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Fonds und ETFs kaufen: Diese Kosten müssen Sie beachten
Mit Fonds und ETFs können Sie besser fürs Alter vorsorgen als mit jeder anderen Geldanlage. Wenn Sie die Kosten klein halten, sind die Renditen besonders hoch.
Fonds oder ETFs zu kaufen, ist mittlerweile genauso einfach, wie online Geld zu überweisen. Selbst kleinere Produkte sind bei vielen Banken und Brokern erhältlich, und der Markt ist so groß, dass Transaktionen oft innerhalb von Sekunden durchgeführt werden können. Ein Klick, und Sie sind investiert.
Allerdings sind Fondskäufe keine Online-Überweisungen. Es fallen Kosten und Gebühren an, die sich je nach Anbieter und Produkt deutlich unterscheiden und teilweise auch nicht sehr transparent sind. Die wichtigsten finden Sie nachfolgend im Premium-Bereich. Dort sagen wir Ihnen auch, wie Sie möglichst günstig an Fonds kommen.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Die Depotkosten
Um Fonds, ETFs oder auch einzelne Aktien und Anleihen handeln zu können, brauchen Sie ein Wertpapierdepot. Das unterscheidet sich kaum von einem normalen Konto, und wie bei einem Girokonto können monatliche Grundgebühren anfallen. Zahlreiche Anbieter, vor allem Online-Broker, verzichten auf diese Depotführungskosten, andere nehmen dafür teils mehrere hundert Euro im Jahr. Teuer wird es vor allem dann, wenn die Kosten ein fester Prozentsatz des Depotwerts sind und Sie sehr viel Geld in Fonds, ETFs oder andere Wertpapiere angelegt haben. 0,5 Prozent von 1.000 Euro sind nur 5 Euro, bei 1 Million Euro sind es schon 5.000 Euro.
Auch die meisten nachhaltigen Banken bieten Wertpapierdepots an. Manche sind kostenlos. Die aktuellen Konditionen der grünen Geldhäuser finden Sie hier.
Falls es nicht unbedingt ein Depot bei einer nachhaltigen Bank sein muss: Entscheiden Sie sich für einen der größeren Online-Broker oder eine Direktbank ohne Grundgebühren. Bei häufigen Fondskäufen kann sich auch ein Depot bei einer spezialisierten Fondsbank lohnen (dazu später mehr).
Die Orderkosten
Was beim Girokonto die Überweisungsgebühren, sind beim Wertpapierdepot die Orderkosten. Wenn Sie Wertpapiere kaufen oder verkaufen, wird dafür eine einmalige Gebühr fällig, oft ein fixer Grundpreis plus ein Prozentsatz des Auftragswerts, häufig 0,25 Prozent – bei einem Fondspreis von 1.000 Euro wären das beispielsweise 2,50 Euro. Einige Broker verzichten ganz auf Orderkosten.
Falls Sie nur selten Fonds kaufen oder verkaufen, fallen die Orderkosten nicht groß ins Gewicht. Genauer hinsehen sollten Sie bei Sparplänen. Kaufen Sie viele Jahre lang jeden Monat beispielsweise ETF-Anteile, können hohe Orderkosten Ihre Gesamtrendite spürbar senken. Deshalb sollten Sie bei Sparplänen darauf achten, dass die Orderkosten gering sind oder im besten Fall gar keine anfallen.
Der Ausgabeaufschlag

Ein Vorteil von ETFs: Bei ihnen wird kein Ausgabeaufschlag fällig. / Foto: Pixabay
Während ETFs an der Börse gehandelt werden (das Kürzel steht für „Exchange Traded Fund“, also börsengehandelter Fonds) und die Börsenbetreiber bei Käufen oder Verkäufen allenfalls minimale Zusatzkosten berechnen, wird bei Fonds häufig noch eine happige einmalige Extragebühr fällig: der Ausgabeaufschlag. Dieses Geld, bis zu 5 Prozent des Fondswerts, geht an die jeweilige Fondsgesellschaft.
Wollen Sie Fonds lange halten (wozu ECOreporter rät), hat der Ausgabeaufschlag nach einigen Jahren kaum noch Einfluss auf Ihren Gewinn. Verkaufen Sie hingegen einen Fonds schon nach kurzer Zeit wieder, kann Ihnen der Aufschlag die Rendite komplett verhageln. Denn bei einem Aufschlag von 5 Prozent muss der Fonds erst einmal 5 Prozent an Wert gewinnen, bis Sie überhaupt diese Kosten wieder hereingeholt haben.
Allerdings lässt sich der Ausgabeaufschlag vermeiden. Dazu müssen Sie Ihre Fonds online über einen Fondsshop kaufen. Das sind Vermittler zwischen privaten Anlegerinnen und Anlegern und Fondsbanken wie der FNZ Bank oder der FIL Fondsbank. Fondsshops bieten Fonds überwiegend ohne Ausgabeaufschlag an.
Weitere Informationen zu Fondsshops finden Sie hier.
Die Jahreskosten
Die bislang genannten Gebühren fallen alle beim Kauf oder für die Aufbewahrung von Fonds und ETFs an. Aber auch die Produkte selbst verursachen Kosten, etwa für das Fondsmanagement. Die prozentualen Kosten im letzten Geschäftsjahr müssen die Anbieter im Basisinformationsblatt (BIB) auflisten, das Sie auf den Websites der Fonds finden. Aktuell können die Kosten höher oder niedriger sein, oft ändern sie sich von einem Jahr zum anderen aber kaum. Trotzdem sollten Sie bei den Fonds in Ihrem Depot wenigstens einmal im Jahr schauen, wie sich die Gebühren entwickeln.
Die Jahreskosten eines Fonds (im BIB heißen sie „laufende Kosten pro Jahr“) setzen sich zusammen aus seinen Verwaltungsgebühren (manchmal auch „Total Expense Ratio“ oder kurz „TER“ genannt – etwas irreführend, weil damit nicht alle Kosten abgedeckt sind) und den Transaktionskosten, also den Gebühren, die der Fonds beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren an der Börse zahlen muss. Während die Transaktionskosten meist niedrig und von den Fonds kaum zu beeinflussen sind, gibt es bei den Verwaltungskosten erhebliche Spielräume. Bei Aktienfonds liegen die jährlichen Verwaltungskosten meist zwischen 1 und 2 Prozent des Fondswerts, manchmal aber auch bei 2,5 Prozent oder mehr. Bei einer durchschnittlichen Bruttojahresrendite breit gestreuter Fonds von 6 bis 7 Prozent ist das viel.
Sind die Kosten hoch, kann das unterschiedliche Gründe haben. Manchmal will der Fondsanbieter einfach nur viel Geld verdienen. Oder das Fondsmanagement ist sehr aufwendig, etwa wenn der Anbieter sein Nachhaltigkeitsresearch mit einem großen Team selbst durchführt oder ein Beirat mit externen Expertinnen und Experten regelmäßig prüft, ob der Fonds seine Nachhaltigkeitsvorgaben einhält.
Ein Vorteil, wenn Sie Fonds über Fondsshops kaufen: Die Fondsbanken bieten teilweise auch Varianten (sogenannte Tranchen) von Fonds an, die eigentlich nur für institutionelle Investoren vorgesehen sind und wesentlich geringere Verwaltungskosten aufrufen als die Tranchen für private Anlegerinnen und Anleger.
Rentenfonds (Fonds, die in Anleihen investieren) haben generell geringere Verwaltungskosten als Aktienfonds, und ETFs sind noch einmal deutlich günstiger, weil sie in der Regel nur passiv einen Index abbilden und daher kein Fondsmanagement brauchen. ETFs kosten meist zwischen 0,2 und 0,5 Prozent pro Jahr, einige nicht-nachhaltige Produkte gibt es sogar fast zum Nulltarif.
Manche Fonds erhalten zusätzlich zu den normalen Gebühren noch erfolgsabhängige Vergütungen („Performance Fees“), wenn sie in einem Jahr bestimmte Wertsteigerungsgrenzen überschreiten, beispielsweise mehr als 15 Prozent zulegen. Dann bekommen die Fondsgesellschaften einen Teil der über dieses Plus hinausgehenden Gewinne, oft 10 bis 20 Prozent. Je nach Wertentwicklung kann dies die Renditen für die Anlegerinnen und Anleger deutlich drücken. Solche Fonds lohnen sich auf Dauer nur, wenn sie überdurchschnittlich gut laufen.
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