Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass Finanzberater nur auf ihr eigenes Wohl achten. / Foto: Fotolia, apops

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Umfrage: Deutsche misstrauisch gegenüber Finanzbranche

Die Finanzbranche genießt in Deutschland keinen besonders guten Ruf. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des CFA Institute.

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Nur etwas mehr als ein Viertel aller deutschen Privatanleger stuft das eigene Vertrauen in die Finanzbranche als "hoch" oder "sehr hoch" ein. Das zeigt die Umfrage des CFA Institute unter mehr als 4.000 Anlegern in 15 Ländern. Im weltweiten Durchschnitt vertraut fast jeder zweite Anleger dem Finanzsektor.

Skeptisch sind die Deutschen auch gegenüber Anlageberatern. Nur rund ein Drittel der deutschen Privatanleger traut Anlageberatern zu, ein Portfolio erfolgreich durch Krisen zu steuern, so das Ergebnis der Umfrage. Deutschland liegt damit in Sachen Beratervertrauen deutlich unter dem internationalen Durchschnitt (34 gegenüber 49 Prozent).

Die Deutschen gehen davon aus, dass Finanzberater in erster Linie ihr eigenes Wohl im Blick haben. Nur jeder zehnte Deutsche glaubt, dass die Anlegerinteressen in der Finanzberatung an erster Stelle stehen. Im internationalen Durchschnitt ist dieses Grundvertrauen mit 35 Prozent deutlich höher. "Die Anlageberatung wird in Deutschland leider immer noch stark mit Provisionssystemen und reinen Selbstzweck-Produkten assoziiert", erklärt Susan Spinner, Geschäftsführerin der CFA Society Germany.

Nur 41 Prozent der Deutschen nehmen an, dass Berater ihre Honorare und Entgelte transparent offenlegen (weltweit: 50 Prozent). "Das Thema Preistransparenz und Kosten hat zuletzt durch neue Anbieter im Markt, etwa Fintechs, Robo-Advisors oder ETFs, weiter an Aufmerksamkeit gewonnen", sagt Spinner. Die Geschäftsführerin der CFA Society in Deutschland fordert: "Anlageberater müssen sich zu professionellen Standards und ethischen Regeln bekennen."

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