Die Schwalbe wird elektrisch: emmy fährt mit Öko-Strom von Green City. / Foto: Sina Scherer

25.07.19 Anleihen / AIF

emmy: Mit dem Roller auf Zinsen abfahren

Green City bietet Anlegern ein Wertpapier an, mit dem sie in eine neue, ökologische Mobilität investieren können. Unternehmenssprecher der Green City AG Martin Betzold verrät im Interview, weshalb emmy so einfach zu bedienen ist und warum die Elektroroller-Leihe Mobilitätsprobleme in unseren Städten löst – mit Rendite für Anleger.

 

ECOreporter: Herr Betzold, viele Touristen kennen das: Man mietet sich einen Roller und ist anderswo flott unterwegs. Ein altes Geschäftsmodell. Nun bieten Sie eine Investition in die Mobilität der Zukunft an, in Roller-Sharing. In Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. Aber ist dieses Roller-Sharing nicht nur ein anderer Ausdruck für die frühere Vermietung?

Martin Betzold: Es ist eine Fortschreibung und die Übertragung auf unsere Alltagsmobilität. Touristen sind insbesondere im Segment Städtereisen Trendsetter. Sie suchen Spaß und Freizeitqualität, sie sind bereit, neues auszuprobieren. Dazu zählen auch digitale Mobilitätsangebote. Doch jeder Tourist hat ein zu Hause, und dort möchte man dann diese Angebote nicht missen. Ich habe ganz stark den Eindruck, dass Sharingangebote viel mit dem Ausleben individueller Freiheit zu tun haben, ohne dafür einen Haufen Blech besitzen zu müssen, für den ich oft lange nach einem Parkplatz suchen muss. Das ist nur stressig und für viele Menschen nicht mehr zeitgemäß. Die Ungebundenheit und Spontanität, mir einfach das Verkehrsmittel aussuchen zu können, das ich gerade brauche, darin steckt ein gewaltiges Potential für die Sharing Economy. Es geht nicht allein darum, maßgeschneiderte Mobilität zu verkaufen, sondern auch ein Lebensgefühl.

Sie kooperieren mit dem Elektroroller-Sharinganbieter emmy. Lassen Sie uns bitte einmal die Elemente dieses Geschäfts anschauen: Roller – elektrisch. Eine Bezahlmöglichkeit – per App auf dem Handy. Da Sie weder Roller bauen noch Apps programmieren: Was ist hier die Aufgabe von Green City?

Wir bringen die Energie- und Verkehrswende zusammen. Wir denken Elektromobilität von der Stromerzeugung aus unseren Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken hin bis zur Belieferung von Rollerflotten mit dem Treibstoff der Zukunft: Ökostrom. Wir decken also die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette ab, den operativen Betrieb der Roller übernimmt emmy. Doch haben wir eines als Pionier der Energiewende gelernt: Transformation ist immer getrieben durch Investitionen. So ist es auch im Mobilitätssektor. Also haben wir letztes Jahr die ersten 400 emmys in München über ein erfolgreiches Crowd-Investment finanziert und das Angebot so erst nach München gebracht. Wir sind also als Green City AG bei emmy investiert und wollen die sehr erfolgreiche Kooperation mit dem Marktführer für Rollersharing weiter ausbauen.

Und woran verdient Green City?

Wir liefern Ökostrom für die Münchner Roller und sehen die emmys als fahrende Markenbotschafter für Green City. Da passen wir einfach super zusammen, und beide Marken profitieren voneinander im Hinblick auf Integrität und Image. Zudem sind wir ein Investor bei emmy und haben klar die Wertsteigerung unserer Beteiligung bei einem der spannendsten Digital- und Mobilitätsunternehmen in Deutschland im Blick. Der Sharingmarkt ist einer der am schnellsten wachsenden Marktsegmente weltweit, da fließt aktuell sehr viel Geld von institutionellen Kapitalgebern in StartUps. Diese für private Anleger geschlossene Veranstaltung wollen wir öffnen und auch hier echte Bürgerbeteiligung ermöglichen. Wir stehen mit unserem Namen und unserer Erfahrung als Partner bei emmy dafür, dass das Gesamtpaket ökologisch und ökonomisch Hand und Fuß hat.

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/ Foto: Sina Scherer

Das "Green City Smart Mobility Wertpapier"

  • Erfolgsabhängige Vergütung von 35 Prozent (am Ende der Laufzeit fällig)
  • Laufzeit 5 Jahre
  • Anbieter: Green City Smart Mobility I GmbH
  • Form: Genussschein
  • eine endfällige, erfolgsabhängige Vergütung von 35 Prozent ist prognostiziert
  • Mindestanlage 1.000 Euro, Höchstbetrag max. 10.000 Euro
  • Bis Ende Juli 2019 erhalten Anleger Investoren einen Frühzeichnerbonus von 2 Prozent
  • Mehr Infos unter https://www.greencity-finance.de/smartmobility/


Normale Roller mit Benzinmotor sind schnell, aber nicht gerade umweltfreundlich. Ein Elektroroller beschleunigt noch schneller – aber mit Strom aus dem Kohlekraftwerk ist er auch nicht viel ökologischer. Wie sauber ist denn die Energie für emmy, woher kommt der Strom?

Der kommt am Standort in München von Green City Power, unserem eigenen Ökostromangebot. In unseren Tarifen beliefern wir Privat- und Geschäftskunden mit bis zu 30 Prozent Ökostrom aus unseren eigenen Windkraftanalgen über Direktvermarktungsverträge, der Rest kommt aus bayerischen Wasserkraftwerken am Inn. An den anderen Standorten bezieht emmy Ökostrom von Drittanbietern. Unser Ziel ist es, auf Dauer die gesamte Flotte zu betanken. Doch das braucht Zeit und ist auch aus standorttechnischen Gründen noch nicht überall möglich.

Nun bieten Sie einen Genussschein an. Damit können Anleger in dieses Geschäft investieren und Renditen einfahren. Welchen Vorteil hat das Investment für Anleger?

Unser Wertpapier 'Green City Smart Mobility I' investiert unmittelbar in emmy, den Marktführer für Rollersharing in Deutschland. Mir ist ehrlich gesagt kein anderes Produkt am Markt bekannt, bei dem Anleger so direkt am Erfolg der boomenden Sharingbranche teilhaben können. Die Kombination aus fünfjähriger Laufzeit und einer erfolgsabhängigen Vergütung von 35 Prozent sind schon sehr attraktiv. Unsere Kapitalanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien wie die aktuelle Festzinsanleihe 'Solarimpuls' sind mit einem Zinsniveau von 3,25 Prozent und längeren Laufzeiten ausgestattet. Letztendlich müssen Kapitalanleger immer abwägen, welche Erwartung Sie an ein Investment haben.

Und das Risiko?

…ist ohne Frage höher als bei anderen Kapitalanlagen, aber eines müssen wir uns schon vor Augen führen: Die Zeiten, in denen sich jeder Einzelne von uns in seiner 2,5 Tonnen schweren Blechkarosse durch die Gegend fahren lässt, sind vorbei. Unser ressourcenverschwendendes Verkehrssystem wird in den nächsten 10 Jahren eine disruptive Veränderung durchleben, daran besteht für mich kein Zweifel. Und mit unserem Wertpapier kann man in emmy und damit einen der potentiellen Gewinner dieses drastischen Strukturwandels investieren. Mit dem Geld wird der Ausbau der Rollerflotte und die Erschließung neuer Metropolen in Europa finanziert.
 

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/ Foto: Electric Mobility Concepts GmbH/Ben Ballicas

Der Roller: ADAC-Testsieger Elektro-Schwalbe

  • emmy setzt neben Torrot-Rollern insbesondere auf die Elektroversion des DDR-Kultrollers „Schwalbe“.
  • Der ADAC-Testsieger des deutschen Herstellers Govecs hat eine Akkukapazität von 4,8 kWh, der Boschmotor bringt 4 kW Leistung auf die Straße.
  • Rund 75 km Reichweite, im Vergleich kurze Ladezeiten und die besten Fahreigenschaften.
  • Die Akkus werden bei emmy von sog. Battery-Swappern getauscht, zudem ist eine Handyhalterung zur einfachen Navigation ist bei emmy Standard.
  • Mehr Infos unter https://www.myschwalbe.com/


Emmy ist also klimafreundlich und könnte dazu beitragen, ein dringendes Verkehrsproblem unserer verstopften Großstädte zu lösen. Aber wenn sich in drei oder vier Jahren Elektroautos weit verbreitet haben sollten, wenn vielleicht die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos angeboten werden sollten, wie es die ersten Städte planen: Erhalten dann die emmy-Investoren immer noch eine Rendite?

Davon bin ich überzeugt. Denn weder ein Elektroauto im Privatbesitz noch ein öffentliches Verkehrsmittel kann in der Nische die Vorteile von emmy aufwiegen. Keine Parkplatzsuche – das ist in Großstädten ein schlagkräftiges Argument. Wer hat schon Lust, fünf Mal um den Block zu fahren und dann noch zu bezahlen? Das raubt Zeit und Nerv. Zudem ist der Roller schneller und bietet bei emmy sogar zwei Menschen Platz, ohne Mehrkosten! Und anders als beim ÖPNV komme ich mit einer emmy ohne umzusteigen direkt ans Ziel.

Kann das Geschäftsmodell auch von den Zahlen her bestehen?

Absolut, schauen Sie: Über 200.000 Menschen nutzen die aktuell 2.000 emmy-Roller in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. 1,25 Millionen Fahrten allein in 2018 zeigen die große Akzeptanz und Beliebtheit des Angebotes. Unter dem Strich entscheidet der Nutzen – und der ist bei emmy komplett gegeben, Fahrspaß inklusive.

Mit wem stehen Sie bei der Geldanlage in eine neue Mobilität eigentlich in Konkurrenz: mit der Tesla-Aktie?

Das ist wirklich paradox – alle reden von der Mobilitätsrevolution, die uns bevorsteht, doch viele Kapitalprodukte in dem Segment gibt es in der Tat nicht. Gerade im Sharingbereich laufen die spannenden Deals nicht mit öffentlichen Angeboten. Bei Aktien ist es schwer zu sagen welcher Titel Wertzuwächse verspricht. Unser Smart Mobility Wertpapier ist ein Chancenpapier für Anleger, die wie wir an die Zukunft der Mobilität glauben, ohne ein eigenes Auto zu besitzen.

Herr Betzold, wir danken Ihnen für Ihre Antworten!

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/ Foto: Electric Mobility Concepts GmbH/Ben Ballicas

emmy: So einfach ist Rollersharing

  • Elektoroller buchen und direkt da losfahren, wo ein Roller steht: Das heisst in der Fachsprache free-floating Sharingsystem. Stationen gibt es nicht. Am Ziel abstellen – und fertig.
  • Die Elektro-Motorroller laufen derzeit in München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf.
  • Voraussetzung zur Nutzung ist ein Smartphone und die emmy-sharing App (Download für Apple iOs und Android)
  • Nach der Anmeldung können Roller in den genannten Städten  ausgeliehen werden.
  • Die Nutzung kostet 23 Cent pro Minute im Fahrmodus bzw. 12 Cent, wenn der Roller geparkt wird. Weitere laufende Kosten gibt es nicht.
  • Schlüssel und zwei Helme sind in der Helmbox, die man mit der Handy-App öffnen kann.
  • Mehr Infos unter www.emmy-sharing.de

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