Kohlekraftwerk: BlackRock-Chef Fink warnt vor den Folgen des Klimawandels. / Foto: Fotolia, Chris74

15.01.20 Meldungen , Fonds / ETF

BlackRock-Chef Larry Fink kündigt Initiativen für mehr Klimaschutz an

Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters und ETF-Anbieters BlackRock, fordert von Unternehmen mehr Einsatz gegen den Klimawandel. "Der Klimawandel ist für die langfristigen Aussichten von Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden. Jede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen", schreibt Fink in seinem jährlichen Brief an die Chefs der Konzerne, deren Aktien BlackRock hält. Er rechnet in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben mit einer grundlegenden Veränderung der Finanzwelt.

Fink droht Aufsichtsräten und Vorständen in dem Brief mit Folgen, sollten sie das Thema nicht ernst nehmen: "Wenn wir der Meinung sind, dass Unternehmen und ihre Führungsgremien keine aussagekräftigen Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen oder kein Regelwerk für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken implementieren, werden wir die Unternehmensführung dafür zur Rechenschaft ziehen."

Fink kündigte an, Vorständen und Aufsichtsräten die Entlastung verweigern zu wollen, wenn die jeweiligen Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit keine ausreichenden Fortschritte machen.

Gleichzeitig möchte der BlackRock-Chef die eigenen Fonds und ETFs stärker auf Nachhaltigkeit trimmen. "Künftig werden wir Nachhaltigkeit zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Portfoliokonstruktion und unseres Risikomanagements machen“, schreibt Fink. Von Anlagen, die ein Nachhaltigkeitsrisiko darstellen, wie zum Beispiel in Kohleförderer, werde sich BlackRock trennen.

In diesem Punkt wird sich zeigen, wie ernst es BlackRock mit dem Thema Nachhaltigkeit wirklich ist. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation urgewald ist BlackRock (Stand Oktober 2019) mit 17,5 Milliarden US-Dollar - mehr als jeder andere Vermögensverwalter - in Kohleunternehmen investiert. Wenn BlackRock wirklich nachhaltiger werden will, sollten diese Investments sehr schnell aufgelöst werden.

Wie ECOreporter berichtete, hatte sich BlackRock letzte Woche dem Investoren-Netzwerk Climate Action 100+ angeschlossen. Das Bündnis internationaler Investoren fordert Unternehmen zu mehr Transparenz bei ihren Klimastrategien auf.

BlackRock verwaltet nach jüngsten Zahlen Kundengelder in Höhe von fast 7 Billionen US-Dollar (rund 6,3 Billionen Euro). Das US-Unternehmen ist weltweit an mehr als 15.000 Unternehmen beteiligt. Bei vielen Firmen, unter anderem einigen Dax-Konzernen, ist BlackRock der größte Einzelaktionär.

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