Hochmoderne Chip-Fertigungsanlage von ASML. Die Aktie des Konzerns hat seit April 2019 mehr als 400 Prozent an Wert gewonnen. / Foto: ASML

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Bis 480 % Plus in fünf Jahren: 15 nachhaltige Chip-Aktien (Teil 2)

Halbleiter waren noch nie so gefragt wie heute. Wer in die richtigen Chip-Aktien investiert, hat Chancen auf hohe Renditen. Aber es gibt auch Risiken, und einige Kurse schwanken stark. ECOreporter stellt 15 besonders nachhaltige Halbleiteraktien vor.

Der erste Teil unseres Branchenüberblicks, den Sie hier lesen können, beschäftigt sich mit Chip-Entwicklern und -Herstellern wie Intel, Nvidia und TSMC. Im zweiten Teil geht es um Unternehmen, die den Halbleiterherstellern Produktionsmaschinen oder das wichtigste Vorprodukt liefern: Wafer, hauchdünne Siliziumscheiben, aus denen die Chips herausgesägt werden.

Produzenten von Halbleitersilizium analysiert ECOreporter hingegen nicht, weil sie oft noch andere, kontroverse Geschäftsbereiche haben. Der japanische Weltmarktführer Shin-Etsu Chemical etwa führt Tierversuche für Silizium durch, das er an Kosmetikkonzerne verkauft.

Alle hier vorgestellten Unternehmen sind in tiefgrünen Fonds enthalten, die ihre Aktien nach strengen Kriterien auswählen (Tests nachhaltiger Fonds finden Sie hier). Und auch ECOreporter hat die Unternehmen eingehend auf ihre Nachhaltigkeit abgeklopft – und diese für gut befunden.

Die betrachteten Aktien haben sich in den letzten Monaten unterschiedlich entwickelt. Einige Firmen leiden unter Auftragsrückgängen, vor allem wegen der derzeitigen Flaute in der PC- und Smartphone-Industrie. Andere sind hingegen so gut aufgestellt, dass ihre Zukunftsaussichten für Investoren relevanter sind als zwischenzeitliche Umsatzdellen. Und: Die meisten Unternehmen erreichen weiterhin hohe Gewinnmargen und haben auch an der Börse ordentlich zugelegt, in der Spitze mehr als 400 Prozent in den letzten fünf Jahren. Trotz der enormen Zugewinne sieht ECOreporter bei einigen Aktien weiter Kaufgelegenheiten.

Maschinenbauer


Produktionsanlage von ASML. Das Unternehmen ist der wichtigste europäische Halbleiterkonzern. / Foto: ASML

ASML ist Weltmarktführer bei Produktionsmaschinen für Chips der neuesten Generation. Die haben Strukturbreiten von nur noch drei bis fünf Nanometern (ein Nanometer ist 70.000-mal so dünn wie ein menschliches Haar). Der niederländische Konzern liefert seine Anlagen, von denen manche 300 Millionen Euro kosten, an alle großen Chip-Hersteller wie Taiwan Semiconductor (TSMC), Intel und Samsung. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 360 Milliarden Euro gehört ASML zu den wertvollsten Aktiengesellschaften Europas.

Das Unternehmen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. 2023 legte der Umsatz um 30 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn stieg um 39 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Für 2024 geht das vorsichtig kalkulierende Management von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus.

Die Nachfrage nach den Anlagen von ASML hat sich etwas abgeschwächt, weil insbesondere die Hersteller von Computer- und Smartphone-Chips weiterhin ihre hohen Lagerbestände abverkaufen und weniger neue Maschinen bestellen. Andererseits entstehen in vielen westlichen Ländern neue Halbleiterfabriken, um unabhängiger vom Produktionsstandort Asien zu werden, und mit den Anlagen von ASML lassen sich auch besonders leistungsstarke KI-Chips herstellen. Bis 2030 will das Unternehmen seinen Jahresumsatz kräftig steigern: auf bis zu 60 Milliarden Euro. Dass der Konzern mittlerweile seine besten Maschinen nicht mehr nach China verkaufen darf, ist in den Prognosen bereits berücksichtigt.

Finanziell steht ASML blendend da, in den letzten sechs Jahren kaufte das Unternehmen trotz hoher Investitionen für fast 23 Milliarden Euro eigene Aktien zurück. Die Dividende wurde 2022 auf 5,50 Euro je Aktie verdoppelt. 2023 stieg sie weiter auf 5,80 Euro, in diesem Jahr möchte der Vorstand 6,10 Euro je Aktie ausschütten. Das entspräche beim aktuellen Börsenkurs (siehe Tabelle im Premium-Bereich) einer Dividendenrendite von 0,7 Prozent.

ASML gilt wie alle Unternehmen in diesem Artikel als überdurchschnittlich nachhaltig. Der Konzern plant, spätestens 2025 emissionsfrei zu produzieren und 90 Prozent seiner Materialien zu recyceln.

Die ASML-Aktie hat in den letzten fünf Jahren mehr als 400 Prozent zugelegt. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 von 49 und 32 für 2025 ist sie hoch bewertet. Wer jetzt einsteigt, sollte viel Geduld mitbringen.

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