Seit dem 30. Juli hat die Menschheit alle nachwachsenden Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie

Erdüberlastungstag: Seit dieser Woche lebt die Menschheit auf Pump

Seit Donnerstag dieser Woche hat die Menschheit alle Ressourcen aufgebraucht, die die Erde binnen eines Jahres erneuern kann. Damit lebt sie nun auf Pump.

Der Earth Overshoot Day oder Erdüberlastungstag wird von der Organisation Global Footprint Network für jedes Jahr neu berechnet, in diesem Jahr war das Datum der 30. Juli. Seit Donnerstag beansprucht die Menschheit damit mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als rechnerisch zur Verfügung steht. Außerdem wird seit Donnerstag mehr CO2 ausgestoßen, als Wälder und Ozeane innerhalb eines Jahres aufnehmen können.

Zeitpunkt der Überlastung stagniert

Rechnerisch bräuchte die Weltbevölkerung bei ihrem derzeitigen Verbrauch 1,73 Erden, damit sich die beanspruchten natürlichen Ressourcen vollständig erneuern könnten. Seit den 1970er-Jahren hat sich die Lage deutlich verschärft: 1972 reichte die Regenerationsfähigkeit der Erde noch aus, 1996 wurde die Grenze am 11. Oktober überschritten und 2006 bereits am 28. August.

Seit etwa 2018 stagniert die Überlastung auf einem annähernd gleichbleibenden Niveau. Im vergangenen Jahr fiel der Earth Overshoot Day auf den 24. Juli – die Verschiebung um knapp eine Woche in diesem Jahr geht allerdings nicht auf eine nachhaltigere Lebensweise im Vergleich zu 2025 zurück, sondern überwiegend auf aktualisierte Daten.

Dabei ist der Ressourcenverbrauch weltweit sehr ungleich verteilt. Würden alle Menschen so leben wie die Bevölkerung Deutschlands, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 10. Mai erreicht worden. Besonders hoch ist der Verbrauch etwa in Katar, wo der entsprechende Termin auf den 4. Februar fällt. Bei einem weltweiten Verbrauch wie in Honduras würden die Ressourcen dagegen bis zum 27. November reichen.

CO2 ist das Hauptproblem

Den größten Ansatzpunkt für eine Verschiebung des Erdüberlastungstags sieht das Global Footprint Network bei den CO2-Emissionen. Würden drei Viertel des weltweiten Stroms aus CO2-armen Quellen stammen, könnte sich der Termin nach Berechnungen der Organisation um 26 Tage nach hinten verschieben. Derzeit liegt der Grünstromanteil bei 39 Prozent. Eine Halbierung des Fleischkonsums könnte weitere 17 Tage bringen, halb so viele Autofahrten 13 Tage.

Der Erdüberlastungstag ist allerdings eine rechnerische Kennzahl und kein Zeitpunkt, an dem tatsächlich sämtliche natürlichen Ressourcen der Erde verbraucht sind. Er vergleicht den ökologischen Fußabdruck der Menschheit mit der Fähigkeit der Ökosysteme, Ressourcen zu erneuern und insbesondere CO2 aufzunehmen. Süßwasserknappheit wird beispielsweise nicht direkt in die Berechnung einbezogen.

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