Über eine App von Carsync können E-Autos, Fahrräder und Bahnkarten flexibel genutzt werden. / Foto: Unternehmen

17.04.20 Anleihen / AIF , Crowd-Investment , Interview

Interview: Klimaneutrale Mobilität mit Carsync – Crowdinvesting mit 6 % Zins

Viele Städte sind verstopft mit Autos, die zudem den größten Teil des Tages nur herumstehen. Die Mobilitätsplattform der Carsync GmbH aus München geht dieses Problem an und bringt den Kunden zudem Kosteneinsparungen. Um sein Angebot erweitern zu können, sammelt das Unternehmen Geld über die Crowd ein. Was das Besondere am Carsync-Konzept ist und wie viel es zum Klimaschutz beiträgt, erläutert Geschäftsführer Amir Roughani im ECOreporter-Interview.

Gewerblichen Kunden bietet das Unternehmen seine Technologien schon seit mehr als zehn Jahren an. Nun hat Carsync die Produktlinie Share entwickelt, die sich auch an Wohnungseigentümer und Mieter in Wohnquartieren richtet.

Um den Aufbau des neuen Geschäftsfeldes zu finanzieren, hat Carsync ein Crowdinvesting gestartet. Anleger können ab 250 Euro ein Nachrangdarlehen der Carsync GmbH über die Online-Plattform GLS Crowd zeichnen. Das Nachrangdarlehen bietet eine Verzinsung von 6 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von knapp 5 Jahren. Die Rückzahlung des Darlehens soll ab dem zweiten Jahr jährlich in vier gleich hohen Raten erfolgen. Das Emissionsvolumen des Crowdinvestings beträgt bis zu 1,5 Millionen Euro.

Alternative zum eigenen Auto

Mit der neuen Produktlinie Share will Carsync bei seinen Kunden den Großteil der Verbrennerfahrzeuge durch Elektrofahrzeuge, Fahrräder oder öffentlichen Nahverkehr ersetzen. Die Mobilitätsplattform soll dafür eine flexible Anmietung von Fahrzeugen, Fahrrädern, Rollern oder ÖPNV-Karten ermöglichen. Die Fahrzeuge parken beispielsweise auf dem Parkplatz eines Unternehmens oder direkt im Wohnquartier und werden über die App von Mitarbeitern und Bewohnern gebucht. Besonders in Großstädten mit wenig Parkraum und einem wechselnden Bedarf an unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln kann Carsync damit eine sinnvolle Alternative zum eigenen Fahrzeug sein.

Hohe Eigenkapital-Rücklage

Die Carsync GmbH, die Emittentin des Nachrangdarlehens, bewegt sich in einem dynamischen Markt mit innovativen Technologie-Entwicklungen. Es ist grundsätzlich möglich, dass bestehende oder neu in den Markt eintretende Wettbewerber Mobilitätslösungen entwickeln, die von Kunden bevorzugt werden. In dem Fall ist es möglich, dass Carsync ihre Umsatzziele nicht erreicht und es in der Folge auch zu Zahlungsausfällen für die Nachrangdarlehensgeber kommen kann. Daher ist es positiv zu bewerten, dass die Vispiron GmbH (als Muttergesellschaft) die Emittentin Carsync GmbH mit einer Eigenkapital-Rücklage von 5 Millionen Euro ausgestattet hat. Die Carsync GmbH hat diese Mittel 2019 vollständig eingesetzt, um zum einen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzahlen und zum anderen Entwicklungsaufwand auch für die neue Share-Produktlinie zu finanzieren. Die gebildeten Rücklagen von 5 Millionen Euro bleiben laut Projektvertrag, den die Emittentin mit dem Plattformbetreiber abschließt, mindestens bis zur vollständigen Rückzahlung der Nachrangdarlehen bestehen.

Interview mit Amir Roughani, Geschäftsführer und Gründer der Carsync GmbH

carsync_amir_roughani_quer800.png
Amir Roughani, Gründer der Carsync GmbH. / Foto: Unternehmen

Die Carsync GmbH gehört mehrheitlich der Vispiron GmbH, deren alleiniger Gesellschafter Amir Roughani ist. Die Carsync Gruppe hat über 120 Beschäftigte in den Bereichen Softwareentwicklung, Hardwareentwicklung, Support, Fuhrparkmanagement, Finanzen, Vertrieb und Marketing. Die Geschäftsführung der Emittentin besteht aus Amir Roughani (CEO), Timo Bungardt und Frank Necker.

Amir Roughani, Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH), startete mit 27 Jahren seine Selbstständigkeit und hat seit 2002 mehrere Unternehmen gegründet. Diese sind den Angaben nach mit über 500 Beschäftigten in den Bereichen Future Mobility, Digital Transformation und Future Energy aktiv. Herr Roughani erhielt als Unternehmer bereits mehrere Auszeichnungen. Er ist Mitglied im Mittelstandsbeirat des Bundeswirtschaftsministeriums und im Wirtschaftsbeirat der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Im preisgekrönten Dokumentarfilm "Power to Change – die Energierebellion“ spielt er eine Hauptrolle.

ECOreporter hat Amir Roughani zu der Carsync GmbH, der Emittentin des aktuellen Crowdinvestings, befragt. Welches Potenzial bietet ihr neues Geschäftsfeld? Wieso ist Carsync klimaneutral? Welche Vorteile bietet das Mobilitätskonzept des Unternehmens den Kunden? Ist Carsync von der Corona-Krise betroffen? Warum ist Carsync kürzlich mit einem anderen Unternehmen verschmolzen? Antworten auf diese und weitere Fragen lesen Sie im ECOreporter-Interview.

Die weiteren wichtigen Informationen lesen Sie als ECOreporter-Premium-Leser/-in. Einloggen oder Premium-Leser/-in werden.

...

Verwandte Artikel

15.04.20
Crowdinvesting: Deutscher Motorenentwickler zieht Antrag auf Corona-Soforthilfe (vorerst) wieder zurück
 >
07.04.20
Crowd-Investment: 6 % Zins mit Solaranlage für Spinnerei in Indien – verantwortungsvoll oder sicherer Verlust?
 >
03.04.20
Neues Crowd-Investment: Deutsche Solaranlage von Wattner, ab 3 % Zins, ab fünf Jahre Laufzeit
 >
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x