Eine Photovoltaik-Pflicht könnte auch das lokale Handwerk fördern. / Foto: SAG Solarstrom

  Erneuerbare Energie, Meldungen

Umweltbundesamt will 6 Gigawatt Zubau bei Photovoltaik und Windkraft pro Jahr

Die Corona-Konjunkturpakete könnten sich deutlich stärker auf den Umweltschutz ausrichten lassen. Ein entsprechender Vorschlag des Umweltbundesamts (UBA) sieht dabei vor allem einen Ausbau bei den Erneuerbaren Energien vor. Die Photovoltaik- und die Windbranche hätten sich in den vergangenen Jahren als wesentlicher Treiber für grüne und nachhaltige Arbeitsplätze gezeigt, so die Behörde.

Das UBA schlägt daher ein Ausbaupaket für Photovoltaik und Windenergie vor, das die Ausbaupfade für beide Sektoren auf jeweils 6 Gigawatt pro Jahr anhebt. Zudem könnte eine Pflicht zum Einbau von Photovoltaik-Anlagen bei Neubauten oder Dachsanierungen dem lokalen Handwerk einen Schub geben.

In seinen Forderungen noch weiter geht Harald Bradke, Leiter des Competence Centers Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), der das UBA-Papier zusammen mit UBA-Präsident Dirk Messner vorstellte. „Die installierte Leistung der Windenergie muss bis zum Jahr 2050 auf 150 bis 200 Gigawatt steigen, die Leistung der Photovoltaik auf 200 bis 300 Gigawatt, um unsere Treibhausgasreduktionsziele zu erreichen“, so Bradke. „Das bedeutet mittelfristig einen Bruttozubau von jährlich 7,7 bis 10 Gigawatt Wind- und Photovoltaikkapazitäten.“ Der gegenwärtig geringere Ausbau müsse deutlich gesteigert werden.

UBA-Präsident Messner nahm auch die Entlastung von Verbrauchern in den Fokus. Dabei müsse man „umweltschädliche Subventionen abbauen und die Fairness unseres Finanzsystems stärker in den Blick nehmen“, so Messner. So könnten etwa die Strompreise durch eine kurzfristige Reduzierung der EEG-Umlage deutlich gesenkt werden.

Das UBA schlägt dazu vor, dass Bestandsanlagen, die vor dem 31. Dezember 2016 ans Netz gegangen sind, über den Bundeshaushalt und ab 2021 zunehmend aus der CO2-Bepreisung finanziert werden. Eine Reduzierung der EEG-Umlage um 75 Prozent brächte Stromkunden der Behörde zufolge eine Entlastung von 18,7 Milliarden Euro pro Jahr.

Weitere Vorschläge des UBA sind etwa, den Bundesanteil am Umweltbonus für Elektro-Fahrzeuge zeitlich befristet zu verdoppeln und eine Kaufprämie für private Ladepunkte einzuführen. Eine Kaufprämie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor lehnt die Behörde dagegen ab. Insgesamt fordert das UBA mehr finanzielle Anreize, um in den Bereichen Energie und Mobilität für umweltfreundliches Verhalten zu sorgen.

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