Produktion in einem Reinraum von ASML. Die Aktie hat auf Monatssicht 43 Prozent zugelegt. / Foto: ASML

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Bis 322 % Plus in fünf Jahren: 20 nachhaltige Chip-Aktien (Teil 2)

Halbleiter waren noch nie so gefragt wie heute. Wer in die richtigen Chip-Aktien investiert, hat Chancen auf hohe Renditen. Aber es gibt auch Risiken, und einige Kurse schwanken erheblich. ECOreporter stellt 20 besonders nachhaltige Halbleiteraktien vor.

Der erste Teil des ECOreporter-Branchenüberblicks, den Sie hier lesen können, beschäftigt sich mit Chip-Entwicklern und -Herstellern wie Intel, AMD und Taiwan Semiconductor. Im zweiten Teil geht es um Unternehmen, die den Halbleiterherstellern Produktionsmaschinen, Testanlagen oder das wichtigste Vorprodukt liefern: Wafer, hauchdünne Siliziumscheiben, aus denen die Chips herausgesägt werden.

Produzenten von Halbleitersilizium analysiert ECOreporter hingegen nicht, weil sie oft noch andere, kontroverse Geschäftsbereiche haben. Der japanische Weltmarktführer Shin-Etsu Chemical etwa führt Tierversuche für Silizium durch, das er an Kosmetikkonzerne verkauft.

Alle hier vorgestellten Unternehmen sind in tiefgrünen Fonds enthalten, die ihre Aktien nach strengen Kriterien auswählen (Tests nachhaltiger Fonds finden Sie hier). Und auch ECOreporter hat die Unternehmen eingehend auf ihre Nachhaltigkeit abgeklopft – und diese für gut befunden.

In diesem Jahr haben zahlreiche Halbleiter-Konzerne spürbar an Börsenwert verloren. Einige waren zuvor klar überbewertet, andere leiden unter dem Rückgang des PC-Geschäfts oder erreichen ihre Gewinnziele nicht, weil es Probleme in den Lieferketten gibt. Dennoch erzielen die meisten weiterhin hohe Gewinnmargen, von denen andere Branchen nur träumen können. Und nach den Kurskorrekturen in den ersten drei Quartalen bieten sich bei mehreren Aktien Kaufgelegenheiten – auch wenn einige Kurse seit Mitte Oktober schon wieder um mehr als 30 oder sogar 40 Prozent gestiegen sind.

Maschinenbauer


Produktionsanlage von ASML. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten europäischen Halbleiterkonzerne. / Foto: ASML

ASML ist Weltmarktführer bei Produktionsmaschinen für Chips der neuesten Generation mit Strukturbreiten von fünf Nanometern (ein Nanometer ist 70.000-mal so dünn wie ein menschliches Haar). Der niederländische Konzern liefert seine Anlagen, von denen manche mehr als 200 Millionen Euro kosten, an alle großen Chip-Hersteller wie Intel, Taiwan Semiconductor und Samsung. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 230 Milliarden Euro ist ASML eine der wertvollsten Aktiengesellschaften Europas.

Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz 2021 um ein Drittel zum Vorjahr auf 18,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg von 3,6 auf 5,9 Milliarden Euro. 2022 setzt sich das Wachstum fort: Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 5,8 Milliarden Euro, der Nettogewinn bei 1,7 Milliarden Euro.

Die Nachfrage nach den Anlagen von ASML ist weiterhin so hoch, dass der Konzern sie auf absehbare Zeit nicht vollständig wird bedienen können. Daher haben die wiederholten Versuche der US-Regierung, die Niederlande dazu zu bewegen, den Export von ASML-Maschinen nach China weiter einzuschränken, kaum Einfluss auf die Geschäftserwartungen des Unternehmens. Für das vierte Quartal 2022 geht ASML-Chef Peter Wennink von einem Umsatz zwischen 6,1 und 6,6 Milliarden Euro und einer zum dritten Quartal unveränderten Bruttomarge von 49 Prozent aus. Bis 2030 will der Konzern seinen Jahresumsatz auf 60 Milliarden Euro verdreifachen.

Finanziell steht ASML blendend da. 2021 kaufte das Unternehmen für 8,6 Milliarden Euro eigene Aktien zurück. Bis 2023 möchte der Konzern weitere Rückkaufprogramme mit einem Volumen von bis zu 12 Milliarden Euro starten. Die Dividende wurde in diesem Jahr auf 5,50 Euro je Aktie verdoppelt.

ASML gilt wie alle Unternehmen in diesem Artikel als überdurchschnittlich nachhaltig. Der Konzern plant, seine Produktionsabfälle bis 2030 auf null zu reduzieren. Spätestens 2040 soll die komplette Wertschöpfungskette klimaneutral sein.

Die ASML-Aktie hat in den letzten fünf Jahren 266 Prozent zugelegt (siehe Tabelle im Premium-Bereich). In diesem Jahr verlor sie wie viele Tech-Papiere zwischenzeitlich erheblich an Wert, nach einem Plus von 43 Prozent seit Mitte Oktober ist sie allerdings schon wieder teuer: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2022 liegt bei 40, für 2023 bei 30 – für ein Unternehmen mit glänzenden Aussichten ist letzteres KGV ein noch vertretbarer Wert. Wer hier einsteigt, sollte einen langen Atem mitbringen.

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