Bebe-Pflegereihe von Johnson & Johnson. / Foto: Unternehmen

27.05.19 Aktientipps , Aktien-Favoriten

ECOreporter-Favoriten-Aktie Johnson & Johnson: Opioid-Prozess startet

Am morgigen Dienstag beginnt der erste Zivilprozess gegen Johnson & Johnson im Zusammenhang mit süchtig machenden Medikamenten, die in den USA zu der sogenannten Opioid-Krise geführt haben. Ein Gericht im US-Bundesstaat Oklahoma wirft dem Konsumgüter- und Pharmakonzern vor, durch illegale Vermarktungspraktiken die süchtig machenden Schmerzmittel unters Volk gebracht zu haben. Einen Großteil der insgesamt geforderten 10 Milliarden US-Dollar an Straf- und Schadensersatzzahlungen soll Johnson & Johnson bezahlen.

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Johnson & Johnson "Hauptakteur"

Johnson & Johnson war laut dem US-Gericht einer der "Hauptakteure" in der Opioid-Krise und hatte dem Gericht zufolge in den USA Ärzte dazu ermuntert, süchtig machende Medikamente zu verschreiben, insbesondere für Beschwerden, für die die Schmerzmittel nicht zugelassen gewesen seien. Damit habe das Pharma-Unternehmen in Oklahoma den Tod von tausenden Menschen zu verantworten, für die der US-Bundesstaat Schadenersatz und Strafzahlungen in Höhe von mindestens 10 Milliarden US-Dollar fordert.

Der israelische Generikahersteller Teva hatte mit dem Gericht in Oklahoma gegen eine Zahlung von 85 Millionen US-Dollar eine außergerichtliche Einigung erzielt. Purdue Pharma, das mit dem Medikament OxyContin als Vorreiter der süchtig machenden Schmerzmittel gilt, hat dem US-Bundesstaat 270 Millionen US-Dollar als Wiedergutmachung gezahlt. Für den Hauptanteil der ausstehenden Forderungen soll Johnson & Johnson aufkommen.

Johnson & Johnson weist Vorwürfe zurück

Insgesamt klagen derzeit 42 US-Bundesstaaten und 1.600 Städte gegen Pharmakonzerne im Zusammenhang mit der Opioid-Krise. Johnson & Johnson verweist in einer Stellungnahme darauf, dass das Unternehmen weniger als 1 Prozent der süchtig machenden Opioide in den USA verkauft habe und darüber hinaus ständig von den Gesundheitsbehörden überwacht worden sei. Johnson & Johnson hatte 2008 aufgehört, über die Tochter-Firma Janssen Duragesic, ein Fentanyl-Pflaster, zu vermarkten. Das Schmerzmittel Nucynta ist seit einigen Jahren nicht mehr im Programm des Konzerns. Johnson & Johnson hatte 2015 die entsprechende Unternehmenssparte abgestoßen.

Anleger zeigen sich durch den anstehenden Prozess nicht beeindruckt. An der Börse Stuttgart steht die Johnson & Johnson-Aktie derzeit bei 124,20 Euro (27.5., 10:02 Uhr), 0,05 Prozent über dem Schlusskurs vom letzten Handelstag. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie 18,7 Prozent im Plus.

Johnson & Johnson ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie auch unser ausführliches Unternehmensporträt.

Johnson & Johnson Corp.:

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