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Crowdinvesting der Unmilk GmbH mit bis zu 8,5 % Zins

Die Unmilk GmbH entwickelt, vermarktet und vertreibt vegane Milchalternativen, insbesondere Haferdrinks. Das Unternehmen plant, Lagerkapazitäten zu erweitern und eine vegane Kochcreme auf den Markt zu bringen. Um die Vorhaben zu finanzieren, bietet Unmilk ab 250 Euro Nachrangdarlehen an. Deren Zinssatz beträgt bis zu 8,5 Prozent pro Jahr bei einer Mindestlaufzeit von rund fünf Jahren. Zudem ist ein Bonuszins möglich. Welche Risiken bestehen?

Anbieterin und Emittentin der Nachrangdarlehen ist die 2020 gegründete Unmilk GmbH aus Hamburg. Die Vermittlung der Nachrangdarlehen erfolgt über die Crowd-Plattform econeers.

Derzeit hat die Unmilk GmbH laut econeers-Projektprofil (Stand: 7.11.2022) drei Produktkategorien: drei Protein-Shakes, Haferdrinks in vier Varianten und ein Haferdrinkpulver. Diese vertreibt das Unternehmen seit August 2020 über den eigenen Online-Shop und im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sowie über Drogerien, beispielsweise Rossmann.

Bio-Qualität haben die Unmilk-Produkte nach Angaben der Emittentin nicht. Alle ihre Produkte sind den Angaben nach vegan und glutenfrei und haben vorteilhafte Nährwerte. Die Unmilk-Haferdrinks zum Beispiel haben laut Unternehmen dreimal mehr Protein (Eiweiß) und viermal weniger Kohlenhydrate und Zucker als herkömmliche Haferdrinks. Das liegt insbesondere daran, dass bei Unmilk-Haferdrinks der Anteil des Hafers, der von Natur aus Zucker enthält, geringer ist und dafür eiweißreiches Erbsenprotein enthalten ist.

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Wozu dient das Anlegerkapital?

Das Emissionsvolumen der Nachrangdarlehen beträgt laut Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB, Stand: 20.10.2022) bis zu 600.000 Euro. Bei Vollplatzierung betragen die Emissionskosten laut VIB 61.650 Euro, sodass sich die Nettoeinnahmen in dem Fall auf 538.350 Euro belaufen.

Die Nettoeinnahmen will die Emittentin laut VIB wie folgt verwendet:

  • Erweiterung des Produktportfolios um eine vegane Kochcreme (250 ml) auf Basis von glutenfreiem Hafer (5 Prozent der Nettoeinnahmen)
  • Erweiterung der Lagerkapazitäten mittels Aufbau des Warenbestands der Kochcreme durch Anmietung von Palettenplätzen (42 Prozent der Nettoeinnahmen)
  • Erweiterung der Lagerkapazitäten mittels Erweiterung des Warenbestands der bestehenden Ein-Liter-Haferdrink-Produkte (34 Prozent der Nettoeinnahmen)
  • Investitionen in Marketing (19 Prozent der Nettoeinnahmen)

Laufzeit und Zins

Die Nachrangdarlehen haben eine unbefristete Laufzeit. Eine ordentliche Kündigung durch die Anlegerin, den Anleger oder die Emittentin ist laut VIB frühestens zum 31. Dezember 2027 mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres möglich.

Der Zinssatz der Nachrangdarlehen beträgt 7,5 Prozent pro Jahr. Die Emittentin gewährt laut VIB zusätzlich einen Zinsbonus von 1,0 Prozent pro Jahr des bereitgestellten Nachrangdarlehensbetrags, wenn die Anlegerin oder der Anleger in den ersten 14 Tagen ab Beginn der Emission (8.11.2022) investiert.

Darüber hinaus gewährt die Emittentin einen einmaligen, endfälligen Bonuszins. Dieser ist abhängig vom höchsten ausgewiesenen Jahresumsatz der Unmilk GmbH während der Laufzeit der Nachrangdarlehen. Der Bonuszins beträgt 10 Prozent ab einem Umsatz von über 30 Millionen Euro, 20 Prozent bei über 40 Millionen Euro oder 30 Prozent ab einem Umsatz von über 50 Millionen Euro. Wird ein Umsatz von über 30 Millionen Euro nicht erreicht, wird kein Bonuszins gewährt. Laut Jahresabschluss der Emittentin lag ihr Umsatz im Jahr 2021 bei rund 410.000 Euro.

Hohe Risiken

Bei der Vermögensanlage handelt es sich um unbesicherte partiarische Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt. Damit ist die Zahlung der Zinsen und Tilgung des Nachrangdarlehens ausgeschlossen, wenn diese zur Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung der Emittentin führen würde. Bei der Vermögensanlage handelt es sich um ein Risikokapitalinvestment. Die Emittentin weist laut Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von rund 680.000 Euro aus.

Es besteht das Risiko, dass sich die Emittentin mit ihren Produkten nicht am Milchalternativen-Markt behaupten kann und die Gewinnzone nicht erreicht. Angesichts der derzeit hohen Inflation besteht das Risiko, dass Kunden vermehrt auf preisgünstigere Produkte von Wettbewerbern zurückgreifen, beispielsweise auf Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels. Große und kapitalstarke Lebensmittelkonzerne, die auch Haferdrinks anbieten, können aufgrund höherer Stückzahlen einen Wettbewerbsvorteil bei einem hohen Kosten- und Preisdruck haben. Es besteht auch das Risiko, dass die Emittentin überdurchschnittlich von Kostensteigerungen getroffen wird, da sie ihre Produkte nicht selbst herstellt.

Die Emittentin kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, dass sie ihr Kapital verlieren.

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