Im Gegensatz zu den deutschen Wind-Ausschreibungen sind die Solar-Ausschreibungen weiter sehr beliebt. / Foto: Pixabay

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Deutsche Solar-Ausschreibung deutlich überzeichnet – Zuschlagswert sinkt

Bei der Oktober-Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Solar-Dachanlagen wurden 184 Gebote mit einem Volumen von 373 Megawatt (MW) eingereicht. Aufgrund des begrenzten Ausschreibungsvolumens konnten nur 88 Gebote mit einem Volumen von 191 MW bezuschlagt werden. Die Konkurrenz unter den Bietern führte zudem zu sinkenden Zuschlagswerten. Im Gegensatz zu den Freiflächen-Ausschreibungen dominiert Bayern auch bei dieser Dachanlagen-Ausschreibung nicht.

Die Bundesnetzagentur hat gestern die Zuschläge der Dachanlagen-Ausschreibung mit der genauen Bezeichnung „Ausschreibungen für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden (Solaranlagen des zweiten Segments)“ zum 1. Oktober 2023 veröffentlicht.

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 8,80 und 9,98 Cent/kWh und damit sowohl klar unter dem zulässigen Gebots-Höchstwert in dieser Runde von 11,25 Cent/kWh als auch unter dem höchsten Zuschlagswert des letzten Gebotstermins (1. Juni 2023) von 10,80 Cent/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert der Oktober-Ausschreibung liegt bei 9,58 Cent/kWh und damit 0,6 Cent/kWh unter dem des Juni-Termins von 10,18 Cent/kWh.

In jedem Bundesland mindestens ein Zuschlag

Regional verteilen sich die Zuschläge auch in dieser Runde ausgewogen. Die meisten Zuschläge gingen an Projekte in Nordrhein-Westfalen (14 Zuschläge, 27 MW Zuschlagsmenge), gefolgt von Niedersachsen (13 Zuschläge, 25 MW), Bayern (13 Zuschläge, 21 MW) und Baden-Württemberg (elf Zuschläge, 20 MW). Damit sind erneut diese vier Bundesländer diejenigen mit den meisten Zuschlägen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur konnte in jedem Bundesland mindestens ein Zuschlag erteilt werden.

Es durften Gebote eingereicht werden, die eine Leistung von größer als 1 MW und bis zu 20 MW umfassen. 64 der erteilten Zuschläge gehen an Gebote mit bis zu 2 MW. Das größte Gebot hatte ein Volumen von 17 MW. Nach Angaben der Bundesnetzagentur mussten zwölf Gebote aufgrund von Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen werden.

Die Bieterin mit den meisten Zuschlägen bei der Oktober-Ausschreibung ist die Prologis Germany Solar III B. V. mit zehn Zuschlägen. Die Prologis-Unternehmensgruppe ist im Bereich Logistikimmobilien tätig. Weitere fünf Zuschläge erhielt ein Unternehmen, das bereits bei der vorherigen Ausschreibung für Solar-Dachanlagen 16 Zuschläge erhalten hatte. ECOreporter berichtete hier.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des zweiten Segments findet am 1. Februar 2024 statt.

Ist die Bundesnetzagentur überlastet?

Die Veröffentlichung der Zuschläge der Oktober-Ausschreibung erfolgte am 21. November und damit schon relativ spät. Die Ergebnisse des Gebotstermins für Biomasseanlagen (ebenfalls vom 1. Oktober) sind noch gar nicht veröffentlicht. Sie werden nach Angaben der Bundesnetzagentur zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben – aufgrund der Vielzahl abgegebener Gebote verzögere sich hier die Veröffentlichung.

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