Die Deutsche EuroShop hat, nach eigenen Angaben, eine Vermietungsquote von 99 Prozent. Im Bild die Altmarkt-Galerie in Dresden. / Bild: Unternehmen

14.09.18 Aktientipps , Aktien-Favoriten

Deutsche EuroShop: Wie Metro, Media Markt und Karstadt mit der ECOreporter-Favoriten-Aktie zusammenhängen – jetzt Einstiegschance?

Der Kurs der Aktie der Deutschen EuroShop AG hat sich zuletzt nicht nach oben entwickelt. Zudem beachtet die Öffentlichkeit wichtige Entwicklungen im deutschen Einzelhandel nicht, die auch die Deutsche EuroShop betreffen. Aber: Es gibt zugkräftige Argumente für das Papier des Betreibers von Shoppingcentern. Die ECOreporter-Einschätzung listet die Fakten auf und kommt zu einem klaren Ergebnis.

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Der Aktienkurs legte in letzter Zeit nicht im Kurs zu. Mitte des Jahres gab es positive Anzeichen für wieder anziehende Kurse, der Aktienpreis stieg. Anschließend sank der Kurs wieder. Welche Auswirkungen könnte ein möglicher Einstieg eines tschechischen Investors in die Metrokonzern-Abspaltung Ceconomy auf die Geschäfte der Deutschen EuroShop haben?

Preisverfall von über 32 auf 29 Euro

Ende April, beim Stand von 30,20 Euro, hatte ECOreporter die Aktie der Deutschen EuroShop AG analysiert. Der Kurs zog um fast 7 Prozent auf 32,20 Euro an. Stand heute (14.9., 12:15 Uhr) notiert die Aktie bei 29 Euro.

Dabei hat der Shopping-Center-Betreiber mit Sitz in Hamburg seine Prognose für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 erhöht. Der Konzern wolle auch künftig seine Dividende steigern, hieß es: bis auf 1,55 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019. Für 2017 zahlte die Deutsche EuroShop 1,45 Euro je Aktie an die Aktionäre aus. Am Tag der Auszahlung, das war Ende Juni 2018, lag die Dividendenrendite bei 4,6 Prozent.

99 Prozent Vermietungsquote

Die Deutsche EuroShop betreibt derzeit 21 Shopping-Center in Europa. Die Vermietungsquote der Geschäfte in den Centern beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf nahezu 99 Prozent. Einer der Großaktionäre ist Alexander Otto, jüngster Sohn des verstorbenen Werner Otto, Gründer der Versandhandelsgruppe Otto. Alexander Otto hält über seine Immobilien-Beteiligungsgesellschaft ECE 18,4 Prozent aller Aktien. Otto hat in den vergangenen zwölf Monaten schrittweise Aktien im Wert von über 35 Millionen Euro gekauft.  

Über 51 Prozent der Aktien halten institutionelle Investoren

Den Wert aller 21 Shopping-Center schätzt das auf Immobilienbewertung spezialisierte Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle Inc. (JLL) aus Frankfurt auf 5,1 Milliarden Euro (Stand: Ende 2017). Der Deutschen EuroShop gehören knapp 82 Prozent der Center. Ihr Wertanteil liegt also umgerechnet bei 4,18 Milliarden Euro. Die Marktkapitalisierung, also der Börsenwert der Deutschen EuroShop, beträgt 1,79 Milliarden Euro. Es gibt rund 61,8 Millionen Aktien. Die Deutsche EuroShop gibt ihre Schuldenlast mit 2,14 Milliarden Euro an. Zieht man diese Schulden vom Wert aller Shopping-Center (4,18 Milliarden Euro) ab, ergibt sich ein Endwert von 2,39 Milliarden Euro. Also fast 600 Millionen Euro mehr als der aktuelle Börsenwert (1,79 Milliarden Euro). Doch so einfach ist eine vernünftige Berechnung des Aktienpreises nicht.

Für eine korrekte Bewertung der Aktie wird auch die Kennzahl Net Asset Value (NAV) herangezogen. Das ist der Nettovermögenswert und der Wert aller materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände eines Unternehmens abzüglich seiner Verbindlichkeiten. Dieser Substanzwert soll den fundamentalen und tatsächlichen Wert des Unternehmens wiedergeben. Im Falle der Deutschen EuroShop bezifferte das Beratungsunternehmen JLL diesen mit 42,19 Euro je Aktie (Stand: 31.12.2017).

Mieteinnahmen machen 99 Prozent der Einnahmen aus

Wichtigste Einnahmequelle der Deutschen EuroShop sind die regelmäßigen Mieteinnahmen aus den Shopping-Centern. Die festen Mieteinnahmen machen rund 99 Prozent der Einnahmen aus, nur 1 Prozent erwirtschaftet die Deutsche EuroShop durch Beteiligung an den Umsätzen der Geschäfte in den Centern.

Der weiterhin boomende Online-Handel von Amazon und Zalando macht den Mietern in den Shopping-Centern weiter Konkurrenz.

Zu berücksichtigen sind auch andere Faktoren: So soll derzeit der tschechische Investor Daniel Kretinsky über seine tschechisch-slowakische Holding bei Ceconomy einsteigen. Ceconomy betreibt Elektronikmärkte wie Media Markt und Saturn und gehörte bis letztes Jahr zur Metro AG. Insgesamt sind fünf Media-Märkte und acht Saturn-Filialen Mieter in den Centern der Deutschen EuroShop.

Was bedeuten Änderungen im Handel für die Deutsche EuroShop?

Welche Auswirkungen der Einstieg von Kretinsky auf die Mietverträge haben wird, ist nicht absehbar. Zudem könnte die bevorstehende Fusion der Handelsketten Karstadt und Kaufhof Auswirkungen auf die Geschäfte der Deutschen EuroShop haben. Zwei Karstadt-Läden und eine Galeria-Kaufhof-Filiale sind Mieter der Deutschen EuroShop. Insgesamt sind die Vorgänge um Metro, Ceconomy, Karstadt und Kaufhof aber nicht ausschlaggebend für das Geschäft der Deutschen EuroShop.

Der Kursverfall und die zuletzt erneut angestiegene Ausschüttung ergeben eine Dividendenrendite von aktuell 5 Prozent. ECOreporter sieht in der Aktie der Deutschen EuroShop nach wie vor Chancen auf ansteigende Kurse. Zuletzt vermeldete die Deutsche EuroShop steigende Umsätze und Gewinne

Position aufbauen

Der aktuell günstige Kurs bietet langfristig orientierten Anlegern eine hohe Dividendenrendite mit Aussicht auf einen wieder ansteigenden Aktienpreis.

Die Deutsche EuroShop bleibt eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Mittelklasse-Aktien. Zum aktuellen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Deutsche EuroShop AG: ISIN DE0007480204 / WKN 748020

 

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