Algonquin Power & Utilities erzeugt Energie aus Wind, Sonne und Wasser. / Bildmontage: ECOreporter

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Algonquin Power & Utilities: Krisenfester als Donald Trump?

Die kanadische Grünstromaktie Algonquin Power & Utilities Corp ist in den letzten Jahren stark im Kurs gestiegen. Lohnt sich der Einstieg noch? Und wie sehen die Zukunftspläne des nachhaltigen Unternehmens aus?

Algonquin Power & Utilities hat zwei Standbeine: Der 1988 gegründete Konzern aus Oakville in Ontario beliefert in zwölf US-Bundesstaaten knapp 770.000 Kunden mit Strom, Wärme und Wasser – ein klassischer Energieversorger also. Aber Algonquin produziert auch selbst Energie,  und zwar fast ausschließlich aus regenerativen Quellen. Stand Oktober 2019 betreibt das Unternehmen in Kanada und den USA 36 Kraftwerksparks. Die Windanlagen von Algonquin haben eine Stromerzeugungskapazität von 1.000 Megawatt (MW). Dazu kommen noch Solaranlagen (164 MW), Wasserkraftwerke (135 MW) und Erdgaskraftwerke (165 MW).

Für ungefähr 86 Prozent der erzeugten Energie hat Algonquin langfristige Abnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) mit Großkunden abgeschlossen. Die durchschnittliche Restlaufzeit dieser Verträge beträgt 14 Jahre. Der Konzern plant, seine Erzeugungskapazität bis 2024 zu verdoppeln – 1.500 MW sollen neu hinzukommen, vor allem Wind- und Solaranlagen.

Algonquin hat ein konzernweites Umweltmanagementsystem und bemüht sich, seinen Ressourcenverbrauch zu minimieren. Das Unternehmen führt regelmäßig Befragungen seiner 2.200 Mitarbeiter durch, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Eigenen Angaben zufolge hat es bei Algonquin im Geschäftsjahr 2018 weniger Arbeitsunfälle als bei vergleichbaren Industriebetrieben gegeben. Dies gehe aus Statistiken des US-Arbeitsministeriums hervor.

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Im ersten Halbjahr 2019 erwirtschaftete Algonquin einen Umsatz von umgerechnet 745 Millionen Euro – 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn verdreifachte sich fast von 75 auf 220 Millionen Euro. Etwa 40 Prozent des operativen Gewinns entfielen auf die Strom- und Wärmeerzeugung.

Ende Juni 2019 hatten die Kraftwerke und Versorgungsanlagen des Konzerns einen Buchwert von umgerechnet 9,1 Milliarden Euro. Dem standen 3,4 Milliarden Euro an langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber. Die Marktkapitalisierung von Algonquin beträgt (Stand 15.10.2019) knapp 6 Milliarden Euro.

Wie attraktiv ist die Aktie?

Algonquin Power & Utilities Corp ist seit 1997 an der Börse. Der Aktienkurs ist in den letzten zwölf Monaten um 43 Prozent gestiegen, in den letzten fünf Jahren um 104 Prozent. Aktuell notiert die Aktie an der Börse Frankfurt bei 12,20 Euro (15.10., 15:36 Uhr). Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2019 von 23 ist sie nicht zu hoch bewertet.

Die Algonquin-Aktien befinden sich zu fast 100 Prozent in Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist mit 7,5 Prozent der Vermögensverwalter BMO Asset Management.

Algonquin hat seine Dividende in den letzten zehn Jahren stetig erhöht. Aktuell liegt die Jahresdividende bei umgerechnet 0,51 Euro. Das entspricht einer Dividendenrendite von 4,1 Prozent.

Fazit

Das Kerngeschäft von Algonquin Power & Utilities ist nachhaltig, und die Geschäftszahlen stimmen. Die Chancen stehen gut, dass dies so bleibt – auch wenn der erklärte Windenergie-Hasser Donald Trump immer für eine böse Überraschung gut ist.

Nach dem starken Kursanstieg der letzten zwölf Monate sind Kurskorrekturen möglich. Langfristig orientierte Anleger können jedoch mit einer kleinen Position bei Algonquin einsteigen.

Lesen Sie auch die aktuellen ECOreporter-Analysen zu den Windaktien und Solaraktien.

Algonquin Power & Utilities Corp: ISIN CA0158571053  / WKN A0YDAV

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11.06.19
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