Oikocredit, ein Pionier des sozialen und ethischen Investments, ist seit über 40 Jahren in Entwicklungs- und Schwellenländern aktiv. Auf dem Bild sind Bäuerinnen aus Tadschikistan zu sehen, einem Land, in dem sich Oikocredit auch engagiert. / Foto: Opmeer Reports, Oikocredit

  Gut erklärt - Mikrofinanzen

Oikocredit: Weniger Gewinn - mehr Mitglieder

Die Genossenschaft Oikocredit mit Sitz im niederländischen Amersfoort hat ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2017 bekannt gegeben.

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Die Genossenschaft finanziert Mikrofinanzinstitute, die Kleinkredite an wirtschaftlich benachteiligte Menschen vergeben, sowie Banken, die kleine und mittlere Unternehmen fördern.

Oikocredit unterstützt Akteure aus unterschiedlichen Branchen. Im Bereich Erneuerbare Energien betrug das Darlehens- und Kapitalbeteiligungsvolumen im Jahr 2017 49,1 Millionen Euro und legte um 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Auf den Landwirtschaftssektor entfielen Darlehen und Beteiligungen in Höhe von 147,4 Millionen Euro - insgesamt 15 Prozent des Portfolios von Oikocredit. Im Finanzwesen, einschließlich Mikrofinanzen, wurden Gelder in Höhe von 754,8 Millionen Euro vergeben und machten mit 76,9 Prozent den größten Anteil des Portfolios der Genossenschaft aus. Allerdings ging Oikocredits Volumen an vergebenen Darlehen und getätigten Kapitalbeteiligungen um 6,3 Prozent auf insgesamt 981,7 Millionen Euro zurück.

Gewinnrückgang - aber mehr Kapital und Mitglieder

Trotz des Gewinnrückgangs konnte das Unternehmen in anderen Bereichen wachsen. Das verfügbare Kapital wuchs um 117,4 Millionen Euro und ist nun über eine Milliarde Euro groß. Auch die Anzahl der Mitglieder nahm im vergangenen Geschäftsjahr zu. Insgesamt 56.000 Mitglieder zählt die Genossenschaft - 2.000 Mitglieder mehr als im Vorjahr.

Der Zuwachs kam vor allem aus Deutschland. Hier nahm die Mitgliederzahl um knapp 5 Prozent zu: 2017 beteiligten sich in Deutschland rund 26.000 Privatpersonen und Institutionen an der Genossenschaft. Dabei brachten sie über 532 Millionen Euro an verfügbarem Kapital ein.

Matthias Lehnert, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland, ist mit der Entwicklung zufrieden: "Auch im vergangenen Jahr konnten wir unsere Basis an Mitgliedern weiter ausbauen. Dies verdanken wir vor allem dem Engagement unserer acht Förderkreise, ihren Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen."

Ausbau des Schulungs- und Beratungsangebots

Oikocredit möchte Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern nicht nur finanziell fördern. Die Genossenschaft bietet neben Finanzdienstleistungen auch Beratungen und Schulungen an. 2017 baute Oikocredit die Beratungs- und Schulungsangebote deutlich aus. Insgesamt bot die Genossenschaft 100 Schulungen an, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Investitionen in diese Programme stiegen um 53 Prozent auf 845.500 Euro.

Oikocredit ist ein Pionier des sozialen und ethischen Investments, und ist seit über 40 Jahren in Entwicklungs- und Schwellenländern aktiv. Das Unternehmen arbeitet mit über 800 Partnerorganisationen zusammen. ECOreporter hat die Genossenschaft genauer vorgestellt.

Mit 18,4 Millionen Euro konnte die weltweit als Sozialinvestor tätige Genossenschaft ein positives Gesamtergebnis erzielen. Allerdings verringerte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr. 2016 wurden 29,0 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Wie Oikocredit bekannt gab, waren für den Gewinnrückgang vor allem Wechselkursschwankungen, aber auch das allgemeine Niedrigzinsumfeld verantwortlich.

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