01.10.20 ECOanlagecheck , Windenergie-Investments , Solarenergie-Investments

Unabhängige Analyse: Das Beteiligungsangebot „CAV Sonne und Wind X“ im ECOanlagecheck

Bestehende Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland bilden den Schwerpunkt der CAV Sonne und Wind X GmbH & Co KG. Solar- und Windenergieprojekte im Ausland sollen das Portfolio optimieren. Die Photovoltaikanlagen des gesicherten Startportfolios sind bereits in Betrieb. Anleger können sich ab 50.000 Euro als Kommanditisten beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das Beteiligungsangebot.
 

Die Emittentin CAV Sonne und Wind X investiert gemäß den Investitionskriterien mittelbar zu mindestens 50 Prozent in Solar- und Windenergieanlagen in Deutschland. Zudem sind Investitionen in Solar- und Windprojekte in Europa vorgesehen. Der Auslandsanteil im Portfolio kann gemäß den Investitionskriterien bis zu 50 Prozent betragen, geplant sind derzeit nach Angaben der Geschäftsführung ungefähr um die 30 Prozent. Das Startportfolio besteht aus drei Solarbeteiligungen. Solarprojekte sind nach Angaben der Geschäftsführung auch der geplante Schwerpunkt des insgesamt angestrebten Portfolios. Ziel ist der Aufbau eines breitgemischten Portfolios mit mittelbar 10 bis 20 Beteiligungen an Solar- und Windparks. Die Emittentin plant, mittelbar über ihre Tochtergesellschaft CAV S+W 10. Betriebs GmbH & Co KG in die jeweiligen Projektgesellschaften zu investieren.

Initiatorin und Leistungsbilanz

Die gemeinsamen Initiatoren des Angebotes sind die MehrWert GmbH für Finanzberatung und Vermittlung aus Bamberg und die CAV Partners AG. Anbieterin und Emittentin ist die im Juli 2020 gegründete CAV Sonne und Wind X GmbH & Co KG aus Zeitlarn bei Regensburg. Als Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin fungiert die CAV Verwaltungs GmbH. Ihre alleinige Gesellschafterin ist die CAV Partners AG mit Sitz in Regensburg, beide in 2017 gegründet.

Im März dieses Jahres hat die CAV Partners Gruppe ihre erste Leistungsbilanz erstellt und veröffentlicht. Demnach hat sie acht Beteiligungsangebote und eine Serie von acht Nachrangdarlehen platziert. Die Zinszahlungen an die Nachrangdarlehensgeber erfolgten laut Leistungsbilanz bisher pünktlich und plangemäß. Bei fünf der acht Beteiligungsangebote standen plangemäß bereits erste Ausschüttungen an die Anleger an, die jeweils in der prognostizierten Höhe erfolgten. Bei allen 16 Angeboten investierten die Emittentinnen in mehrere Wind- und/oder Solarbeteiligungen. Die CAV Partners Gruppe verwaltet inzwischen ein Anlegervermögen von über 30 Millionen Euro, das in mehr als 80 verschiedene Wind- und Solarbeteiligungen investiert ist.

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Andreas Roth und Thomas Hartauer. / Foto: Unternehmen

Die Geschäftsführer bzw. Vorstände der drei CAV-Unternehmen sind jeweils Thomas Hartauer und Andreas Roth. Sie halten zudem je 50 Prozent der Gesellschaftsanteile der CAV Partners AG. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Bankbetriebswirt Thomas Hartauer (Jahrgang 1976) ist seit 22 Jahren im Bereich Kapitalmarkt tätig. Von 2008 bis Dezember 2016 war er Vorstand und Geschäftsführer der Lacuna-Unternehmensgruppe, hat dort den Bereich Erneuerbare Energien aufgebaut und zahlreiche Wind- und Solarprojekte verantwortet, die erfolgreich bei Kapitalanlegern platziert wurden.

Der ausgebildete Finanzwirt Andreas Roth (Jahrgang 1970) ist seit 25 Jahren als Berater im Kapitalmarktbereich Erneuerbare Energien tätig. Er legte selbst Produkte im Bereich der Erneuerbaren Energien und des Zweitmarktes auf, ist Gründer und Vorstand einer Energiegenossenschaft sowie Beiratsmitglied bei zahlreichen Wind- und Solarparkgesellschaften.

Treuhandkommanditistin der Emittentin ist die MehrWert GmbH für Finanzberatung und Vermittlung aus Bamberg. Dem 2010 vom Geschäftsführer Gottfried Baer (Jahrgang 1967) gegründeten Unternehmen sind bundesweit mehr als 20 Berater/innen angeschlossen. Das Beratungshaus ist seit Gründung ausschließlich auf den Bereich nachhaltige und grüne Anlage- und Altersvorsorgestrategien ausgerichtet.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 2,06 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 2,0 Millionen Euro (97,1 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: 0,06 Millionen Euro (2,9 Prozent)

Die Komplementärin CAV Verwaltungs GmbH ist berechtigt, das Eigenkapital um bis zu weitere 2,0 Millionen Euro auf insgesamt 4,0 Millionen Euro zu erhöhen. Bei dem vorliegenden Angebot handelt es sich um ein Private Placement (Privatplatzierung), das maximal 20 Anleger zeichnen können. Ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligter Verkaufsprospekts ist daher nicht erforderlich und liegt nicht vor. Für das Angebot hat die Emittentin ein 77-seitiges Memorandum erstellt.

Eine Platzierungsgarantie besteht nicht, sie war bei dem Vorgängerangebot der CAV Gruppe und der MehrWert GmbH aber auch nicht erforderlich: Das Angebot CAV Sonne und Wind IV Deutschland wurde mit 3,0 Millionen Euro Eigenkapital geschlossen. Nach Abschluss der Eigenkapital-Platzierungsphase kann die Emittentin Fremdkapital aufnehmen, dies ist jedoch nach Angaben der Geschäftsführung aktuell nicht geplant. Grundsätzlich entscheidet auf Beschlussvorschlag der Geschäftsführung die Gesellschafterversammlung mit einfacher Mehrheit über eine Aufnahme von Fremdkapital. In der Regel bestehen Bankfinanzierungen auf Ebene der Solar- und Windenergie-Projektgesellschaften.

Nebenkosten (in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 3,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 3,0 Prozent
Konzeption, Rechtsberatung, Emissionsunterlagen und Marketing: 1,5 Prozent
Gesamtweichkosten: 7,5 Prozent

Das Agio beträgt bis zu 3 Prozent. Die Komplementärin erhält für Prüfung, Aufbau und Verwaltung des Projektportfolios eine Vergütung von 4 Prozent des Kaufpreises zzgl. eventuell anfallender Umsatzsteuer.

Laufende Kosten

Geschäftsführung (pro Jahr): 0,6 Prozent des Kommanditkapitals (12.000 Euro bei Vollplatzierung)
Treuhänderin (pro Jahr): 0,2 Prozent des Kommanditkapitals (4.000 Euro bei Vollplatzierung)

Die laufenden Kosten auf Ebene der Emittentin und ihrer Tochtergesellschaft sind vergleichsweise gering. Bei den Projektgesellschaften entstehen in der Regel laufende Kosten unter anderem für Wartung und Instandhaltung, kaufmännische und technische Betriebsführung und Pacht und Versicherungen.

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: bis 31. Dezember 2027
Gesamtauszahlung (Prognose): 128 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Schlussauszahlung 2027 (Prognose): 104 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR): 4,0 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die Gesellschafterversammlung kann die Laufzeit mit Dreiviertel-Mehrheit über Ende 2027 hinaus verlängern. Eine Auflösung der Emittentin vor Ende 2027 erfordert einen Gesellschafterbeschluss mit einer Dreiviertelmehrheit sowie die Zustimmung der Komplementärin.

Der im Memorandum dargestellte prognostizierte Auszahlungsverlauf sieht für den Zeitraum 2021 bis 2026 jährliche Auszahlungen von 4,0 Prozent des Kommanditkapitals an die Anleger vor. Die Treuhänderin und die Komplementärin erhalten eine Erfolgsvergütung für ein abgelaufenes Jahr, wenn die Auszahlung an die Anleger in dem Jahr über 3,0 Prozent liegt. Die Erfolgsvergütung beträgt für die Komplementärin 15 Prozent und für die Treuhänderin 5 Prozent des Betrags, der die Auszahlung von 3,0 Prozent übersteigt. Die niedrige Erfolgsvergütungs-Schwelle ist in diesem Fall akzeptabel, da die – nicht erfolgsabhängigen – laufenden Vergütungen für die Komplementärin und die Treuhänderin gering sind.

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Foto: unsplash / Andreas Gucklhorn

Bei Wind- und Solarparkstandorten können langfristige Pachtverträge vorliegen, die einen Weiterbetrieb der Anlagen über 20 Jahren hinaus ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist jeweils, dass ein Weiterbetrieb oder ein Repowering wirtschaftlich sind und eine Genehmigung dafür erteilt wird. Bei genehmigten Repowering-Projekten berücksichtigt CAV nach eigenen Angaben eine verlängerte Laufzeit und damit verbundene Mehrerlöse bei der Ermittlung des Angebotspreises. Auch der in  Deutschland beschlossenen Atom- und Kohleanstiegs kann dazu führen, dass es künftig verstärkt möglich wird, bestehende Solar- und Windparks länger laufen zu lassen. Damit kann sich der Wert des Portfolios der Emittentin erhöhen, so dass auch die Verkaufserlöse und die Schlussauszahlung an die Anleger über der kaufmännisch vorsichtigen Prognose liegen können. Davon würden dann die Anleger stark profitieren: Sollte die Schlussauszahlung am Laufzeitende 100 Prozent übersteigen, so gehen die darüber liegenden Zahlungen zu 80 Prozent an die Anleger und nur zu insgesamt 20 Prozent an die Komplementärin und die Treuhänderin.

Investitionen

Die Emittentin plant, mittelbar über ihre Tochtergesellschaft CAV S+W 10. Betriebs GmbH & Co KG in Projektgesellschaften zu investieren, die Wind- und Solarenergieanlagen betreiben. Daneben sind laut Memorandum Investitionen in Nahwärmeprojekte erlaubt, nach Angaben der Geschäftsführung aber aktuell nicht geplant. Regionaler Schwerpunkt ist Deutschland mit mindestens 50 Prozent der Investitionssumme. Die Wind- und Solaranlagen sollen überwiegend eine langjährige Ertragshistorie aufweisen. In Einzelfällen kann die Emittentin mittelbar in Energieanlagen investiert, die noch in der Bauphase sind, aber über alle notwendigen Genehmigungen verfügen. Die Vergütungen der Anlagen sollen gemäß Investitionskriterium nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), einem vergleichbaren Gesetz im Ausland oder mittels PPA (Power Purchase Agreement, Stromliefervertrag) geregelt sein.

Das von der Tochtergesellschaft angebundene Startportfolio besteht aus Beteiligungen an drei Solar-Gesellschaften, die Photovoltaikanlagen an insgesamt sieben Standorten betreiben. Ein Standort ist in Frankreich, sechs sind in Deutschland (Bayern, Brandenburg). Die Solaranlagen gingen zwischen 2009 und 2012 in Betrieb, so dass die gesetzlichen Einspeisevergütungen zwischen 2029 und 2032 enden werden. Bei den Solaranlagen von zwei der Solar-Gesellschaften kommen Dünnschichtmodule von First Solar zum Einsatz, bei der dritten kristalline Solarmodule von Q-Cells. Die Gesamtkaufsumme für das erworbene Startportfolio beträgt rund 215.000 Euro.

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Foto: unsplash / Ferdinand Stohr

Auch bei der Beteiligung an Windenergieanlagen achtet die Geschäftsführung der Emittentin nach eigenen Angaben darauf, dass unterschiedlichen Anlagentypen von verschiedenen Herstellern zum Einsatz kommen. In der Regel werden die Beteiligungen den Angaben nach von verschiedenen Emissionshäusern stammen und an den unterschiedlichen Standorten auch jeweils andere Betriebslaufzeiten und Betriebsführer haben, so dass auch hier das Risiko gestreut werden kann. Das wird auch dadurch erreicht, dass gemäß Investitionskriterium maximal 15 Prozent des investierten Eigenkapitals auf eine Projektgesellschaft entfallen darf, so dass die Emittentin demnach mittelbar Anteile an zumindest sieben Gesellschaften erwerben wird.

Bis zu maximal 50 Prozent ihres Kapitals kann die Emittentin in Solar- und Windstandorte im Ausland investieren. Investitionen in Projekte außerhalb Europas plant die Emittentin nach eigenen Angaben aktuell nicht. In Europa stehen nach Angaben der Geschäftsführung derzeit einige Länder besonderes im Fokus ihrer Standort-Analysen und Planungen. Dabei handele es sich um Frankreich (Wind und Solar), Spanien (Solar), Italien (Solar) und Großbritannien (Wind). Aber auch andere Länder, beispielsweise die Benelux-Staaten (Solar) oder die skandinavischen Länder (Wind) kommen in Frage. Es ist aber noch nicht entschieden, in welchen Ländern die Emittentin investieren wird.

Durch die Einbeziehung von Solar- und Windstandorten in ausländischen Märkten ist eine noch breitere Risikostreuung möglich, beispielsweise hinsichtlich der politischen Risiken. Zudem erhöhen sich mit der Einbeziehung auch die Anzahl der Investitionsmöglichkeiten für die Emittentin. Diesen Vorteil bietet auch ein weiteres Investitionskriterium, das im Vergleich zum Vorgängerangebot neu ist: Bis zu 10 Prozent kann die Emittentin in Aktien und bis zu 20 Prozent in Spezialfonds (z. B. institutionelle Fonds) investieren, die ihrerseits in Erneuerbare Energieprojekte investieren. Hierbei beschränkt sich die Emittentin nach eigenen Angaben auf den (möglichen) Erwerb von europäischen Aktien. Spezialfonds, welche für die Emittentin in Frage kommen, gibt es nach Angaben der Geschäftsführung hauptsächlich in Deutschland, Luxemburg und im geringen Umfang in der Schweiz.

Die Emittentin wird – mittelbar über ihre Tochtergesellschaft – in der Regel Minderheitsbeteiligungen an den Projektgesellschaften eingehen. Somit ist es möglich, dass in der Gesellschafterversammlung Entscheidungen gegen die Interessen der Emittentin getroffen werden, beispielsweise bei der Entscheidung für oder gegen ein Repowering. Das Eingehen von Minderheitsbeteiligungen auf dem Zweitmarkt ermöglicht es der Emittentin andererseits aber auch, das Kapital in zahlreiche Projekte zu investieren, um so eine breite Risikostreuung zu erreichen. Schon bei den Vorgängerangeboten konnte CAV in der Regel das von Anlegern eingeworbene Eigenkapital zügig in verschiedene Projekte investieren.

Ökologische Wirkung

Die Emittentin investiert mittelbar in Solar- und Windenergieanlagen. Diese haben eine positive ökologische Wirkung: Die energetische Amortisationszeit von Windenergieanlagen liegt bei weniger als zehn Monaten, die von Solaranlagen bei weniger als zwei bis drei Jahren. In dieser Zeit erzeugen die Anlagen die Energiemenge, die bei Herstellung, Transport und Wartung der Anlagen verbraucht wird.
 
Es ist in Einzelfällen möglich, dass die Emittentin in Projektgesellschaften investiert, deren Wind- und Solarparks noch nicht errichtet sind. In diesen Fällen besteht eine direkte ökologische Wirkung.  Voraussichtlich wird die Emittentin aber in der Regel in Wind- und Solarparks investieren, die bereits mehrere Jahre in Betrieb sind. Teilweise kann bei Windparks ein Repowering erfolgt sein bzw. es besteht die Möglichkeit eines Repowerings. Das Repowering eines Windparks ist in der Regel unter ökologischen Gesichtspunkten positiv zu bewerten, da beim Ersetzen von alten Anlagen durch neue Windenergieanlagen der Stromertrag steigt und gleichzeitig zumeist die Anzahl der Anlagen sinkt.

Risiko

Die Emittentin investiert mittelbar über ihre Tochtergesellschaft in Solar- und Windenergieanlagen, die voraussichtlich in der Regel bereits mehrere Jahre lang Strom ins Netz einspeisen. Bei diesen Anlagen bestehen daher keine Fertigstellungsrisiken. Baurisiken können entstehen, falls die Emittentin in Einzelfällen in neu zu errichtende Anlagen investiert. Oder wenn bestehende Anlagen, in die die Emittentin investiert hat, während der Laufzeit repowert werden. Gemäß den Investitionskriterien müssen bei den Energieanlagen, an denen sich die Emittentin beteiligt, alle notwendigen Genehmigungen vorliegen. Die Anlagen des Startportfolios der Emittentin sind alle bereits in Betrieb.

Bei der Investition in laufende Solar- und Windenergieanlagen liegen in der Regel fundierte, langjährige Stromertragsdaten für eine zuverlässige und marktgerechte Bewertung der jeweiligen Gesellschaftsanteile vor. Trotzdem besteht grundsätzlich das Risiko, dass die Tochtergesellschaft der Emittentin einen zu hohen Kaufpreis für die Anteile zahlt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass zum Zeitpunkt der Kaufpreisfindung nicht alle relevanten Projektinformationen vorlagen.

Bis zu maximal 50 Prozent der Gesamtinvestitionen können in Solar- und Windenergieanlagen außerhalb Deutschlands erfolgen, so dass teilweise Auslandsrisiken und erhöhte Rechtsrisiken bestehen können. Falls Investitionen auch in Anlagenstandorte außerhalb des Euroraums erfolgen, können Währungsrisiken und -chancen entstehen. Grundsätzlich besteht im In- und Ausland das Risiko, dass der Wind weniger stark weht und die Sonne weniger scheint als erwartet und die Stromerträge in der Folge unter der Prognose liegen. Zudem bestehen auf Ebene der Projektgesellschaften in der Regel weitere marktübliche Risiken, die mit dem Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise rückwirkende Änderungen von Einspeisevergütungen oder Zahlungsausfälle bei PPA-Stromabnehmern.

Ein großer Teil der geplanten Auszahlungen an die Anleger soll durch den Verkauf der Beteiligungen am Ende der geplanten Laufzeit (2027) erwirtschaftet werden. Es besteht das Risiko, dass die Verkaufserlöse geringer ausfallen als prognostiziert. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn das Zinsniveau am Ende der geplanten Laufzeit deutlich über dem aktuell sehr niedrigem Zinsniveau liegen sollte.
 

Stärken

  • Breite Streuung der Investitionen über zahlreiche Standorte und zwei Energiearten
  • Erfahrene Geschäftsführung
  • Anlagen in der Regel bereits im Betrieb
  • Startportfolio gesichert
  • Günstige Kostenstruktur der Emittentin

Chancen

  • Verkaufserlöse für die Projekte höher als kalkuliert
  • Höhere Stromerträge als erwartet

Schwächen

  • Investitionen stehen größtenteils noch nicht fest
  • Teilweise Bauherrenrisiken möglich

Risiken

  • Geringere Stromerträge als prognostiziert
  • Verkaufserlös für die Projekte geringer als kalkuliert

 


Fazit:

Finanziell

Beim Ankauf von Anteilen an bestehenden Energieanlagen  auf dem Zweitmarkt liegen in der Regel langjährige Erfahrungswerte für die Anlagen vor. Damit sind die zukünftigen Stromerträge zuverlässiger zu prognostizieren. Die positive Leistungsbilanz von CAV Partners zeigt, dass die Unternehmensgruppe mit ihrer erfahrenen Geschäftsführung einen guten Marktzugang hat. Zum Platzierungsstart verfügt die Emittentin über ein Startportfolio, das aus Beteiligungen an Solaranlagen an sieben Standorten besteht.

Der CAV Sonne und Wind X wird zudem voraussichtlich über eine (noch) breitere Risikostreuung als das Vorgängerangebot verfügen, da er im höheren Umfang in Standorte im europäischen Ausland investieren wird. Gleichwohl bleibt der Schwerpunkt der Investitionen Deutschland. Auch eine Beimischung von Aktien und Anteilen an Spezialfonds ist möglich. Der erweiterte Beteiligungsradius kann das Portfolio des Fonds stabilisieren und dessen Substanz erhöhen. Vorsichtigerweise wurde die Renditeprognose im Vergleich zu dem Vorgängerangebot (von 2018) der Marktentwicklung angepasst und leicht reduziert. Damit ist auch die Schwelle geringer, ab der eine Erfolgsvergütung der Komplementärin erfolgt. Aufgrund der günstigen Kostenstruktur des CAV Sonne und Wind X ist aber auch eine vorsichtig kalkulierte Renditeerwartung so hoch, dass sie im Marktumfeld angemessen ist.

Nachhaltigkeit

Solar- und Windenergieanlagen erzeugen Strom nachhaltig. Eine zusätzliche positive ökologische Wirkung ergibt sich bei möglichen Investitionen in Repowering-Projekte.

ECOreporter.de-Empfehlung

Der CAV Sonne und Wind X investiert mittelbar in ein breit gestreutes Portfolio an Solar- und Windpark-Beteiligungen. Die Investitionsstrategie ist überzeugend, ein Startportfolio gesichert. Die Erweiterung um ausländische Anlagenstandorten kann dem Portfolio zusätzliche Stabilität verleihen. Das Verhältnis zwischen Renditeerwartung und Risiko des Beteiligungsangebotes ist angemessen.

Basisdaten


Emittentin und Anbieterin:
CAV Sonne und Wind X GmbH & Co KG , Zeitlarn bei Regensburg

Komplementärin und Geschäftsführerin:
CAV Verwaltungs GmbH, Zeitlarn bei Regensburg

Treuhänderin:
MehrWert GmbH für Finanzberatung und Vermittlung, Bamberg

Beteiligungsform:
Treugeber oder Direktkommanditist

Währung: Euro

Gesamtfinanzierungsvolumen:
2,06 Millionen Euro

Eigenkapitalvolumen (ohne Agio):
2,0 Millionen Euro

Mindestzeichnungssumme:
50.000 Euro

Agio: bis zu 3,0 Prozent

Laufzeit: bis 31. Dezember 2027

BaFin-Billigung: Nein

Leistungsbilanz: Ja

Haftsumme: 1 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent der Kommanditeinlage (Innenverhältnis)

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