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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Meyer Burger erhält dritte Fristverlängerung durch Gläubiger
Der angeschlagene Schweizer Solarkonzern Meyer Burger erhält bereits zum dritten Mal eine Fristverlängerung seiner Gläubiger bei einer Brückenfinanzierung. Auch die Zinszahlungsfristen für zwei Wandelanleihen sollen nochmals verlängert werden. Zudem schloss der Konzern einen Liefervertrag in Italien ab.
Die Fälligkeit der Brückenfinanzierung war erst am 14. Februar bis zum den 21. Februar verlängert worden. Dies diente laut Unternehmen dazu, Angebote aus laufenden Verhandlungen mit Investoren bewerten zu können. Meyer Burger befindet sich demnach in Gesprächen über eine Beteiligung oder Übernahme. Auch bei der neuen Frist ist wie schon zuvor bei "einstimmiger Zustimmung" eine weitere Verlängerung möglich.
Zinsen für Wandelanleihen sollen später gezahlt werden
Meyer Burger hatte die Brückenfinanzierung durch die Gläubigergruppe im Dezember erhalten, damals sollte diese im Januar auslaufen. Stattdessen hatte es Anfang des Jahres die erste Verlängerung gegeben, gleichzeitig war die Kreditsumme von 37 auf 60 Millionen US-Dollar aufgestockt worden.
Das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen und steckt schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Diese waren existenzbedrohend geworden, nachdem der größte Kunde, das US-Unternehmen D. E. Shaw Renewables (Desri), seinen Vertrag mit Meyer Burger im vergangenen Jahr mit sofortiger Wirkung gekündigt hatte.
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Bei der ersten Fristverlängerung im Januar hatte Meyer Burger noch erklärt, im Falle einer Einigung mit Desri sei eine umfassende Restrukturierung eine Alternative zum Verkauf des Konzerns. In der letzten Mitteilung zur Fristverlängerung war nur noch von einem Verkauf oder einer Beteiligung die Rede. Bislang liegt aber laut Unternehmen kein verbindliches Angebot vor.
Zusammen mit dem erneuten Zahlungsaufschub gab Meyer Burger bekannt, dass seine Tochtergesellschaft MBT Systems GmbH für den 26. Februar zur Versammlung der Anleihegläubiger für zwei Wandelanleihen eingeladen hat. MBT will für zwei Anleihen über 145 Millionen Euro beziehungsweise 216,3 Millionen Euro mit Laufzeiten bis 2027 beziehungsweise 2029 einen Aufschub der Zinszahlungen erhalten.
Die Zinszahlungen wären am 28. beziehungsweise 25. Februar fällig, Meyer Burger möchte einen Aufschub bis zum 31. März erreichen. Die Stichtage im Februar sind bereits das Ergebnis eines ersten Aufschubs im Januar.
In einer weiteren Mitteilung gab Meyer Burger bekannt, dass man mit dem Erneuerbare-Energien-Unternehmen IBC Solar aus dem bayrischen Bad Staffelstein einen Modul-Liefervertrag für Italien abgeschlossen hat. Die Module sollen aus dem Lagerbestand der geschlossenen Fabrik im sächsischen Freiberg stammen. Angaben zum Umfang des Vertrags und zum Preis machte Meyer Burger nicht.
Meyer Burger ist zudem nach eigenen Angaben "mit weiteren potenziellen Kunden über Lieferverträge für den italienischen Markt im Gespräch". Die Meyer Burger-Module würden "als einzige Module auf dem Markt" in die höchste italienische Förderkategorie fallen und damit maximale Steuergutschriften ermöglichen.
Am deutschen Handelsplatz Lang & Schwarz ist die Aktie von Meyer Burger aktuell 8,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 1,83 Euro (Stand: 20.2.2025, 14:35 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 12,5 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 93,4 Prozent ihres Werts eingebüßt.
Ob Meyer Burger die Pleite abwenden kann, ist unklar – aktuell hangelt sich das Unternehmen bei seiner Kreditlinie von einer Fristverlängerung zur nächsten. Über die möglichen Interessenten für eine Übernahme des Konzerns ist nichts Konkretes bekannt. ECOreporter rät weiterhin klar von einem Kauf der Aktie ab, diese ist längst ein Spekulationsobjekt geworden.
Meyer Burger Technology AG: ISIN CH1357065999 / WKN A40H1E