2021 könnten die CO2-Emissionen wieder sprunghaft ansteigen. / Foto: Pixabay

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Corona drückt globalen CO2-Ausstoß massiv – kein Grund zur Entwarnung

Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundene Reduktion wirtschaftlicher Aktivitäten sind die CO2-Emissionen 2020 im globalen Schnitt deutlich zurückgegangen. Das zeigt die jährliche Bilanz des "Global Carbon Projects" (GCP), eines weltweiten Zusammenschlusses von 86 Klimaforscherinnen und Klimaforschern unter Beteiligung der Universität München (LMU). Doch das ist nur eine Momentaufnahme.

Besonders deutlich fällt der Rückgang der Emissionen in den USA (minus 12 Prozent) und in den EU-Mitgliedsstaaten (minus 11 Prozent, ohne Großbritannien) aus. "Hier trafen verringerte Emissionen aus der Kohlenutzung und die Auswirkungen der pandemiebedingten Beschränkungen zusammen. Schon 2019 stiegen die CO2-Emissionen langsamer als in den Vorjahren. Mit der Corona-Pandemie sanken die Emissionen nun deutlich, deshalb ist 2020 ein zentrales Jahr", so LMU-Geografin Julia Pongratz.

Die Lage bleibt ernst

Laut dem Bericht lagen die Emissionen aus dem Straßen- und Luftverkehr auch im Dezember 2020 aufgrund der anhaltenden Beschränkungen immer noch um etwa 10 beziehungsweise 40 Prozent unter den Werten von 2019. Ob der im wesentlichen Corona-bedingte Rückgang der Emissionen sich in der Zukunft fortsetzen wird, bleibt aber offen, warnen die Forscherinnen und Forscher.

Nach dem Rückgang der Emissionen aufgrund der globalen Finanzkrise 2008 stiegen die Emissionen im Jahr 2010 sprungartig um 5 Prozent an, als sich die Wirtschaft erholte. Es besteht somit die Befürchtung, dass ein sprunghafter Anstieg der CO2-Emissionen auch 2021 passiert.

Die CO2-Emissionen insgesamt – aus fossilem CO2 und aus Landnutzung – liegen 2020 bei etwa 39 Milliarden Tonnen CO2, trotz des Rückgangs also immer noch auf einem Niveau wie etwa 2012. Dies ließ den CO2-Gehalt in der Atmosphäre weiter ansteigen.

Im Jahresmittel wird dieser voraussichtlich einen neuen Rekordwert von 412 parts per million erreichen, heißt es in dem Bericht. Das entspricht einer Zunahme von 48 Prozent gegenüber dem vorindustriellen Wert. Stabilisieren wird sich der atmosphärische CO2-Gehalt und damit das Weltklima erst, wenn die globalen CO2-Emissionen sehr nahe bei null liegen, erklärten die Wissenschaftler.

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