Infineon und ZuriQ wollen gemeinsam leistungsfähigere Chips für Quantencomputer produzieren. / Foto: Infineon

  Nachhaltige Aktien

Infineon vertieft Kooperation für Quantencomputer

Der Münchner Chiphersteller Infineon und das Schweizer Start-up ZuriQ wollen gemeinsam die Entwicklung leistungsfähiger Quantencomputer vorantreiben. Ziel ist es, spezielle Chips zu entwickeln, die sich künftig auch in größerer Stückzahl industriell herstellen lassen.

Quantencomputer nutzen die besonderen Eigenschaften kleinster Teilchen, um bestimmte Berechnungen auszuführen. Sie könnten dadurch künftig Aufgaben lösen, an denen selbst heutige Supercomputer scheitern. Mögliche Einsatzgebiete sind etwa die Entwicklung neuer Medikamente und Materialien sowie die Optimierung komplizierter Logistikabläufe. Bislang befindet sich die Technologie allerdings noch weitgehend in den Kinderschuhen.

Industrielle Chip-Produktion als Ziel

ZuriQ, eine 2024 gegründete Ausgründung der ETH Zürich, verfolgt laut Infineon dabei einen neuen Ansatz: Das Unternehmen nutzt elektrisch geladene Atome (Ionen) als Recheneinheiten für den Quantencomputer. Durch ein neues System zur Anordnung dieser Ionen soll es gelingen, deutlich mehr Recheneinheiten auf einem Chip unterzubringen und die Computer leistungsfähiger zu machen.

Testweise haben die beiden Unternehmen bereits erste solcher Chips entwickelt. Infineon will nun seine Erfahrung in der Halbleiterfertigung einsetzen, damit sich die Chips künftig nicht nur im Labor herstellen lassen, sondern auch im industriellen Maßstah. Wann die Technologie marktreif sein könnte, ist aber noch offen.

Die Infineon-Aktie ist im frühen Tradegate-Handel aktuell 1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 59,04 Euro (Stand: 9.10.2026, 8:37 Uhr). Im Monatsvergleich legte die Aktie 5,2 Prozent zu, in den letzten zwölf Monaten gewann sie 78,4 Prozent.

Im Mittelpunkt bei Infineon steht aktuell das Geschäft mit Leistungshalbleitern zur Steuerung des Energieverbrauchs, da diese in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) verwendet werden. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich in Erwartung starker KI-Geschäfte zwischen März und Juni diesen Jahres rund vervierfacht – seitdem gab es allerdings bereits wieder Rücksetzer, weil Investoren Gewinne mitnahmen.

Infineon selbst investiert massiv in das Leistungshalbleitergeschäft, in diesem Jahr startete eine Fabrik in Dresden, um die Produktion auszuweiten. Wie ECOreporter die Infineon-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie hier. Lesen Sie auch das zweiteilige ECOreporter-Dossier zur Chip-Branche.

Infineon Technologies AG:  ISIN DE0006231004 / WKN 623100

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.

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