Die Bundesnetzagentur erteilte im April nur Zuschläge für Solarprojekte. / Foto: Pixabay

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Projektierer von Windparks boykottieren Ausschreibung – Solarseriensieger Bayern geht leer aus

Die Bundesnetzagentur hat die erfolgreichen Gebote aus der gemeinsamen Ausschreibung für Solaranlagen und Windenergieanlagen an Land veröffentlicht. Für die gemeinsame Ausschreibung zum Gebotstermin 1. April wurden 109 Gebote eingereicht – ausschließlich für Solaranlagen. Kein einziges Gebot gab es für Windenergieprojekte.

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Insgesamt gab es Gebote für Solarprojekte von rund 720 Megawatt (MW). Die ausgeschriebene Menge von 200 MW war damit deutlich überzeichnet. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert betrug 5,66 Cent/kWh und ist gegenüber der Vorrunde im November 2018 (5,27 Cent/kWh) angestiegen.

Im Vergleich zum durchschnittlichen Zuschlagswert bei der Ausschreibung von Solaranlagen im März 2019 (6,59 Cent/kWh) ist er geringer. Allerdings war das Ausschreibungsvolumen im Vormonat mit 500 MW auch höher. Grundsätzlich zeigen die trotz Überzeichnung im Vergleich zu 2018 höheren Zuschlagswerte, dass sich die Projektierer 2019 bisher bei den Gebotswerten taktisch offenbar auf ein höheres Niveau eingestellt haben.

Solarprojekte in Bayern ohne Zuschlag

Projekte in Bayern gingen bei der Ausschreibung im April leer aus. Bei den Ausschreibungen im Februar und März hatten Solarprojekte in Bayern noch dominiert und die meisten Zuschläge erhalten. ECOreporter hatte hier aber bereits darauf hingewiesen, dass sich die Situation mit dem bereits im März aufgebrauchten bayerischen Ackerflächenkontingent ändern kann.

Insgesamt erteilte die Bundesnetzagentur bei der April-Ausschreibung 18 Geboten den Zuschlag. Regional betrachtet verteilten sich die Zuschläge auf fünf Bundesländer: Sachsen-Anhalt (59 MW) und Brandenburg (59 MW) mit jeweils fünf erfolgreichen Geboten sowie Schleswig-Holstein (48 MW) und Hessen (10 MW) mit je drei Geboten. Die verbleibenden zwei Zuschläge (33 MW) gingen nach Mecklenburg-Vorpommern.

Den Namen der Bieter (meist Projektgesellschaften) nach zu urteilen, hat dabei die Enerparc AG abgeräumt: 7 der 18 Zuschläge gingen an das nicht börsennotierte Solarunternehmen. Auch bei vorherigen Solar-Ausschreibungen (mit Ausnahme der März-Ausschreibung) hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg oftmals mehrere Zuschläge erhalten.

Wie bei der Ausschreibung im Vormonat war auch bei der April-Ausschreibung die Ausschlussmenge hoch: 18 Gebote mit 58 MW Gebotsmenge mussten aufgrund von Formfehlern ausgeschlossen werden. Die Bundesnetzagentur sieht die hohe Anzahl an Ausschlüssen als vermeidbar an und mahnt Sorgfalt bei der Einhaltung der Formvorgaben an.

Konzentrieren sich Windpark-Projektierer auf andere Ausschreibungen?

Bei den beiden gemeinsamen Ausschreibungen für Solar- und Windenergieanlagen in 2018 hatten Windenergieprojekte gegen Solarprojekte den Kürzeren gezogen und keinen einzigen Zuschlag erhalten. Offenbar haben die Windpark-Projektierer daraus Konsequenzen gezogen und konzentrieren sich auf die reinen Windenergie-Ausschreibungen. Dort waren die Zuschlagswerte für Windenergieanlagen zuletzt gestiegen. Der nächste technologiespezifische Ausschreibungstermin für Windenergieanlagen ist auch bereits der 1. Mai 2019.

Die nächste technologiespezifische Ausschreibung für Solarenergie findet am 1. Juni 2019 statt. Das Ausschreibungsvolumen dieses Gebotstermins beträgt aber nur 150 MW. Daher ist es offen, ob die Zuschlagswerte bei der kommenden Ausschreibungsrunde auf dem hohen Niveau der März-Ausschreibung (500 MW Ausschreibungsvolumen)  liegen werden.

Das Ergebnis der März-Ausschreibung waren Solarprojekte mit guten Renditeaussichten. ECOreporter hat recherchiert: Unter den 121 erfolgreichen Geboten sind einige Unternehmen, mit denen Privatanleger profitieren können. Mehr erfahren Sie hier. 

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