Der Betriebsrat von Osram Licht bezeichnet das neue Übernahmeangebot als "unrechtmäßig". / Foto: Osram Licht

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Osram Licht empfiehlt auch zweites Übernahmeangebot von AMS

Vorstand und Aufsichtsrat von Osram Licht empfehlen das neue Übernahmeangebot von AMS. Betriebsrat und Gewerkschaften sind weiterhin gegen eine Übernahme des Münchener Beleuchtungskonzerns durch den österreichischen Chip-Hersteller.

Nachdem der erste Übernahmeversuch gescheitert war, hatte AMS vor wenigen Tagen ein neues Angebot vorgelegt (ECOreporter berichtete hier). AMS bietet erneut 41 Euro je Aktie. Dieser Preis sei angemessen, teilt jetzt Osram Licht mit. "Am wichtigsten ist, dass die Mitarbeiter an deutschen Standorten bis Ende 2022 vor fusionsbedingten Kündigungen geschützt sind", sagt der Osram Licht-Vorstandvorsitzende Olaf Berlien.

Im Aufsichtsrat stimmten fünf von sieben Mitgliedern dafür, das Angebot zu empfehlen. Betriebsrat und Gewerkschaften nennen die Offerte von AMS "unrechtmäßig“. Der Osram Licht-Betriebsrat hat eine Beschwerde gegen die Genehmigung des Angebots durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingereicht. AMS hätte nur aufgrund einer Gesetzeslücke die zwölfmonatige Sperrfrist vor einem weiteren Übernahmeangebot umgehen können, heißt es vom Betriebsrat. Außerdem sei der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen wertlos, Planungssicherheit für die Belegschaft gebe es nicht.

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Osram Licht hat in den letzten zwölf Monaten 2.700 seiner 26.200 Mitarbeiter entlassen. Da der Konzern derzeit ein Sparprogramm umsetzt, ist mit weiteren Kündigungen zu rechnen.

Die Osram Licht-Aktie steht im Xetra-Handel aktuell bei 40,22 Euro (12.11., 9:11 Uhr). Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie knapp 17 Prozent an Wert gewonnen. Weil unklar ist, ob AMS die Übernahme diesmal gelingen wird, ist die Osram Licht-Aktie derzeit ein Spekulationsobjekt für risikofreudige Anleger.

Osram Licht ist wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens seit einigen Monaten keine ECOreporter-Favoriten-Aktie mehr. Die Redaktion hat den Konzern in der Kategorie Mittelklasse-Aktien gegen das israelische Solarunternehmen SolarEdge ausgetauscht. Mehr dazu können Sie hier lesen.

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