Kohle-Kraftwerk von RWE. / Foto: Unternehmen

28.11.19 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Aktien-Favoriten , Meldungen

Klimafreundliche Dax-Konzerne? Studie kommt zu ernüchterndem Ergebnis

Den Kampf gegen die Klimakrise haben sich mittlerweile auch die großen Dax-Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Aber die deutschen Großkonzerne schneiden in Sachen Klimaschutz schlecht ab. Sie müssen ihre CO2-Emissionen deutlich senken, wenn sie die Pariser Klimaziele erreichen wollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Frankfurter Klimadaten-Unternehmens right.based on science.

Für right.based on science spielt der Konjunktiv eine wichtige Rolle. Was wäre, wenn die größten Dax-Konzerne ihre selbstgesteckten Klimaziele erreichen würden? Würde das den Klimawandel nachhaltig stoppen? Und was würde passieren, wenn alle Unternehmen so wirtschaften würden wie ein ganz bestimmtes Dax-Unternehmen? Die Klimadatenberater haben in ihrer Studie mit dem passenden Titel "#Whatif-Report" diese Fragen untersucht. Die Studie liegt ECOreporter vor.

Zwei Emissions-Szenarien

right.based on science hat anhand zweier Szenarien die Auswirkungen der großen Dax-Konzerne auf das Klima berechnet. Im ersten Szenario, dem sogenannten Basisszenario, hat keines der analysierten Dax-Unternehmen ein Klimaziel. Im zweiten Szenario erreicht hingegen jedes Unternehmen sein selbstgesetztes Klimaziel. Um die Klimaziele der Dax-Konzerne genau zu erfassen, hat right.based on science jeden Konzern kontaktiert und dessen Klimaziele erfragt.

Die Berechnungen ergeben jeweils eine Grad-Zahl. Sie beziffert, wie stark sich die Atmosphäre erhitzt, wenn alle Unternehmen so wirtschaften würden wie das analysierte Unternehmen. Die Ergebnisse stellt right.based on science zudem den Werten gegenüber, die die Konzerne laut der Internationalen Energieagentur (IEA) erreichen müssen, wenn die Erderwärmung bis 2050 auf 1,75 Grad begrenzt werden soll.

20 Dax-Konzerne erreichen das Pariser-Klimaziel nicht

right.based on science kommt in seiner Studie zu einem ernüchternden Ergebnis. Laut den Berechnungen der Klimaberater reichen die Bemühungen von zwei Dritteln der Dax-Konzerne nicht aus, um das Pariser Klimaziel zu erreichen.

Schlusslicht ist Heidelberg Cement. Der Baustoffkonzern will den Einfluss seiner CO2-Emissionen auf das Klima nur um knapp 0,4 Grad verringern. Damit liegt Heidelberg Cement mehr als drei Grad über dem Zielwert, den die IEA dem Baustoffsektor zugesteht. Weit hinter den Anforderungen zurück bleiben auch die Stromkonzerne Eon und RWE, die Chemiekonzerne BASF und Covestro sowie Henkel, Linde und Munich Re.

Einige Dax-Unternehmen haben keine Klimaziele

Adidas, Fresenius, Fresenius Medical Care, Vonovia und Wirecard haben gar keine Klimaziele formuliert. Außer Fresenius Medical Care liegen sie allesamt über den branchenspezifischen Zielen der IEA. Gut schneiden hingegen der Versicherer Allianz, die Deutsche Post, der Chemieriese Beiersdorf und der IT-Konzern SAP ab.

right.based on science hat die Berechnungen mit einem selbst entwickelten Klimamodell durchgeführt. Es heißt X-Degree-Compatibility-Modell (XDC). Ein Interview zu dem Klimamodell mit right.based on science-Geschäftsführer Sebastian Müller finden Sie hier.

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