Alfen stellt unter anderem Energiespeicher für Solarparks her. / Foto: Unternehmen

09.07.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien

Nachhaltiges Investment: Klimawende-Aktie Alfen

Alfen N.V. ist einer der größten niederländischen Spezialisten für Stromnetztechnik. Das nachhaltige Unternehmen will europaweit wachsen. Der Aktienkurs schwankte zuletzt stark – lohnt sich ein Einstieg?

Alfen schließt Wind- und Solarparks ans öffentliche Stromnetz an, errichtet Ladestationen für E-Autos, baut Energiespeichersysteme und Umspannstationen. Das 1937 in Hilversum gegründete Unternehmen war lange fast ausschließlich in den Niederlanden aktiv. Seit dem Einstieg der niederländischen Investmentfirma Infestos 2014 expandiert Alfen stark. Mittlerweile unterhält das Unternehmen Niederlassungen in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Finnland und Schweden und installiert seine Produkte in 20 europäischen Ländern. 90 der 350 Mitarbeiter arbeiten außerhalb der Niederlande.

Das Kerngeschäft von Alfen ist nachhaltig - ohne intelligente Stromnetztechnik kann die Energie - und Klimawende nicht gelingen. Die Alfen-Produktionsstätten decken einen Teil ihres Strombedarfs mit Solardachanlagen. Bis 2020 will das Unternehmen seine komplette Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Leuchten umstellen.

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Alfen achtet eigenen Angaben zufolge darauf, für seine Produkte Materialien mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck zu verwenden. Außerdem sollen die Produkte so konzipiert sein, dass möglichst viele Komponenten wiederverwendet oder recycelt werden können.

Alfen in Zahlen

Alfen N.V. konnte seinen Umsatz 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent auf 102 Millionen Euro steigern. Am stärksten wuchs das Geschäft mit Energiespeichern (plus 87 Prozent). Knapp drei Viertel seines Umsatzes machte das Unternehmen in den Niederlanden.

Wegen hoher Einmalkosten für eine Firmenübernahme in Skandinavien verbuchte Alfen im letzten Jahr einen Nettoverlust von 263.000 Euro. 2017 hatte das Unternehmen einen Gewinn von 1,7 Millionen Euro erzielt. Die Nettoverschuldung stieg von 3 auf 16,6 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote sank von 23 auf 12 Prozent. Aktuell (08.07.2019) beträgt die Marktkapitalisierung von Alfen 207 Millionen Euro.

Die Unternehmensleitung geht davon aus, dass der Markt für Stromnetztechnik in den nächsten Jahren weiter deutlich wachsen wird. Alfen will seinen europaweiten Wachstumskurs fortsetzen und verstärkt in die Entwicklung neuer Produkte investieren. Unternehmensangaben zufolge sind dafür im letzten Jahr die Kreditlinien bei mehreren Banken erhöht worden. Konkrete Umsatz- und Gewinnprognosen gibt Alfen derzeit nicht ab.

Wie attraktiv ist die Aktie?

Alfen ist im März 2018 mit einem Emissionspreis von 10,00 Euro je Aktie an die Börse gegangen. Der Aktienkurs schwankt seitdem stark. In den letzten zwölf Monaten lag er zwischen 9,65 Euro und 15,96 Euro. Aktuell notiert die Aktie im Tradegate-Handel bei 10,00 Euro (08.07., Schlusskurs). Im letzten Monat ist der Kurs um 1 Prozent gesunken, auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie 23 Prozent im Minus.

Nach Einschätzung zahlreicher Analysten ist die Alfen-Aktie unterbewertet. Branchenfachleute gehen von einem Kursziel zwischen 14,80 Euro und 20 Euro aus.

41 Prozent der 20 Millionen Alfen-Aktien hält die Infestos-Investorengruppe, der Rest befindet sich in Streubesitz. Alfen zahlt bislang keine Dividende und beabsichtigt auch nicht, dies in näherer Zukunft zu tun. Überschüsse sollen für die weitere Expansion des Unternehmens verwendet werden.

Fazit

Alfen ist ein etablierter Spezialist in einer zukunftsträchtigen, für die Klimawende wichtigen Branche. Die kreditfinanzierte Erschließung neuer Auslandsmärkte birgt aber auch Gefahren. Risikofreudige Anleger mit einem langen Anlagehorizont können beim aktuell niedrigen Aktienkurs mit einer kleinen Position einsteigen.

Alfen N.V.: ISIN NL0012817175 / WKN A2JGMQ

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