Windpark von Energiekontor: Das Unternehmen war bei der aktuellen Wind-Ausschreibungsrunde erfolgreich. / Foto: Energiekontor

18.02.19 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Windpark-Ausschreibungen: Ziel komplett verfehlt

Die Februar-Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land war wie die vorherige Ausschreibungsrunde deutlich unterzeichnet. Die Bundesnetzagentur verfolgt die Entwicklung mit Sorge.

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Bei einer ausgeschriebenen Menge von 700 Megawatt (MW) wurden nur 72 Gebote mit einem Volumen von 499 MW eingereicht. 67 Gebote mit einem Volumen von 476 MW erhielten einen Zuschlag. Bei der Oktober-Ausschreibung 2018 hatte es nur Zuschläge für 363 MW bei einer Ausschreibungsmenge von 670 MW gegeben.

Damit setzt sich ein bereits über mehrere Runden beobachteter Trend fort. Dazu sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: "Die erneute deutliche Unterzeichnung von 30 Prozent verfolgen wir mit Sorge. Gemeinsam mit der Branche und den zuständigen Behörden muss an Lösungsansätzen hinsichtlich der Genehmigungssituation gearbeitet werden."

ECOreporter hatte schon im letzten Jahr (siehe Artikel) darauf hingewiesen, dass das wesentliche Problem für den Windkraftzubau in Deutschland der deutliche Rückgang bei den Neugenehmigungen seit 2017 ist. Dadurch sinkt die Zahl der Windparkprojekte, die an den Ausschreibungen teilnehmen können, derzeit immer weiter ab, sodass ein starker Rückgang beim Windkraftzubau absehbar ist. Probleme bei der Genehmigung bereiten unter anderem erhöhte Naturschutz-Anforderungen und erhöhte Mindestabstände zur Wohnbebauung.

Niedersachen und Brandenburg vorne

Die 67 Zuschläge verteilen sich mehrheitlich auf Gebote in Niedersachsen und in Brandenburg (jeweils 18) sowie in Nordrhein-Westfalen (12). In dieser Runde konnten jeweils zwei Gebote für Windstandorte in Bayern und in Baden-Württemberg bezuschlagt werden. Elf Zuschläge gingen an Bürgerenergiegesellschaften. Die bezuschlagten Gebote reichten von 5,24 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) bis 6,20 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,11 ct/kWh. Bei der vorherigen Ausschreibung betrug er 6,26 ct/kWh.

Zuschläge für ABO Wind, Energiekontor und Enertrag

Den Namen der Projektgesellschaften nach zu urteilen, haben unter anderem auch ABO Wind, Energiekontor und Enertrag für jeweils zumindest ein Windparkprojekt bei der Februar-Ausschreibung einen Zuschlag erhalten. Die beiden Windparkprojekte von Energiekontor und Enertrag befinden sich in Nordrhein-Westfalen. Der geplante Windpark von ABO Wind ist in Bayern beheimatet.

Der nächste Ausschreibungstermin für Windenergieanlagen an Land ist der 1. Mai 2019.

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