Kreiselpumpen von Gelsenwasser. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Bis zu 300 % Rendite: Das sind die besten Wasseraktien

Wasserversorger reinigen Abwasser und stellen Trinkwasser für die Endverbraucher bereit. Technologiefirmen liefern Pumpen, Rohre und Dienstleistungen. Und manche Firmen füllen Wasser in Flaschen und verkaufen diese. Wasseraktien sind vielfältig – welche gibt es, und welche sind besonders erfolgversprechend?

Wasserversorger wachsen eher langsam, bieten aber oft hohe Dividenden. Dank langfristiger Verträge mit ihren Kunden sind die Risiken gering. Weltweit steigt der Wasserverbrauch an, Wasserspartentechnik ist stark nachgefragt. Hier gilt es jedoch die Nachhaltigkeit im Blick zu behalten. Und abgefülltes Wasser ist zwar ein Milliardenmarkt – nachhaltige Anlegerinnen und Anleger sollten aber einen Bogen um Coca-Cola, Nestlé oder Danone machen. ECOreporter kennt hier Alternativen.

Wasserversorger: Alles im Fluss

Der größte Wasserversorger der USA ist American Water Works. 2019 erzielte das Unternehmen umgerechnet rund 3 Milliarden Euro Umsatz. Es setzt ausschließlich auf das Wassergeschäft und ist von der Corona-Krise weitgehend unberührt geblieben.


Zentrale von American Water Works. / Foto: Unternehmen

American Water Works wird seinen Aktionären für das Gesamtjahr 2020 eine Dividende von umgerechnet 1,88 Euro je Aktie zahlen. Bei einem Kurs von 132,70 Euro am Freitag (Kurs/Datum s. Tabelle im Premium-Bereich) entspräche das einer Dividendenrendite von 1,4 Prozent. Seit seinem Börsengang 2008 hat der Versorger jedes Jahr die Dividende erhöht. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2020 von 41 (Kurs/Datum s. Tabelle) ist die Aktie hoch bewertet, die langfristigen Aussichten überzeugen aber.

Wasserversorger sind auch die französischen Unternehmen Suez und Veolia. Neben Europa und Nordamerika sind sie in Schwellen- und Entwicklungsländern aktiv.

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Veolia würde Suez gerne übernehmen und lässt trotz der Ablehnung durch den Konkurrenten nicht locker, auch die französische Politik mischt in dem Streit mit. Details lesen Sie hier. Zwar erzielte Veolia zuletzt einen Etappensieg und konnte einen knapp 30-prozentigen Anteil am Konkurrenten übernehmen. Wie das Tauziehen um die Mehrheit an Suez letztlich endet, ist aber weiter nicht abzusehen. Wegen der unklaren Aussichten der Unternehmen sollten Anleger derzeit die Finger von Veolia- und Suez-Aktien lassen.

Einer der größten deutschen Wasserversorger ist Gelsenwasser mit Sitz in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet. Das Problem: Nur 7 Prozent der Gelsenwasser-Aktien sind frei handelbar, über 90 Prozent gehören den Dortmunder und den Bochumer Stadtwerken. Anlegerinnen und Anleger machen daher besser einen Bogen um die Papiere.


Wassertechnologie: Pumpen und Probleme

Das irische Unternehmen Pentair entwickelt Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft und Lösungen zum Brandschutz und zum Filtern, Transportieren und Entsalzen von Wasser. Kunden sind private Haushalte, Kommunen, Industrieunternehmen und die Landwirtschaft. Die Aktie ist schwankungsanfällig und daher nur für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger geeignet.

Das US-Unternehmen Xylem ist einer der weltweit führenden Wassertechnologiespezialisten und ausschließlich im Wassergeschäft aktiv. Xylem hält über 2.000 Patente und profitiert von einem starken Service-Geschäft. Das Unternehmen hat sich mit strategischen Zukäufen und Investitionen gut für die Zukunft aufgestellt.


Anlagen von Veolia. / Foto: Unternehmen

Umsätze und Gewinne konnte Xylem über die vergangenen Jahre kontinuierlich steigern, der Nettogewinn legte in den letzten drei Geschäftsjahren um fast 20 Prozent pro Jahr zu. Zudem kommt Xylem bislang gut durch die Corona-Krise, im zweiten Quartal fiel das Ergebnis besser aus als zunächst erwartet.

Auf drei Monate gesehen liegt die Xylem-Aktie 18,3 Prozent im Plus (Kurs/Datum s. Tabelle). Auch langfristig ist die Perspektive gut, in 5 Jahren hat die Aktie 144 Prozent an Wert gewonnen. Mit einem erwarteten KGV für 2020 von 48 ist die Aktie aber für einen Einstieg teuer.

Das US-Unternehmen Ecolab stellt unter anderem umweltfreundliche und wassersparende Reinigungsmittel und -verfahren für Großküchen, Wäschereien und Lebensmittelunternehmen her. Allerdings beliefert Ecolab auch die umweltschädliche Fracking-Industrie mit entsprechenden Chemikalien und ist damit aus Nachhaltigkeitssicht daher ein Problemfall.

Auf Planungs-, Analyse- und Ingenieursdienstleistungen rund um das Thema Wasserinfrastruktur ist der US-Konzern Tetra Tech spezialisiert: Kanäle, Abwassersysteme, Pumpanlagen und Dämme – nicht nur in den USA, sondern auch in Entwicklungsländern. Zudem betreibt das Unternehmen eigene Labore, in denen Wasser- oder Bodenproben auf Verunreinigungen hin untersucht werden. Die Aktie hat sich kurz- wie langfristig gut entwickelt, auf fünf Jahre weist mit einem Plus von fast 305 Prozent (Kurs/Datum s. Tabelle) die deutlichste Wertentwicklung unter den betrachteten Unternehmen aus.

Allerdings bietet Tetra Tech auch Dienstleistungen für Bergbaukonzerne und die Ölindustrie an. Wie bei Ecolab gilt hier die alte Gewissensfrage: Ist es korrekt, in Unternehmen zu investieren, die dreckige Branchen sauberer machen? Das muss letztlich jede Anlegerin und jeder Anleger selbst entscheiden. ECOreporter-Sichtweise: Eher Tetra Tech als Ecolab.


Firmensitz von Gelsenwasser in Gelsenkirchen. / Foto: Unternehmen

Der Schweizer Sanitärtechnikspezialist Geberit ist auch eine Wassertechnik-Aktie: Wahrscheinlich jeder Europäer hat zumindest schon mit einem Geberit-Drücker Toilettenwasser abgezogen. Geberit ist zudem eine ECOreporter-Favoritenaktie in der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Neben Rohrleitungssysteme und hochwertigen Armaturen liefert das Unternehmen auch Technologie, um den Wasserverbrauch zu senken. Geberit wird 2020 voraussichtlich fast so viel Gewinn wie 2019 erreichen. Das erwartete KGV für 2020 ist mit 34 schon hoch. In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Rücksetzer – Anlegerinnen und Anleger sollten den nächsten zum Einstieg abwarten.

Mineralwasser: Zwei deutsche Geheimtipps

Wer Geld ohne schlechtes Gewissen in Mineralwasser anlegen will, kann zur Aktie der Staatlichen Mineralbrunnen AG Bad Brückenau greifen. Das fränkische Unternehmen verkauft sein Mineralwasser nur in Bayern und daran angrenzenden Bundesländern. Das Unternehmen kämpft mit schwächeren Absätzen aufgrund der Corona-Krise und strich für das Geschäftsjahr 2019 die Dividende.

Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA aus Bad Teinach-Zavelstein in Baden-Württemberg bietet neben Mineralwasser auch andere alkoholfreie Getränke an. Bundesweit bekannt sind etwa die Marken afri und Bluna. Trotz der Corona-Krise hob das Unternehmen die Dividende für 2019 an, sie betrug je Stammaktie 0,45 Euro (Vorjahr: 0,40 Euro) und pro Vorzugsaktie 0,53 Euro (Vorjahr: 0,48 Euro). Bei einem Kurs von 15 Euro am Freitag ergibt sich damit für die Vorzugsaktie eine erwartete Dividendenrendite von 3,5 Prozent. Das Unternehmen ist langfristig ein solides Investment, auf fünf Jahre liegt die Aktie 108 Prozent im Plus (Kurs/Datum s. Tabelle).

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