7C Solarparken setzt sowohl auf Freiflächen- als auch Dachsolaranlagen. Ein Drittel der Flächen für die Solarkraftwerke gehören dem Unternehmen. / Foto: Pixabay

10.12.18 Nachhaltige Aktien

7C Solarparken: Wie aussichtsreich ist die Solarstrom-Aktie?

7C Solarparken produziert und verkauft Solarstrom. Das Unternehmen setzt auf neue saubere Kraftwerke. Welche Chancen bietet die an der Börse Xetra gehandelte Aktie, lauern Risiken im Geschäftsmodell?

Die 7C Solarparken AG speist den Strom ihrer Solarkraftwerke ins Netz ein - mit gesetzlich garantierten Einspeisevergütungen. Ein einfaches Geschäftsmodell mit kalkulierbaren Umsätzen. Das Unternehmen plant, für 2018 eine Dividende von 10 Eurocent pro Aktie auszuschütten. Das entspricht beim momentanen Aktienkurs von 2,55 Euro (10.12., 9:03 Uhr) einer Dividendenrendite von gut 4 Prozent. Das ist mehr als bei (allerdings größeren) Unternehmen mit ähnlichen Geschäftsmodellen wie Ørsted und aventron.

Strategisches Ziel: 200 MW Solaranlagen bis 2020

7C Solarparken ist 2014 aus der Übernahme der Colexon Energy durch die belgische 7C Solarparken NV hervorgegangen. 2014 hatte 7C Solarparken Photovoltaik-Anlagen mit einer Kapazität von 71 Megawatt (MW), mittlerweile sind es 153 MW. Die Solaranlagen von 7C Solarparken befinden sich zum größten Teil in Deutschland (mehr als 95 Prozent) - vor allem in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die restlichen Anlagen sind in Belgien. Das in Bayreuth ansässige Unternehmen besitzt neben den Solaranlagen fast ein Drittel der Grundstücke, auf denen sich die Anlagen befinden. Die restlichen zwei Drittel sind gepachtet.

Bis 2020 soll das Kraftwerksportfolio um knapp 50 MW auf 200 MW wachsen. Der Erwerb von Wasser-, Wind- oder Biomassekraftwerken sei nicht vorgesehen, sagt Vorstandschef Steven de Proost.

"Geplant ist, unser Portfolio durch bereits am Netz befindliche Solaranlagen zu erweitern, die unterbewertet sind und die wir günstig einkaufen können. Auch Solarparks, die eine schwache Leistung erbringen oder deren Betreiber in finanziellen Schwierigkeiten sind, sind ideale Übernahmekandidaten für uns", erklärt de Proost. Er hält knapp 5 Prozent der Aktien der 7C Solarparken. Zu Beginn dieses Jahres hat die britische Zeitschrift European CEO Magazine ihn zum besten CEO der europäischen Solarindustrie 2017 gekürt.

Die neuen Solarparks sollen sich ausschließlich in Deutschland befinden. An Deutschland schätzt 7C Solarparken die "stabilen politischen Verhältnisse und die klaren Regulierungen", wie es in einer Investorenpräsentation des Unternehmens heißt. Aber auch die momentan niedrigen Zinsen für deutsche Staatsanleihen und die transparenten Energiemärkte würden Deutschland als Standort für das Unternehmen attraktiv machen.

Solarmodule machen beim Bau von Solarkraftwerken gut 50 Prozent der Kosten aus. Die Preise für Photovoltaik-Module sinken seit Jahren. Zuletzt sind aus China importierte Module nochmals günstiger geworden. Kann 7C Solarparken davon profitieren? De Proost stellt fest: "Leider sinken die Einspeisevergütungen in Deutschland für Strom aus neu ans Netz gehenden Solarkraftwerken ab 2019 um 20 Prozent. Die niedrigeren Erlöse aus dem Stromgeschäft heben die günstigeren Solarmodulpreise auf. Deshalb können wir daraus kein Kapital schlagen." (Anm. d. Red.: Die Bundesregierung hat die Förderkürzung für mittelgroße Solardachanlagen mittlerweile von 20 auf 11 Prozent abgemildert.)

Mehr Kraftwerke, höherer Aktienkurs

Stromproduzenten, die Kraftwerke mit insgesamt nur um 100 MW Nennleistung besitzen, haben in der Regel einen Börsenwert von unter 1 Million Euro pro  1 MW Leistung. Hat ein Kraftwerksbetreiber eine Gesamtnennleistung von mehr als 200 MW, steigt der Börsenwert für 1 MW Leistung auf 1,1 Millionen an. Bei über 500 MW Gesamtkapazität sind es pro MW 1,2 Millionen.

Je größer ein Kraftwerksbetreiber ist, desto attraktiver wird er auch für institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen oder Stiftungen. Sie investieren aufgrund ihres hohen Anlagekapitals meist nur in Unternehmen, deren Aktien liquide handelbar sind.

7C Solarparken mit 153 MW Leistung hat 136,15 Millionen Euro Marktkapitalisierung, das sind pro MW 0,87 Millionen Euro. Wenn das Unternehmen seine Pläne realisiert, erhöht sich einerseits die Kraftwerkskapazität um etwa ein Drittel. Andererseits könnte gemäß der oben genannten Regeln auch die Bewertung pro MW steigen. Das muss sich allerdings nicht direkt im Aktienkurs niederschlagen, denn Kredite und eventuelle Kapitalerhöhungen sind bei alldem noch nicht berücksichtigt.

Strompreise und Einspeisevergütungen

Die Preise, die 7C Solarparken für den Solarstrom erhält, sind unterschiedlich. Je früher die Anlagen in Betrieb gingen, desto höher sind die gesetzlichen Einspeisevergütungen. Im Schnitt erhält das Bayreuther Unternehmen eigenen Angaben zufolge derzeit 25,7 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) eingespeisten Strom.

Die Solarkraftwerke von 7C Solarparken gingen durchschnittlich 2011 ans Netz. Die Einspeisetarife sind für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert. Für manche gibt es eine Verlängerungsoption. Ein solides Geschäft: Solange das Wetter stimmt und 7C Solarparken die Anlagen gut pflegt, sind die Einnahmen gesetzlich garantiert. Es gibt für die Zeit bis zum Ablauf der Einspeisevergütungen kein Risiko, den Strom an einer Strombörse anbieten zu müssen, an der die Preise niedriger ausfallen.

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