Trübe Aussichten für Windenergie in Deutschland? / Foto: Pixabay, CC0-Lizenz

17.09.20 Erneuerbare Energie , Meldungen

McKinsey-Studie: Corona bremst in Deutschland die Energiewende aus

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie schwächelte der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey hat sich der Negativtrend in den letzten Monaten weiter verstärkt.

McKinsey sieht vor allem Probleme im Ausbau der Windkraft und der Stromnetze. Im ersten Halbjahr 2020 seien in Deutschland Windparks mit einer Kapazität von lediglich 811 Megawatt gebaut worden – 50 Prozent mehr als im historisch schlechten ersten Halbjahr 2019, aber nur die Hälfte des Neubauvolumens im gleichen Zeitraum 2018. Und die Corona-Krise könnte der Klimawende weiteren Wind aus den Segeln nehmen: „Bis zu 15 Prozent aller Erneuerbare-Energien-Projekte in Europa könnten durch die Corona-Pandemie verzögert oder annulliert werden“, warnt McKinsey-Seniorpartner Thomas Vahlenkamp, Co-Autor der neuen Studie.

Auch die Corona-bedingt gesunkenen Strombörsenpreise wirken sich McKinsey zufolge negativ auf den ökologischen Umbau der Energiewirtschaft aus. Die Anreize, CO2-intensive Kraftwerke durch umweltverträglichere zu ersetzen, seien derzeit bei den niedrigen Strompreisen vergleichsweise schwach.

Für die Studie hat McKinsey auch Daten zu Arbeitsplätzen zusammengetragen. Demnach arbeiteten 2018 in Deutschland 263.700 Menschen in der Erneuerbare-Energien-Branche – fast 60.000 weniger, als vor einigen Jahren noch prognostiziert.

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