Windpark von Energiekontor: Das Unternehmen hat bei der neuen Windausschreibung den Zuschlag für ein Projekt erhalten. / Foto: Energiekontor

14.05.19 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Anleihen / AIF

Bundesnetzagentur sieht "besorgniserregende Dimension" bei Windenergie-Ausschreibung

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land zum Gebotstermin 1. Mai 2019 veröffentlicht. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 650 Megawatt (MW) wurden Gebote mit einem Volumen von zusammen nur 295 MW eingereicht.

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Alle 35 zugelassenen Gebote mit einem Volumen von 270 MW erhielten einen Zuschlag. Damit wurde nicht einmal die Hälfte des Ausschreibungsvolumens vergeben. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur hat das Wettbewerbsniveau somit mit einer Unterzeichnung von 55 Prozent eine neue besorgniserregende Dimension erreicht. Ursache: Die zuständigen Landesbehörden erteilen zu wenige Genehmigungen zur Errichtung von Windenergieanlagen.  

Zuschlagswert erreicht fast Obergrenze

Dem praktisch fehlenden Wettbewerb entsprechend liegt der Zuschlagswert wieder nur knapp unter dem zulässigen Höchstwert für Gebote von 6,2 Cent/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert der Mai-Ausschreibung liegt mit 6,13 Cent/kWh leicht über dem Ergebnis der Vorrunde (6,11 Cent/kWh).

Von 35 Zuschlägen gingen zwei Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften. Regional betrachtet, verteilten sich die Zuschläge mehrheitlich auf Gebote in Nordrhein-Westfalen (10), Niedersachsen (7) sowie Brandenburg und Thüringen (jeweils 5). Süddeutschland war lediglich mit einem erfolgreichen Gebot in Bayern vertreten.

Unter den bezuschlagten Geboten befindet sich ein Windkraft-Projekt der Energiekontor AG in Nordrhein-Westfalen. Den Namen der Bieter (teilweise Projektgesellschaften) nach zu urteilen, haben unter anderem auch Boreas Energie, Enercon, Energiequelle, PNE, WKN, SL Windenergie und wpd Zuschläge erhalten.

Nächste Ausschreibung im August

Das Ergebnis der Mai-Ausschreibung verstärkt noch mal den Abwärtstrend, der bei der Februar-Ausschreibung schon deutlich erkennbar war. ECOreporter hatte hier die Ergebnisse der Februar-Ausschreibung und die Probleme bei den Genehmigungen erläutert. Der nächste Ausschreibungstermin für Windenergie an Land ist der 1. August 2019.

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