Die aktuelle Solar-Ausschreibungsrunde war zweieinhalbfach überzeichnet. / Foto: Pixabay

19.02.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Ausschreibung Solarenergie: Ackerflächen in Bayern im Vorteil

Bei der Februar-Ausschreibung für Solaranlagen gingen rund 90 Prozent der Zuschläge an Solarprojekte auf Ackerflächen in Bayern. Offenbar sind andere Solarflächen im Vergleich nicht ausreichend wettbewerbsfähig. Es ist aber absehbar, dass die Dominanz der bayerischen Ackerflächen bei den nächsten Ausschreibungsrunden in diesem Jahr nicht anhalten wird.

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Bei der Februar-Ausschreibung wurden 80 Gebote mit einem Leistungsumfang von 465 Megawatt (MW) abgegeben. Damit war die ausgeschriebene Menge von 175 MW ca. zweieinhalbfach überzeichnet. Insgesamt erteilte die Bundesnetzagentur 24 Zuschläge für eine zu errichtende Solarleistung von 178 MW. Von den 24 Zuschlägen gingen 21 an Bieter mit Geboten für Solaranlagen auf Ackerflächen in Bayern.

Bayerisches Ackerflächenkontingent bald erschöpft

Mit der Zuschlagsmenge in der Februar-Ausschreibungsrunde ist aber das jährlich begrenzte bayerische Ackerflächenkontingent, das Bayern freigegeben hat,  bereits zu rund 70 Prozent aufgebraucht. Damit ist es absehbar, dass in späteren Ausschreibungsrunden des Jahres andere Solarflächen zum Zuge kommen werden. Der nächste Ausschreibungstermin für Solaranlagen ist der 1. März 2019.

Die Zuschlagswerte bei der Februar-Ausschreibung lag zwischen 4,11 ct/kWh und 5,18 ct/kWh (Vorrunde 3,86 bis 5,15 ct/kWh). Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,80 ct/kWh (Vorrunde 4,69 ct/kWh). Den Namen der Projektgesellschaften nach zu urteilen, haben bei der Februar-Ausschreibungsrunde unter anderem Enerparc, Energiekontor und E.ON Zuschläge erhalten.

Warum sind Solaranlagen auf Ackerflächen in Bayern im Vorteil?

"Die hohe Zuschlagsquote für Gebote auf Ackerflächen in Bayern verdeutlicht die ungleiche Wettbewerbsfähigkeit von Solarflächen", sagt auch Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Welche Gründe gibt es dafür? Hier ist zwischen den Wettbewerbsvorteilen "Ackerfläche“ und "Bayern“ zu unterscheiden. Für Bayern spricht die Sonneneinstrahlung, die in Süddeutschland höher ist als in anderen Regionen Deutschlands. Zudem ist Bayern flächenmäßig das mit Abstand größte Bundesland. Damit hat es wahrscheinlich auch die meisten Flächen, die für Solarparks geeignet sind. Ackerflächen haben zudem gegenüber anderen Flächen (Konversionsflächen, Randflächen an Autobahnen und Bahntrassen) in der Regel Vorteile. Dazu können abhängig vom Einzelfall zählen: Baugrund ist bei Ackerflächen unproblematischer als bei Rand- oder Konversionsflächen (Bodenversiegelung, Altlasten), Grundstückszuschnitte sind bei Randflächen ungünstiger. Dadurch ist es möglich, dass für Solarparks auf Ackerflächen niedrigere Zuschlagswerte wirtschaftlich auskömmlich sind.

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