Solarkraftwerk von Wattner in Burgstädt: Das Unternehmen hat bei der letzten Solarausschreibung mehrere Zuschläge erhalten. / Foto: Wattner

10.04.19 Aktien-Favoriten , Anleihen / AIF

Mehr Geld für Solarstrom in Deutschland: Wie profitieren Anleger?

Unternehmen, die eine neue große Solaranlage in Deutschland planen, haben bessere Aussichten: Die letzte Ausschreibung im März hat den Preis für den Solarstrom deutlich ansteigen lassen. Das Ergebnis sind Solarprojekte mit guten Renditeaussichten. Wie können Anleger davon profitieren? ECOreporter hat recherchiert: Unter den 121 erfolgreichen Geboten sind einige Unternehmen, mit denen Privatanleger profitieren können.

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In der Regel haben bei der Solar-Ausschreibung Projektentwickler mit ihren Gesellschaften den Zuschlag erhalten. Die Markteintrittsbarrieren sind im Solarbereich niedriger als im Windenergiebereich.

Wattner mit sechs Zuschlägen

Die Wattner AG aus Köln gehört zu den erfahrenen Marktteilnehmern im Solarbereich. Sie ist ein auf Projektierung, Errichtung und Betrieb von Solaranlagen spezialisierter ingenieurgeführter Anbieter von öffentlichen Vermögensanlagen. Die Unternehmensgruppe hat nach eigenen Angaben in den vergangenen elf Jahren mit Hilfe ihrer Anleger 78 Solarkraftwerke mit 312 Megawatt (MW) Leistung errichtet oder erworben.

Bei der März-Ausschreibung Solarenergie hat Wattner für sechs Solar-Projektgesellschaften Zuschläge erhalten. Diese Solarprojekte verteilen sich auf Sachsen-Anhalt (2), Sachsen, Niedersachsen (2) und Thüringen. Stellen diese Projekte mögliche Investitionen für das Nachrangdarlehensangebot Wattner SunAsset 8 dar, das aktuell in der Platzierung ist? Nach Angaben von Wattner werden diese Projekte auf keinen Fall in den Wattner SunAsset 8 aufgenommen, weil die Solaranlagen erst noch errichtet werden müssen. Der Wattner SunAsset 8, den ECOreporter in einem ECOanlagecheck analysiert hat, investiert ausschließlich in bereits in Betrieb befindliche Solaranlagen. Die neuen Solarprojekte sind nach Angaben von Wattner eher Investitionsmöglichkeiten für den (platzierten) Wattner SunAsset 4, der Solaranlagen baut, und langfristig für spätere Vermögensanlagen.

Energiekontor: Pionier bei Solarprojekten mit Stromabnahmeverträgen

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Solarpark von Energiekontor in Garzau-Garzin. / Foto: Unternehmen

Die Energiekontor AG hat bei der März-Ausschreibung den Zuschlag (3 MW) für eine Projektgesellschaft erhalten, die einen Solarpark in Brandenburg errichten will. Energiekontor nimmt regelmäßig erfolgreich an den Solar-Ausschreibungen teil, positioniert sich aber inzwischen als Pionier insbesondere im Markt für Solarprojekte in Deutschland, die ohne staatliche Förderung auskommen und für die stattdessen privatrechtliche langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) abgeschlossen werden. Einen solchen PPA hat Energiekontor in diesem Jahr für das Solarprojekt Marlow/Dettmannsdorf in Mecklenburg-Vorpommern mit einer geplanten Leistung von 85 MW abgeschlossen. Die Inbetriebnahme des von Energiekontor entwickelten Solarparks ist für Ende 2020 vorgesehen.

Das Kerngeschäft der 1990 gegründeten Energiekontor-Gruppe erstreckt sich von der Planung über den Bau bis hin zur Betriebsführung von Windparks im In- und Ausland und wurde 2010 um den Bereich Solarenergie erweitert. Darüber hinaus betreibt Energiekontor Wind- und Solarparks mit einer Nennleistung von knapp 280 MW im eigenen Bestand. Ziel von Energiekontor ist es, ungefähr 50 Prozent der entwickelten Projekte in den Eigenbestand zu übernehmen. Die Energiekontor AG ist an der Börse notiert. Zudem besteht für Anleger die Möglichkeit, in die Energiekontor-Gruppe zu investieren, indem sie von Energiekontor begebene Stufenzinsanleihen zeichnen. Die Stufenzinsanleihe XII ist derzeit in Planung. Die im letzten Jahr platzierte Stufenzinsanleihe XI hat ECOreporter in einem ECOanlagecheck analysiert.

Green City mit möglichem Projekt für Solarimpuls-Anleihe

Die Green City AG aus München hat bei der März-Ausschreibung für Solarenergie den Zuschlag für ein Solarprojekt in Vilseck in Bayern erhalten. Der Baubeginn der Solaranlage mit einer geplanten Leistung von 950 Kilowattpeak (kWp) ist für den Sommer geplant. Es handelt sich bei der Solaranlage um ein mögliches Projekt für die Solarimpuls-Anleihe – eine finale Investitionsentscheidung ist nach Angaben von Green City bislang noch nicht gefallen.

Die Solarimpuls-Anleihe (noch im Angebot) soll die Entwicklung, den Bau und den Erwerb von Solarprojekten finanzieren. Geplant sind Projekte verschiedener Kategorien, von kleinen Dachanlagen mit Einspeisevergütung in Deutschland bis hin zu großen Solarparks in Südeuropa, die den Strom direkt verkaufen. Anbieterin und Emittentin der Anleihe ist die Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG aus München, eine Tochter der Green City AG. Bislang hat die Emittentin investiert in über 50 kleine Solaranlagen in Südfrankreich mit einer Nennleistung von zusammen rund 9 MWp, in einen Solarpark in Mecklenburg-Vorpommern mit 10 MWp und in die 30 kWp-Solaranlage auf dem Dach der Green City-Büroräume in München. ECOreporter hatte die Solarimpuls-Anleihe vor rund einem Jahr in einem ECOanlagecheck untersucht.

Wattner, Energiekontor und Green City gehören zu den bekanntesten Anbietern von nachhaltigen (Sachwert-)Investments. Es gibt aber auch Unternehmen, die weniger bekannt sind, unter anderem weil sie sich bei der Projektentwicklung auf bestimmte Regionen begrenzen und sich nicht deutschlandweit offensiv vermarkten, aber auch Investitionsmöglichkeiten für Privatanleger bieten. Zudem haben nicht nur Unternehmen, deren Hauptgeschäft die Projektentwicklung ist, erfolgreich an der Solar-Ausschreibung im März teilgenommen, sondern auch einige Energieversorger. Für deren Anleger und Kunden sind die höheren Zuschlagswerte ebenfalls positiv.

Lesen Sie im zweiten Teil des Artikels, welche Ausschreibungserfolge und Investitionsmöglichkeiten einige weniger bekannte Unternehmen und einige Energieversorger Anlegern zu bieten haben.

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