Neue EU-Regeln sollen die Qualität von Nachhaltigkeits-Ratings verbessern und diese transparenter machen. / Symbolbild: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Ratingagenturen, Fonds / ETF

Neue Regulierung für Nachhaltigkeits-Ratingagenturen kommt

Die Europäische Union reguliert ESG-Ratingagenturen künftig mit einer verbindlichen Verordnung, die am 2. Juli in Kraft tritt. Die Agenturen werden dabei der Aufsicht der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) unterstellt. Die Ratingagentur EthiFinance begrüßt den Schritt.

ESG steht für die Bereiche Ökologie (E wie Environmental), Soziales (S wie Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G wie Governance). ESG-Ratings sollen anzeigen, wie gut ein Unternehmen in den einzelnen Bereichen dasteht. Allerdings gibt es keine einheitlichen Standards für gute ESG-Leistungen, und Bewertungen verschiedener Agenturen sind kaum zu vergleichen, da sie nach verschiedenen Verfahren zustande kommen.

Mehr Transparenz und Qualität

Ziel der neuen EU-Verordnung ist es etwa, für mehr Transparenz und weniger Interessenkonflikte bei den Ratings zu sorgen. So dürfen Anbieter von ESG-Bewertungen künftig parallel keine Beratungsleistungen, Kreditratings oder Wirtschaftsprüfungen mehr anbieten. Zudem müssen die Methoden für die Ratings offengelegt werden. Und unter anderem durch Vorschriften für Datenquellen soll auch die Qualität der Ratings steigen.

Dieser neue Rechtsrahmen markiere "einen wichtigen Schritt bei der Strukturierung der nachhaltigen Finanzwirtschaft in Europa", erklärt die Ratingagentur EthiFinance in einer Pressemitteilung. Die neue Regulierung unterstreiche die stetig wachsende Bedeutung von ESG-Ratings für Investitionsentscheidungen.

EthiFinance bereitet sich nach eigener Aussage "seit Langem auf diese Regulierung vor". Das 2004 gegründete Unternehmen bietet ESG-Bewertungen zu über 2.400 börsennotierten Unternehmen an und hat mehr als 500 Kunden, darunter Banken, institutionelle Investoren, Vermögensverwalter, Versicherungen sowie große und mittelständische Unternehmen.

Ob die neuen Regeln es nachhaltigen Anlegerinnen und Anlegern künftig einfacher machen werden, die Nachhaltigkeit von Unternehmen zu beurteilen, muss abgewartet werden. Die ESMA hatte im vergangenen Jahr neue Regeln für die Namen von Fonds und ETFs eingeführt, allerdings mit begrenzter Wirkung.

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