Nur Henkels Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln konnte in der Krise zulegen. / Foto: Unternehmen

  Aktien-Favoriten, Meldungen

Henkel verdient deutlich weniger – keine neue Jahresprognose

Der Konsumgüterkonzern Henkel leidet unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Für das zweite Quartal mussten die Düsseldorfer deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn vermelden, auch im ersten Halbjahr insgesamt liefen die Geschäfte nicht gut. Probleme, die es schon vor der Krise gab, verschärften sich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Die Erlöse sanken im zweiten Quartal demnach auf rund 4,6 Milliarden Euro (2019: 5,1 Milliarden Euro), wie der Hersteller von Pritt und Persil am heutigen Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr insgesamt sank der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) um 27,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 12,6 Prozent und lag damit 3,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Für das zweite Quartal nannte der Konzern hier keine Kennzahl.

Vor allem das Geschäft der wichtigen Klebstoff-Sparte litt im zweiten Quartal, denn zentrale Abnehmerindustrien wie die Autobranche sind in der Krise. Hier brach der Umsatz im zweiten Quartal um knapp 20 Prozent ein. Aufs Halbjahr gesehen stürzte der bereinigte operative Gewinn der Sparte um 36,6 Prozent auf 543 Millionen Euro ab.

Kosmetiksparte hat Probleme

Auch in der bereits vor der Krise schwächelnden Kosmetiksparte verschärften sich die Probleme. Die Erlöse gaben im zweiten Quartal um knapp 12 Prozent nach. Vor allem die Verkäufe an Friseure brachen aufgrund der behördlich verfügten Ladenschließungen ein.

Das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln gewann in der Krise hingegen, ebenso wie bei anderen Konsumgüterkonzernen. Hier legte der Umsatz im zweiten Quartal um 2,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu.

Eine neue Prognose für das Gesamtjahr wagt Henkel nicht. „Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten können wir derzeit keinen neuen und belastbaren Ausblick für das Gesamtjahr geben“, so Henkel-Chef Carsten Knobel. Die Zahlen des Konzerns bewertet Knobel als insgesamt ordentlich: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir in einem außergewöhnlich herausfordernden Umfeld eine insgesamt robuste Geschäftsentwicklung verzeichnet haben.“

Die Börse schloss sich dieser Sicht nicht an. Aktuell liegt die Henkel-Aktie im Xetra-Handel 2,19 Prozent niedriger als am Vortag und kostet 84,02 Euro (Stand: 6.8.2020, 11:07 Uhr). Auf Monatssicht liegt die Aktie 3,1 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 3,5 Prozent an Wert verloren.

ECOreporter rät derzeit von einem Einstieg in die Henkel-Aktie ab. Näheres erfahren Sie hier.

Henkel ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Dividendenkönige. Lesen Sie hier auch das ausführliche Unternehmensporträt.

Henkel AG & Co. KGaA Vorzugsaktie: ISIN DE0006048432 / WKN 604843

Verwandte Artikel

13.07.20
 >
18.06.20
 >
11.05.20
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x