Die Allianz steigt aus der Versicherung von Kohlekraftwerken aus. / Foto: Pixabay

05.05.18 Meldungen

Allianz stoppt Versicherung von Kohlekraft

Für Europas größten Versicherer Allianz ist die Kohle nun fast komplett tabu. Der Dax-Konzern versichert keine Kohlekraftwerke und Kohleabbautätigkeiten mehr.

Auch wolle die Allianz ab sofort nicht mehr in Unternehmen investieren, die durch den Zubau von Kohlekraftwerken das Erreichen der Pariser Klimaziele gefährden. Das teilte Oliver Bäte, Vorstandschef des Versicherers, mit.

Nach dem Zürich-Konzern, der Axa und einigen weiteren ist das Münchener Versicherungsunternehmen der nächste große Konzern, der sich aus dem Geschäft mit der Versicherung von Kohlekraftwerken und -minen verabschiedet. Die Munich Re und Hannover Re sind nach Auskunft von Greenpeace immer noch im Versicherungsgeschäft mit der Kohlekraft tätig.

Allianz hat seit 2015 Kohleengagement zurückgefahren

Die Allianz hat bereits seit einigen Jahren ihr Kohleengagement zurückgefahren. Seit 2015 investiert der Versicherer nicht mehr in Unternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit dem Abbau von Kohle oder durch den Verkauf von Kohlestrom verdienen.

Laut Vorstandschef Bäte sei der Ausstieg aus der Versicherung von Kohlekraftwerken und dem Kohleabbau nun der nächste konsequente Schritt. Allerdings werde der Ausstieg aus dem Kohleversicherungsgeschäft der Allianz finanzielle Einbußen in zweistelliger Millionenhöhe bescheren.

2040 soll vollständiger Kohleausstieg erfolgen

Die Münchener Versicherungsgesellschaft will bis 2040 schrittweise ganz aus dem Kohlegeschäft aussteigen. Zwar sollen Energieversorger, die neben Kohle auch andere fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energieträger zur Stromproduktion verwenden, noch weiter versichert werden. Aber in den kommenden zwei Jahrzehnten wolle die Allianz die Versicherungsverträge vollständig auslaufen lassen. Vorstand Bäte: "Wir wollen verantwortungsvoller Partner sein, der die Neugestaltung der Wirtschaft unterstützt."

Umweltinitiativen üben seit längerem Druck auf Versicherungsgesellschaften wie die Allianz aus. Mit der Kampagne "Unfriend Coal" ("Freundschaft mit der Kohle beenden") kritisieren Greenpeace und andere Umweltorganisationen Versicherungskonzerne wegen ihrer Geschäfte mit der Kohlekraft. Der Beschluss der Allianz, aus der Kohleversicherung auszusteigen, wurde von zahlreichen Umweltorganisationen positiv aufgenommen.

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