BaFin-Gebäude in Frankfurt. / Foto: Unternehmen

20.11.19 Meldungen , Institutionelle / Anlageprofis , Finanzdienstleister

BaFin-Nachhaltigkeitsexperte kommentiert Stellungnahmen zum Merkblatt "Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken"

Mehr als 30 Banken, Organisationen und Privatleute haben sich zu dem von der BaFin veröffentlichten Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken geäußert. Nun hat die BaFin die Stellungnahmen gesammelt und will das Merkblatt überarbeiten.

Insgesamt 37 Banken, Organisationen und Privatpersonen haben den Entwurf des BaFin-Merkblatts "Zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken" kommentiert. Wie ECOreporter berichtete, waren unter den Kommentatoren die Bank für Kirche und Caritas (BKC), die GLS Bank und die Hannoverschen Kassen, die eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht haben (lesen Sie hier mehr). Die Evangelische Bank hat den Entwurf des BaFin-Merkblatts ebenfalls kommentiert (mehr erfahren Sie hier).

Frank Pierschel, Leiter der BaFin-Abteilung für nachhaltige Finanzen, äußert sich positiv zu den Stellungnahmen. In einem Interview in dem monatlich erscheinenden BaFin-Journal erklärt er: "Alle begrüßen das Merkblatt, viele jedoch mit einem "Aber". Das "Aber" fällt je nach Interessenlage sehr unterschiedlich aus. Das kommt natürlich nicht unerwartet. Wir werten jetzt alles sorgsam aus und erstellen dann eine finale Fassung, die den Entwurf in einigen Punkten verändern wird."

Die Einleitung soll etwas kompakter ausfallen und etwas stärker auf den Charakter des Merkblatts eingehen. "Dort, wo uns die Argumente überzeugen, werden wir auch einzelne Empfehlungen anpassen", so Pierschel. Die Aufsichtsbehörde wolle den Unternehmen mit ihrem Merkblatt zunächst einmal eine Orientierung an die Hand geben. Auch die europäischen Finanzaufsichtsbehörden und die Europäische Zentralbank würden sich mit dem Thema beschäftigen. Die Resonanz auf die englische Fassung des Merkblatts sei groß gewesen, sagt Pierschel.

Die Experten der BaFin gehen davon aus, dass sie mit dem Merkblatt eine gute Basis für Empfehlungen in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken für den gesamteuropäischen Raum geschaffen haben. BaFin-Nachhaltigkeitsexperte Pierschel erklärt: "Uns geht es im Moment vor allem darum, die Unterneh­men, die wir beaufsichtigen, rechtzeitig an das Nachhaltig­keitsrisiko heranzuführen. Je eher die Institute wissen, was auf sie zukommt, desto einfacher ist es für sie, rechtzeitig die für sie richtigen Schritte einzuleiten." 

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