Oikocredit finanziert seit 1975 Mikrofinanzangebote in Afrika, Asien und Lateinamerika. / Foto: Opmeer Reports

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Oikocredit: Höherer Verlust, keine Dividende

Die internationale Mikrofinanz-Genossenschaft Oikocredit hat auch 2025 rote Zahlen geschrieben. Mit Maßnahmen zur Risikoreduzierung und Effizienzsteigerung will man in die Gewinnzone zurückkehren und dann auch wieder eine Dividende zahlen.

Oikocredit erwirtschaftete 2025 einen Nettoverlust von 19,9 Millionen Euro. 2024 lag der Verlust bei 8,1 Millionen Euro. Das Anlegerkapital verringerte sich von 967 Millionen auf knapp 938 Millionen Euro, der Nettoinventarwert pro Beteiligung (NAV) sank von 211,74 Euro auf 205,54 Euro.

Die Genossenschaft reduzierte ihre Geschäftsbeziehungen im letzten Jahr von 487 Partnerinstituten in 52 Ländern auf 474 Institute in 49 Ländern. Das Entwicklungsfinanzierungsportfolio schrumpfte von 1.105 Millionen auf 934 Millionen Euro. Die Zahl der privaten Anlegerinnen und Anleger sank um etwa 1.400 auf rund 45.000.

Die Risiken haben weiter zugenommen

Oikocredit stand im letzten Jahr eigenen Angaben zufolge vor „erheblichen Herausforderungen im Marktumfeld, die Erträge und Profitabilität belasteten“. Wegen des Nettoverlusts will die Geschäftsführung der im Juni stattfindenden Generalversammlung vorschlagen, wie im Vorjahr keine Dividende auszuschütten. Ihre letzte Dividende zahlte die Genossenschaft für das Geschäftsjahr 2023, damals schüttete sie 0,5 Prozent je Genossenschaftsanteil aus.

In der Mitteilung zum Jahresbericht heißt es: „Mit ihrer wirkungsorientierten Mission geht Oikocredit bewusst ein gewisses Maß an Kredit- und Partnerrisiken ein und steuert diese aktiv. Ziel ist es, Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen zu erreichen und langfristig zu stärken. Im Jahr 2025 verschärften sich diese Risiken erneut. Ursachen waren unter anderem globale wirtschaftliche Herausforderungen, darunter Währungsentwicklungen infolge der Schwäche des US‑Dollars und der indischen Rupie. Dies wirkte sich negativ auf Investitionen im Bereich des inklusiven Finanzwesens in Lateinamerika, Indien und weiteren Regionen aus. Das inklusive Finanzwesen machte rund 78 Prozent des gesamten Kredit- und Eigenkapitalportfolios aus. Gleichzeitig war das kleinere Agrarportfolio stark von Marktvolatilität, den Auswirkungen des Klimawandels und extremen Wetterereignissen betroffen. Sinkende Ernteerträge und niedrigere Einkommen im ländlichen Raum waren die Folge.“

Weniger notleidende Kredite

Um wieder profitabler zu werden, hat Oikocredit in den letzten Monaten eigenen Angaben zufolge unter anderem die Investitionen in Kakao‑ und Kaffeeproduzentenorganisationen in Lateinamerika und der Karibik risikoärmer strukturiert, den geschäftlichen Fokus neben der Unterstützung von Kleinst‑, kleinen und mittleren Unternehmen auf größere, regulierte Finanzinstitute mit stabileren Risikoprofilen erweitert und die Kosteneffizienz im Personalbereich verbessert. Zudem konnte der Anteil der vergebenen Kredite, bei denen Zahlungen seit mehr als 90 Tagen überfällig sind, von 8,3 Prozent auf 4,5 Prozent gesenkt werden. Besonders stark sank der Anteil in Verzug geratener Kredite im schwierigen Landwirtschaftssektor: von 28,8 Prozent auf 10,0 Prozent.

„Im Jahr 2025 hat Oikocredit zwei zentrale Herausforderungen gemeistert: die anhaltende globale Unsicherheit sowie die beschleunigte Organisationsumstrukturierung zur Stärkung unserer finanziellen Nachhaltigkeit. Unser Engagement für eine gerechtere und nachhaltigere Welt bleibt unverändert“, sagt Mirjam ´t Lam, Geschäftsführerin von Oikocredit International.

Wie Sie sich an Oikocredit beteiligen können, lesen Sie hier.

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