Um Kosten zu sparen, wird IBM offenbar tausende Stellen abbauen, auch in Deutschland. / Foto: IBM

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IBM streicht wohl 10.000 Jobs in Europa – Deutschland besonders betroffen

Der US-Konzern IBM will noch vor der Abspaltung seiner IT-Infrastruktursparte rund 10.000 Arbeitsplätze in Europa abbauen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Gewerkschaftsfunktionär. Demnach soll jede fünfte Stelle gestrichen werden, um Kosten zu reduzieren.

Besonders betroffen sind laut dem Bericht Standorte in Großbritannien und Deutschland. Auch in Polen, der Slowakei, Italien und Belgien solten Arbeitsplätze wegfallen. Die Streichungen betreffen demnach vor allem das IBM-Geschäft für ältere IT-Dienstleistungen, das den täglichen Infrastrukturbetrieb wie die Verwaltung von Kundenrechenzentren und den Support für die Installation, den Betrieb und die Reparatur von Geräten übernimmt.

Die Ausgliederung der Dienstleistungseinheit ist der erste große Umbauschritt von Konzernchef Arvind Krishna (58). Das traditionelle Hardware-Kerngeschäft mit Servern und Großrechnern funktioniert für IBM bereits seit geraumer Zeit nicht mehr. Das Unternehmen versucht deshalb seit Jahren, sich durch einen tiefgreifenden Konzernumbau stärker auf das boomende Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet zu konzentrieren – bisher mit überschaubarem Erfolg.

Ausrichtung aufs Cloud-Geschäft

Bereits Ende Oktober hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi berichtet, IBM wolle in Deutschland mehr als 2.300 Jobs streichen. Der Konzern beschäftigt in Deutschland aktuell rund 12.000 Menschen und baut seit Jahren Jobs ab. IBM Deutschland mit Sitz in Ehningen in Baden-Württemberg äußerte sich zu den Bloomberg-Informationen auf Anfrage nicht, wie das manager magazin schreibt.

Im Tradegate-Handel liegt die IBM-Aktie aktuell bei 104,15 Euro und damit praktisch unbewegt zum Vortag (Stand: 27.11.2020, 8:00 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 9,6 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 14,9 Prozent an Wert verloren.

Die Zukunftaussichten von IBM sind weiterhin unklar, bisher brachte der Umbau des Konzerns nicht die erhofften Erfolge. Zudem gibt es im Cloud-Sektor etwa durch SAP starke Konkurrenz. ECOreporter sieht die Aktie daher als riskantes Investment.

IBM Corp.: ISIN US4592001014 / WKN 851399

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