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Kapitalerhöhung: Orsted nimmt 8 Milliarden Euro ein
Der dänische Windkraftkonzern Ørsted hat seine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen: Mehr als 99 Prozent der angebotenen neuen Aktien konnten verkauft werden, das Unternehmen erhält dafür fast 60 Milliarden Dänische Kronen (8 Milliarden Euro). Der schwer gebeutelte Börsenkurs ist in den letzten Wochen wieder spürbar gestiegen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg ist der Aktienverkauf die größte Kapitalmaßnahme eines europäischen Energiekonzerns seit mehr als zehn Jahren. Ørsted will mit den Einnahmen seine finanzielle Stabilität verbessern, sich gegen die derzeitigen Risiken im US-Markt wappnen und vor allem den Offshore-Windpark Sunrise Wind vor der Küste New Yorks finanzieren.
Dänischer Staat bleibt Mehrheitsaktionär
Der dänische Staat, mit 50,1 Prozent größter Eigner des Konzerns, beteiligte sich anteilig an der Kapitalmaßnahme, um seine Aktienmehrheit zu sichern. Auch der norwegische Öl- und Gaskonzern Equinor hält sein Beteiligungsverhältnis an Ørsted stabil und kaufte 10 Prozent der neuen Aktien.
Für einen Überblick zur Windenergiebranche lesen Sie unseren zweiteiligen Überblick zu Windaktien.
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Durch die Kapitalerhöhung verteilen sich künftige Gewinne des Unternehmens auf mehr Aktien, die bestehenden Papiere verlieren dadurch an Wertigkeit. Die Ørsted-Aktie verlor daher nach der Ankündigung der Maßnahme im August zwischenzeitlich mehr als 40 Prozent an Wert und sackte bis auf 13,57 Euro ab.
Seitdem hat sich der Kurs auf niedrigem Niveau wieder etwas erholt, aktuell kostet die Aktie im Tradegate-Handel 16,44 Euro (Stand 7.10.2025, 10:42 Uhr). Seit 2020 ging es für die Aktie fast durchgehend abwärts, auf fünf Jahre gesehen hat sie 77 Prozent eingebüßt.
Starker Gegenwind in den USA
Ørsted hat wie die gesamte Offshore-Windkraftbranche seit Jahren mit steigenden Kosten und Verzögerungen bei Bauprojekten zu kämpfen. Zuletzt musste das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 leicht senken.
Aktuell heißt das größte Problem des Konzerns Donald Trump. Der US-Präsident hasst Windräder und bremst den Ausbau der Windenergie aus, wo er nur kann. Im August ließ Trump den Bau des bereits größtenteils fertiggestellten Ørsted-Windparks Revolution Wind vor der Küste des Bundesstaates Rhode Island stoppen – wegen nicht näher erläuterter "Sorgen um die nationale Sicherheit". Auch das schadete dem Aktienkurs von Ørsted zwischenzeitlich massiv. Mittlerweile hat ein US-Bundesgericht allerdings verfügt, dass der Baustopp rechtswidrig ist und der Windpark weitergebaut werden darf (mehr dazu lesen Sie hier).
ECOreporter sieht bei Ørsted weiterhin erhöhte Risiken, vor allem in den USA, aber auch Wachstumspotenzial. Das Unternehmen schaffte 2024 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, verfügt weltweit über eine gute Marktposition und dürfte langfristig vom weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 15 für 2025 vertretbar. Mit dem dänischen Staat hat der Konzern zudem einen wichtigen Unterstützer und Mehrheitseigner hinter sich. Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem können nach Einschätzung der Redaktion den Einstieg in die Aktie nach wie vor wagen.
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH
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