Osram-Zentrale in München. / Foto: Unternehmen

12.08.19 Nachhaltige Aktien

Osram Licht: Neues Übernahmeangebot von Chiphersteller AMS

Der österreichische Sensor-und Chiphersteller AMS startet einen neuen Anlauf zur Übernahme des strauchelnden Münchner Beleuchtungskonzerns Osram Licht. Laut Angaben von AMS beläuft sich das Übernahmeangebot auf 38,50 Euro pro Aktie. Die Offerte des Unternehmens aus Premsstätten bei Graz ist somit höher als die der beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle, die Osram-Aktionären 35 Euro je Anteilsschein bieten.

Insgesamt will AMS rund 4,2 Milliarden Euro für die Übernahme von Osram auf den Tisch legen. Die Banken HSBC und UBS wollen den Kauf finanzieren. Einen Teil davon will AMS später durch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung ablösen.

Ob AMS überhaupt zum Zug kommt, hängt davon ab, ob Osram-Chef Olaf Berlien das Stillhalteabkommen aufhebt, das die Österreicher für einen Blick in die Geschäftsunterlagen mit Osram vereinbart hatten. AMS will bis zum Donnerstag eine Antwort aus München haben. Die Österreicher hatten schon Anfang Juli öffentlich ein Interesse an Osram bekundet - dann aber das Angebot zurückgezogen. Der Chip-Hersteller interessiert sich vor allem für das Autozuliefer- und das Photonik-Geschäft von Osram.

AMS erhofft sich von der Übernahme Einsparungen von 240 Millionen Euro im Jahr. Vielen Anlegern und Analysten bereitet die starke Abhängigkeit von AMS vom Großkunden Apple Sorgen. Sollte die Osram-Übernahme klappen, wäre die Autoindustrie mit 45 Prozent größter Umsatzbringer von AMS.

Das Digital-Geschäft und das Verbraucher-Geschäft mit LED-Lampen soll nach den Vorstellungen von AMS aber abgestoßen werden. Damit die Übernahme zustande kommt, müssen - wie bei Bain und Carlyle -  mindestens 70 Prozent der Osram-Aktionäre ihre Aktien verkaufen.

Nach Veröffentlichung des Übernahmeangebots machte die Aktie des im MDax notierten Lichtkonzerns ein Plus von 9,70 Prozent. Die Osram-Aktie steht aktuell an der Börse Xetra bei 34,72 Euro (12.8., 9:44 Uhr). Auf Jahressicht hat sie einen Kursverlust von 15,4 Prozent gemacht.

Osram Licht AG: ISIN DE000LED4000 / WKN LED400

Verwandte Artikel

31.07.19
Osram schreibt rote Zahlen
 >
23.07.19
BaFin segnet Übernahmeangebot für Osram ab
 >
17.07.19
Osram Licht: Zweites Übernahmeangebot zurückgezogen
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x