Die Grüne Energie Sachsen GmbH & Co. KG sammelt derzeit Geld über die Crowd ein. / Foto: Pixabay

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Solaranlage Quersa – Crowdinvesting mit 5,5 % Zins

Die Grüne Energie Sachsen GmbH & Co. KG betreibt eine Photovoltaik-Aufdachanlage in Quersa bei Dresden. Zur Refinanzierung des Projektes bietet das Unternehmen über die Internet-Plattform Wiwin ab 500 Euro Nachrangdarlehen an. Deren Zinssatz beträgt 5,5 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von rund sechs Jahren. Welche wichtige Rolle spielt ein Unternehmen aus der Schweiz?

Anbieterin und Emittentin der Nachrangdarlehen ist die Grüne Energie Sachsen GmbH & Co. KG aus Dresden. Gegenstand des Unternehmens ist laut Anlagebroschüre vom 17. Oktober 2022 der Besitz und die Verwaltung eigenen Vermögens sowie Besitz und Betrieb von Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien.

Derzeit betreibt die Emittentin die Solar-Aufdachanlage Quersa. Diese befindet sich den Angaben nach auf mehreren Dachflächen eines landwirtschaftlichen Betriebs bei Quersa im Landkreis Lampertswalde, 35 Kilometer nördlich von Dresden. Die Solaranlage wurde laut Basisinformationsblatt (BIB, Stand: 17.10.2022) 2011 an das Stromnetz angeschlossen und hat eine Gesamtnennleistung von 976,88 Kilowattpeak (kWp).

Die Emittentin erwarb die Photovoltaikanlage laut Anlagebroschüre 2019 und betreibt sie seitdem. Die EEG-Laufzeit der Anlage inklusive einer Einspeisevergütung von 26,05 Cent/kWh läuft nach Angaben des Unternehmens noch bis 2031.

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Kapital fließt zur Muttergesellschaft in der Schweiz

Das Emissionsvolumen der Nachrangdarlehen „Solaranlage Quersa“ beträgt 225.000 Euro. Die Emittentin beabsichtigt laut BIB, ein eigenes Nachrangdarlehen an die Muttergesellschaft H&S Development AG mit Sitz in der Schweiz zur Finanzierung der Entwicklung weiterer Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien zu begeben.

Laufzeit und Zins

Die Nachrangdarlehen „Solaranlage Quersa“ haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028. Der Emittentin steht ein ordentliches Kündigungsrecht zu. Dieses kann sie mit einer Frist von vier Wochen zum Ende eines jeden Kalenderquartals ausüben. In dem Fall beträgt laut BIB die Vorfälligkeitsentschädigung 40 Prozent der Zinsen, die bis zum Laufzeitende noch fällig geworden wären. Der Zinssatz der Nachrangdarlehen beträgt 5,5 Prozent pro Jahr.

Energieertrag unter Prognose

Laut Anlagebroschüre wird erwartet, dass die eingesetzten Wechselrichter in den kommenden Jahren verschleißbedingt teilweise ausgetauscht werden müssen. Es besteht laut Anlagebroschüre das Risiko, dass es zu Alterungsprozessen bestimmter Komponenten kommt, die nicht in der Prognoserechnung berücksichtigt worden sind. Die kaufmännische und technische Betriebsführung inklusive Wartung der Solaranlage wird von der Platin Grundbesitz GmbH & Co. KG durchgeführt, einer weiteren Firma aus der Unternehmensgruppe der Emittentin.

Der wirtschaftliche Betrieb von Photovoltaikanlagen hängt wesentlich von der Solareinstrahlung ab. Laut Anlagebroschüre liegen die durchschnittlichen Jahresenergieerträge aus den Jahren 2019, 2020 und 2021 rund 10 Prozent unter den prognostizierten Werten des Ertragsgutachtens von 2017. Nach Angaben der Emittentin liegt das hauptsächlich an einem sonnenarmen Jahr 2021.

Risiken

Die Grüne Energie Sachsen GmbH & Co. KG ist laut Anlagebroschüre mit 1,433 Millionen Euro Bankkapital finanziert. Die Bankdarlehen haben den Angaben nach eine Laufzeit bis 2031. In der Regel sind projektbezogene Bankdarlehen erstrangig zu bedienen und besichert. Bei der angebotenen Vermögensanlage handelt es sich dagegen um Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt einschließlich einer vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre.

Die Emittentin hat noch keinen Jahresabschluss im Unternehmensregister veröffentlicht und dort auch noch keinen Jahresabschluss für ihr Geschäftsjahr 2021 hinterlegt (Stand: 27.10.2022). Sie beabsichtigt, ein eigenes Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt an die Muttergesellschaft H&S Development AG zu begeben. Angaben zur finanziellen Situation der in der Schweiz ansässigen Mutter sind im BIB und in der Anlagebroschüre nicht enthalten. Sollte die Muttergesellschaft zahlungsunfähig werden, könnte sie laut Anlagebroschüre ihren Zahlungsverpflichtungen aus dem Nachrangdarlehen nicht nachkommen. Fließen von der Muttergesellschaft keine Zahlungen an die Emittentin, kann dies den Totalverlust des Anlagebetrages für die Anlegerinnen und Anleger zur Folge haben.

Insgesamt bestehen für Investoren erhebliche Risiken, dass sie ihr eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig verlieren.

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