Der Fonds hatte geplant, zu 30 Prozent in Erneuerbare Energien zu investieren. / Foto: Aream GmbH

  Anleihen / AIF

Corona stoppt Fonds für Immobilien, Erneuerbare Energien und andere Sachwerte

Ein neuer geschlossener Publikums-AIF sollte in die Bereiche Immobilien, Erneuerbare Energien, Transport (u.a. Flugzeuge) und Private Equity investieren. Anleger konnten sich ab 5.000 Euro an dem Fonds beteiligen. Nun wurde er vom Markt genommen. Was sind die Hintergründe? Haben Anleger mit dem Fonds Geld verloren? Ist ein neues Produkt für Privatanleger für die Zeit nach Corona geplant? ECOreporter hat das Fondsmanagement befragt.

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Mit Gerhard Krall und Hermann Klughardt gab es zwei Manager des Fonds V&C Sachwert-Auslese I. Krall war langjährig Geschäftsführer bei GSI Fonds, die insbesondere auf Flugzeug-Triebwerk-Fonds und Solarfonds spezialisiert waren. Klughardt war mehr als zehn Jahre geschäftsführender Gesellschafter des Düsseldorfer Emissionshauses Voigt & Collegen (V&C), das mehrere Solarfonds auf den Markt brachte.

Warum wurde das Angebot V&C Sachwert-Auslese I vom Markt zurückgezogen?

Hermann Klughardt erläutert: "Wir waren im März in aussichtsreichen Gesprächen mit Vertriebspools, als unsere vorgesehenen Vertriebspartner infolge der aufkommende Corona-Krise absagten. Im Gegensatz beispielsweise zu Crowdinvesting-Angeboten läuft bei Publikums-AIF der Vertrieb hauptsächlich über den persönlichen Kontakt. Insbesondere der Vertrieb von Angesicht zu Angesicht fällt in Corona-Zeiten aus.“

Haben Anleger, die bereits in das Angebot investiert hatten, ihr Kapital vollständig zurückerhalten?

Klughardt erklärt: "Kein Anleger hat mit dem Fonds Geld verloren. Das ist uns wichtig. Zeichnungsscheine, die wir schon im ersten Quartal erhalten hatten, hatten wir vorsichtshalber noch nicht angenommen. Wir hätten natürlich auch versuchen können, den Vertrieb weiter laufen zu lassen, in der Hoffnung, dass die Corona-Krise nicht zu lange anhält. Das Ergebnis wäre gewesen, dass wir bei einer langanhaltenden Corona-Krise den Fonds voraussichtlich rückabwickeln hätten müssen. Aufgrund der Fonds-Fixkosten hätte das wahrscheinlich zu einem Verlust für den Anleger geführt. Das wollten wir vermeiden. Nun tragen wir als Initiator selbst die Fondskosten.“

Die geplanten Investitionsbereiche des Fonds, insbesondere Immobilien, Transport/Flugzeuge und Private Equity, sind derzeit auch mit erheblichen Risiken verbunden. Einen marktgerechten Preis für solche Investitionsobjekte zu ermitteln, der mehr als eine Momentaufnahme ist, ist momentan kaum möglich. War auch das ein Grund für den Rückzug des Fondsangebotes?

Klughardt: "Nein. Im Gegenteil, aufgrund der Blindpool-Struktur unseres Fonds wären wir in der Lage, bei jeder Investition die aktuellen Marktentwicklungen zu berücksichtigen. Damit könnten wir auch die Auswirkungen von Corona auf die verschiedenen Marktsegmente mit in unsere Investitionsentscheidungen einbeziehen. Hier zeigt sich einmal ein deutlicher Vorteil eines Blindpools gegenüber einem von vornherein feststehenden Investitionsobjekt.“

Planen Sie, künftig neue Produkte auf den Markt zu bringen? Auch mit Investitionen im Bereich Erneuerbare Energien?

Klughardt: "Ja, wir planen für die Zeit nach der Corona-Krise ein neues Produkt für Privatanleger. Dabei soll es sich wieder um einen Portfoliofonds handeln, diesmal aber mit einem vorab feststehenden Ankerinvestor, der dann kurzfristig erste Investitionen des Fonds ermöglicht. Der neue Portfoliofonds soll dann auch deutlicher definierte Nachhaltigkeitskriterien haben als der V&C Sachwert-Auslese I.“

ECOreporter hatte die Nachhaltigkeit des Fonds hinterfragt. Lesen Sie hier, inwieweit die Investitionskriterien des Publikums-AIF V&C Sachwert-Auslese I Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt hatten. Wie waren die vier Bereiche Immobilien, Erneuerbare Energien, Transport und Private Equity unter nachhaltigen Gesichtspunkten zu beurteilen?

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