Grüne Crowdportale wollen mit dem Geld der Anleger etwas Gutes tun, gleichzeitig erhalten Investoren attraktive Renditen. / Foto: Pxhere

28.06.18 Crowd-Investment , Crowd-Porträt

Crowd-Portale im Vergleich - Teil 2

Im zweiten Teil unseres Crowd-Portal-Vergleichs erfahren Sie, wann die beiden Plattformen LeihDeinerUmweltGeld und wiwin Projekte ablehnen, ob es Zahlungsausfälle gab und welche Gebühren für Anleger anfallen.

Ablehnungskriterien

Es gibt bei wiwin verschiedene Kriterien, die zur Ablehnung eines Projektes führen können, etwa ökologische, soziale und wirtschaftliche Ausschlusskriterien. Zum Beispiel würde wiwin nach eigenen Angaben keine Projekte vermitteln, die etwas mit der Waffenindustrie oder Kinderarbeit zu tun haben. Darüber hinaus können auch unzureichende Erfahrung der Projektinitiatoren, Intransparenz, ein unklares Geschäftsmodell, Zweifel an der Rückführbarkeit der Darlehen, politisch instabile Märkte und fehlende Sicherheiten zu einer Ablehnung des Projekts führen. LDUG lehnt Projekte beispielweise ab, wenn die Wirtschaftlichkeit des Projekts, die Projektbeteiligten, die verwendete Technologie und der thematische Schwerpunkt nicht zu LDUG passen.

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Geld eingesammelt – und nun?

Wiwin übernimmt die Kommunikation mit den Anlegern, berichtet in regelmäßigen Updates über die Entwicklung der Projekte und führt die gesamte Anlegerverwaltung aus. Auch über die Kapitalsammlungsphase hinaus unterstützt wiwin die Projekte, unter anderem durch das eigene Netzwerk. Ähnlich läuft es bei LDUG: Nach Ende der Finanzierungsphase koordiniert die Plattform die Zins- und Tilgungszahlungen an die Anleger und informiert über das Projekt. Beide Anbieter führen regelmäßige Reportings nach den Vorgaben des Bundesverbands Crowdfunding e.V. durch.

Leistungsbilanzen

100 Prozent der bisherigen wiwin-Projekte haben das an die Anleger gezahlt, was vertraglich vereinbart war. Zahlungsausfälle: keine. Einige LDUG-Anleger mussten Einbußen hinnehmen, hier zahlten 91,67 Prozent der Emittenten die versprochene Summe aus. Neben der Insolvenz gab es nach Angaben von LDUG zwei Projekte, bei denen einzelne Zahlungstermine nicht eingehalten wurden. In diesen Fällen müssen die Anleger länger auf ihr Geld warten.

Gebühren

Weder die Zeichnung noch die Verwaltung der wiwin-Projekte ist für die Anleger mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Für die Darlehen gibt es keinen Aufschlag (Agio). Die Projektinitiatoren zahlen aber an die Plattformen eine Gebühr. Diese liegt je nach Projekt und Volumen der Emission zwischen 4 und 9 Prozent.

Auch LDUG berechnet den Anlegern nichts. Für die Vermittlung, Verwaltung und Vermarktung der Projekte zahlen die Projektinitiatoren eine prozentuale Vergütung; die Vermittlungskosten liegen bei 1 bis 3 Prozent, die Verwaltung bei 1 Prozent jährlich auf das eingesammelte Volumen. Hinzu kommen separate Marketingkosten.

Fazit

Nachhaltig ausgerichtete Crowd-Plattformen sind am Markt etabliert. Wiwin und LDGU zählen hier zu den Urgesteinen – beide sind nachhaltig ohne Wenn und Aber, beide können spannende und erfolgreiche Projekte vorweisen. LDGU hat, auch aufgrund der Laufzeit der Plattform, schon mehr Projekte finanziert. Dafür ist das Emissionsvolumen einzelner Projekte bei wiwin größer – so hatte allein das Crowd-Investing „Zweibach Umweltzins“ ein Volumen von 2,5 Millionen Euro.

Der Crowd-Markt ist in Bewegung. So gibt es Überlegungen des Gesetzgebers, den Schwellenwert für die Erstellung eines Wertpapierprospektes auf 8 Millionen Euro anzuheben (ausgeschlossen sind GmbHs). Das soll kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Schwarmfinanzierungen erleichtern – und es ist ganz im Sinn des Bundesverbands Crowdfunding.

Die Spielfläche für Plattformen wie LDGU und wiwin dürfte also bald größer werden – und damit auch die Verantwortung, eine gute, nachhaltig wirksame Projekt-Auswahl zu treffen.

Hier gelangen Sie zum ersten Teil unseres Crowd-Portal-Vergleichs.

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