten, die ihre Aktien nach strengen Kriterien auswählen (Tests nachhaltiger Fonds finden Sie hier). Und auch ECOreporter hat die Unternehmen eingehend auf ihre Nachhaltigkeit abgeklopft – und diese für gut befunden.

Die betrachteten Aktien haben sich in den letzten Monaten unterschiedlich entwickelt. Viele Firmen leiden unter Auftragsrückgängen, vor allem wegen der derzeitigen Flaute in der PC- und Smartphone-Industrie. Einige sind aber so gut aufgestellt, dass ihre Zukunftsaussichten für Investoren relevanter sind als aktuelle Umsatzdellen. Und: Die meisten Unternehmen erzielen weiterhin hohe Gewinnmargen und haben in den letzten Jahren zwischen 200 und fast 500 Prozent an Börsenwert gewonnen – im Schnitt deutlich mehr als die großen Chip-Konzerne. Trotz der enormen Zugewinne sieht ECOreporter derzeit bei mehreren Aktien Kaufgelegenheiten.

Maschinenbauer


Produktionsanlage von ASML. Das Unternehmen ist der wichtigste europäische Halbleiterkonzern. / Foto: ASML

ASML ist Weltmarktführer bei Produktionsmaschinen für Chips der neuesten Generation mit Strukturbreiten von drei bis fünf Nanometern (ein Nanometer ist 70.000-mal so dünn wie ein menschliches Haar). Der niederländische Konzern liefert seine Anlagen, von denen manche 300 Millionen Euro kosten, an alle großen Chip-Hersteller wie Intel, Taiwan Semiconductor und Samsung. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 240 Milliarden Euro ist ASML eine der wertvollsten Aktiengesellschaften Europas.

Das Unternehmen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. 2022 legte der Umsatz von 18,6 auf 21,2 Milliarden Euro zu. Wegen höherer Kosten sank der Nettogewinn von 5,9 auf 5,6 Milliarden Euro. Für 2023 geht das Management von einem weiteren Umsatzanstieg um 30 Prozent aus. Im zweiten Quartal fiel bei einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro ein Nettogewinn von 1,9 Milliarden Euro an.

Die Nachfrage nach den Anlagen von ASML hat sich in diesem Jahr abgeschwächt, weil derzeit insbesondere die Hersteller von PC- und Smartphone-Chips ihre hohen Lagerbestände abverkaufen und weniger neue Maschinen bestellen. Laut ASML-Chef Peter Wennink ist die Nachfrage aber weiterhin höher als die Produktionskapazität seines Unternehmens. Daher haben die wiederholten Versuche der US-Regierung, die Niederlande dazu zu bewegen, den Export von ASML-Maschinen nach China weiter einzuschränken, bislang kaum Einfluss auf die Geschäftserwartungen von ASML. Der Auftragsbestand des Konzerns lag Ende Juni bei 38 Milliarden Euro.

Für das dritte Quartal geht CEO Wennink von einem Umsatz zwischen 6,5 und 7,0 Milliarden Euro aus. Bis 2030 will ASML seinen Jahresumsatz auf 60 Milliarden Euro verdreifachen.

Finanziell steht der Konzern blendend da. In den letzten fünf Jahren kaufte ASML für fast 22 Milliarden Euro eigene Aktien zurück. Weitere Rückkaufprogramme sind geplant. Die Dividende wurde 2022 auf 5,50 Euro je Aktie verdoppelt. In diesem Jahr stieg sie weiter auf 5,80 Euro.

ASML gilt wie alle Unternehmen in diesem Artikel als überdurchschnittlich nachhaltig. Der Konzern plant, seine Produktionsabfälle bis 2030 auf null zu reduzieren. Spätestens 2040 soll die komplette Wertschöpfungskette klimaneutral sein.

Die ASML-Aktie hat in den letzten fünf Jahren knapp 250 Prozent zugelegt (siehe Tabelle im Premium-Bereich). 2022 verlor sie wie viele Tech-Papiere zwischenzeitlich erheblich an Wert, mittlerweile ist sie auf Jahressicht aber wieder 22 Prozent im Plus. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2023 von 31 und 28 für 2024 ist die Aktie nicht günstig, angesichts der guten Zukunftsaussichten von ASML aber noch vertretbar bewertet. Ein solides Langfrist-Investment.

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