Das RWE-Braunkohlerevier Garzweiler: Immer mehr Institutionen ziehen ihr Geld aus klimaschädigenden Unternehmen ab. / Foto: Pixabay

14.12.18 Meldungen , Institutionelle / Anlageprofis

Über 1.000 Institutionen investieren nicht mehr in Kohle, Öl und Gas

Die globale Divestment-Bewegung hat einen neuen Meilenstein erreicht: Mittlerweile legen über 1.000 Institutionen mit einem Gesamtvermögen von 7 Billionen Euro ihr Geld nicht mehr in fossile Energieunternehmen an.

Laut der Divestment-Plattform 350.org war die eintausendste Institution die französische Caisse des dépôts et consignations (CDC), die für den französischen Staat Renten und Spareinlagen verwaltet. Die CDC gab kürzlich bekannt, sie werde ab 2019 nicht mehr in Firmen investieren, die mehr als 10 Prozent ihrer Umsätze mit Kohle erwirtschaften - damit stehen die 200 führenden Unternehmen der Kohlewirtschaft de facto auf der schwarzen Liste.

Auch die Uni Göttingen investiert nicht mehr in fossile Energieträger

Zu den Institutionen, die sich zuletzt zum Divestment verpflichtet haben, gehören 350.org zufolge die Universität Göttingen, der französische Versicherer AG2R La Mondiale und die dänische Stadt Aalborg.

Samyra Hachmann von der Klimagruppe Fossil Free Berlin freut sich über die Entscheidung der CDC: "Gratulation, Frankreich! Ein Divestment bei den Staatsfinanzen ist auch in Deutschland dringend nötig. Noch immer finanziert der Bund die Pensionen von 600.000 Ex-Bundesbeamten mit klimaschädlichen Aktiengeschäften. Wir rufen deshalb die Mitglieder des Deutschen Bundestages dazu auf, die Milliarden aus Kohle-, Öl- und Gas-Konzernen abzuziehen.“

Nico Haeringer, globaler Organisator bei 350.org, ergänzt: "Wir alle können öffentliche Institutionen dazu bringen, auf alle fossilen Energieträger zu verzichten. Ob es dabei um die eigene Universität geht, die Stadtverwaltung oder den Pensionsfonds - wir können den schmutzigen Industrien den Geldhahn zudrehen und sie dazu zwingen, bessere Entscheidungen zu treffen, indem sie zum Beispiel in lokal produzierte Erneuerbare Energien investieren. Das passiert schon an vielen Orten und hat eine ganz eigene Dynamik entwickelt."

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