Thermo Fisher stellt unter anderem Präzisionsmikroskope für Labors her. Der US-Konzern gehört aktuell zu den Gewinnern am Aktienmarkt. / Foto: Unternehmen

04.10.18 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten

Gretchenfrage bei den ECOreporter-Favoriten-Aktien: Auf die Aktie mit 19 % Plus setzen oder auf die mit 6,3 % Dividendenrendite?

Wie haben die Dividendenkönige in den vergangenen drei Monaten abgeschnitten? Wo gab es Auffälligkeiten – nach oben und nach unten? Wir haben für Sie die ECOreporter-Favoriten-Aktien aus der Reihe Dividendenkönige genauer unter die Lupe genommen.

Seit Ende Juli 2018 konnten insbesondere Unternehmen aus den USA im Kurs zulegen. Ganz vorne der Laborausstatter Thermo Fisher Scientific, dessen Kurs innerhalb von drei Monaten um fast 19 Prozent auf 247,75 US-Dollar (mehr als 215 Euro) zulegte (2.10., Schlusskurs).

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Die Dividendenrendite von Thermo Fisher beträgt, unter Berücksichtigung der zuletzt gezahlten Dividende für 2017 und des aktuellen Kurses, nur 0,3 Prozent. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 44,5.

Zum Vergleich: Der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 legte in den vergangenen drei Monaten um 7,5 Prozent zu.

Cisco Systems und Johnson & Johnson stark

Gut entwickelten sich auch Aktien von Cisco Systems, Netzwerkspezialist für das Internet, und des ebenfalls aus den USA stammenden Unternehmens Johnson & Johnson, weltweit größter Anbieter von Medikamenten und Drogerieartikeln. Die Cisco Systems-Aktie stieg innerhalb von drei Monaten um fast 14 Prozent auf 48,87 US-Dollar (umgerechnet 42,39 Euro).

Die Cisco Systems Dividendenrendite liegt derzeit bei 2,4 Prozent, das KGV bei 25,7.

Die Johnson & Johnson-Aktie legte im letzten Vierteljahr um mehr als 13 Prozent auf 139,69 US-Dollar (umgerechnet etwa 121 Euro) zu. Johnson & Johnson hat eine Dividendenrendite von aktuell 2,4 Prozent, das KGV beträgt 297,2.

Auch andere Dividendenkönige mit deutlichen Kursgewinnen

Gewinne weisen in den letzten drei Monaten auch die Aktien des US-Versicherers Aflac auf (plus 9,6 Prozent), ebenso die des kanadischen Eisenbahntransportunternehmens Canadian National Railway (plus 8,9 Prozent), des US-Konsumgüterherstellers Procter & Gamble (plus 7,2 Prozent), des US-Medizintechnik-Spezialisten Stryker (plus 5,8 Prozent), des US-Drogerieartikelherstellers Colgate-Palmolive (plus 3,5 Prozent), des in Norwegen ansässigen Pharma-Konzerns Novo-Nordisk (plus 1,2) und des auf Industriegase spezialisierten Münchener Linde-Konzerns (plus 0,1 Prozent) (siehe Kurstabelle).

Bestes deutsches Unternehmen SAP: Rang sechs im Kursranking

SAP, Spezialist für Unternehmenssoftware mit Sitz im baden-württembergischen Walldorf, belegt mit einer Kursentwicklung von 7,8 Prozent innerhalb der letzten drei Monate den sechsten Platz im Kursranking der Dividendenkönige. Beachtenswert: Auf Sicht von sechs Monaten legte die SAP-Aktie um fast 26 Prozent zu. Aktuell (2. Oktober, 10:30 Uhr) liegt der Kurs bei 106,46 Euro im Xetra-Handel (Dividendenrendite: 1,3 Prozent, KGV: 31,8).

US-Steuerreform bringt nach wie vor Wachstumsschub

Thermo Fisher Scientific, Cisco Systems und Johnson & Johnson profitieren nach wie vor von der von US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf angeregten und seit 1. Januar 2018 geltenden Steuerreform. Alle drei Unternehmen sind überwiegend im US-Markt aktiv, dort erzielen sie ihre höchsten Umsätze.

Auch Kursrückgänge bei Dividendenkönigen

Weit weniger gut entwickelten sich die Kurse des Münchener Technologiekonzerns Siemens (Kraftwerks- und Medizintechnik, Schienenfahrzeuge), des US-Chipriesen Intel und des französischen Immobilienkonzerns Unibail-​Rodamco-​Westfield (ehemals Unibail-Rodamco).  

Siemens arbeitet an einem Sparprogramm und weiteren Umbauschritten für die Zeit nach 2020. Das tut dem Aktienkurs bisher nicht gut. Trotz Milliardengewinnen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 hatte Konzern-Chef Joe Kaeser "Kapazitätsanpassungen und schmerzhafte Einschnitte" angekündigt, vor allem in der Kraftwerkssparte Power and Gas. Siemens verlor in den vergangenen drei Monaten 2,4 Prozent und notiert bei 107,36 Euro (Xetra-Kurs, 2.10.).

Die Dividendenrendite von Siemens beträgt (Dividende für 2017, aktueller Kurs) allerdings stolze 3,5 Prozent. Das aktuelle KGV liegt bei sehr niedrigen 6,8.

Der US-Chip-Spezialist Intel rutschte wegen befürchteter Auswirkungen des Handelskonflikts mit China auf Preise von Apple-Produkten im Kurs ab (Kursverlust drei Monate: minus 4 Prozent). US-Präsident Trump hatte Anfang September getwittert, dass die Preise des iPhone-Herstellers Apple wegen neuer Strafzölle gegen China ansteigen könnten. Die Nachricht hatte Auswirkungen auf sämtliche Unternehmen der Chip-Industrie, auch auf Intel. Intels Dividendenrendite liegt derzeit bei 2,3 Prozent, das KGV bei 23,3.

Unibail-Rodamco-Westfield kämpft nach wie vor mit der Integration des 2017 übernommenen australischen Immobilienkonzerns Westfield. Aktien von Unibail-Rodamco-Westfield verloren in drei Monaten mehr als 8 Prozent im Kurs. Aber die Dividendenrendite ist mit 6,3 Prozent die derzeit höchste aller ECOreporter-Favoriten-Aktien. Und das KGV ist mit 6,6 das niedrigste in diesem Feld.

Einen Kursrückschlag musste die Aktie des Medizintechnikkonzerns Fresenius (minus 0,3 Prozent) hinnehmen (siehe Kurstabelle), aber am Dienstag gab es gute Nachrichten aus den USA: Ein Gericht hat entschieden, dass Fresenius von der Übernahme des US-Arzneimittelherstellers Akorn zurücktreten darf. Der Aktienkurs von Fresenius stieg daraufhin um 9 Prozent.

Unternehmen breit aufgestellt

Die nachhaltigen ECOreporter-Dividendenkönige und Value-Unternehmen wie beispielsweise Procter & Gamble und Colgate-Palmolive sind sehr breit aufgestellt und können schwache Marktphasen gut kompensieren. Beide Unternehmen verfolgen eine globale Strategie. Aktien dieser Branche bleiben weiterhin interessant: Es sind Giganten mit nach wie vor hohen Margen, einem umfangreichen und breiten Markenportfolio, enormer Dominanz am Konsumgütermarkt und in den aufstrebenden Schwellenländern. Siemens und Unibail Rodamco können von der Aktienkursentwicklung her nicht überzeugen. Aber die Dividendenrenditen und das KGV sind bei beiden Unternehmen so hoch, dass sich für Neueinsteiger der Aufbau einer kleinen Position jetzt lohnen kann. Bei dem Gewinner dieses 3-Monats-Rückblicks wird die Luft mit dem KGV von über 44 nun allmählich dünn.

Unternehmen

Branche

ISIN Aktie

Kurs 2.10.2018 in Heimatwährung

Dividende seit

Performance 3 Monate (in Prozent und Heimatwährung)

Thermo Fisher Scientific

Medizintechnik

US8835561023

247,75 USD

2012

18,7

Cisco Systems

IT / Kommunikation

US17275R1023

48,87 USD

2011

13,9

Johnson & Johnson

Konsum / Pharma

US4781601046

139,69 USD

1944

13,3

Aflac

Versicherungen

US0010551028

47,16 USD

1983

9,6

Canadian  National Railway

Transport / Logistik

CA1363751027

117,05 CAD

1996

8,9

SAP

IT / Kommunikation

DE0007164600

105,86 Euro

1988

7,8

Procter & Gamble

Konsum

US7427181091

83,67 USD

1956

7,2

Stryker

Medizintechnik

US8636671013

168,65 USD

1991

5,8

Colgate-Palmolive

Konsum

US1941621039

67,07 USD

1963

3,5

Novo-Nordisk

Pharma

DK0060534915

302,15 DKK

1974

1,2

Linde

Chemie

DE0006483001

179,75 Euro

2000

0,1

Fresenius

Medizintechnik

DE0005785604

68,98 Euro

1987

-0,3

Siemens

Technologie

DE0007236101

106,84 Euro

1952

-2,4

Intel

IT / Kommunikation

US4581401001

46,45 USD

1992

-4

Unibail-Rodamco-Westfield

Bau / Immobilien

FR0000124711

170,75 Euro

2002

 -8,2

 

Die Dividendenkönige sind Teil der Reihe ECOreporter-Favoriten-Aktien. Zu den ausführlichen Unternehmensporträts gelangen Sie hier. Für alle Thermo Fisher Scientific-Aktionäre empfiehlt es sich, den Kurs abzusichern.

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