Wie Morningstar ermittelt hat, waren nachhaltige Fonds weniger stark von Borsenturbulenzen betroffen als herkömmliche Investmentfonds. / Foto: die Forotmacher, Fotolia

11.02.19 Fonds / ETF

Morningstar: Mehr Geld fließt in nachhaltige Fonds als in herkömmliche Fonds

Auch nachhaltige Fonds schwimmen mit dem Strom des Fondsmarkts. Hüten sich Anleger generell davor, Geld in Aktien-, Anleihen- oder Mischfonds zu stecken, fließen auch weniger Gelder in nachhaltig ausgerichtete Fonds. Wie der Finanzdatendienstleister Morningstar ermittelt hat, flossen 2018 in Europa weniger Anlegergelder in nachhaltige Fonds als noch 2017. Allerdings legten Investoren in Europa 2018 überproportional mehr Geld in nachhaltigen Fonds an als in herkömmliche Investmentfonds.

2017 flossen laut Morningstar noch 62,4 Milliarden Euro in Europa in sozial-ökologisch ausgerichtete Fonds – ein Rekordwert. Im vergangenen Jahr sanken nach Angaben des Finanzdatendienstleisters die Mittelzuflüsse in solche Fonds in Europa auf 38 Milliarden Euro.

Doch nachhaltige Fonds schnitten laut Morningstar besser als der Gesamtmarkt ab, was die Mittelzuflüsse betrifft. Während in nachhaltig ausgerichtete Fonds 39 Prozent weniger Kapital als im Vorjahr floss, legten Investoren 80 Prozent weniger Geld im Gesamtfondsmarkt an als im Jahr davor.

Ein weiteres Highlight: Grüne Fonds verloren in Europa laut Berechnungen von Morningstar aufgrund der allgemeinen Marktvolatilität weniger an Wert als herkömmliche Fonds. Sie büßten 2018 aufgrund von Börsenturbulenzen im Schnitt 0,4 Prozent an Wert ein. Herkömmliche Fonds sollen durchschnittlich ganze 4 Prozent an Wert verloren haben.

Bei den Nachhaltigkeitsfonds etablieren sich sich Indexfonds (ETFs und nichtbörsennotierte Indexfonds) immer mehr. Wie Morningstar berichtet, stiegen die Mittelzuflüsse in Europa in passiv ausgerichtete Nachhaltigkeitsfonds von 11,6 Milliarden im Vorjahr 2018 auf 12,5 Milliarden Euro an.  Das in nachhaltigen Indexfonds verwaltete Vermögen stieg laut Morningstar um 4 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 12,5 Prozent am Gesamtfondsvermögen in sozial-ökologischen Geldanlagen nach einer Quote von nur knapp 7 Prozent fünf Jahre zuvor. 

Die Anzahl der neu aufgelegten nachhaltig anlegenden Fonds in Europa nahm weiter zu, wie Morningstar ermittelt hat. 2018 seien 296 neue grüne Fonds auf den Markt gekommen, verglichen mit 260 neuen aktiven und passiven nachhaltigen Fonds im Jahr 2017 und 166 im Jahr 2016. Ebenso soll die Zahl der neuen nachhaltig ausgerichteten Indexfonds mit 48 Neuauflagen einen Rekordstand erreicht haben. Darunter befanden sich 36 ETFs.

Nach Anlageklassen kamen den Daten von Morningstar zufolge 150 neue grüne Aktienfonds auf den Markt. Zudem 52 neue Rentenfonds, 86 Mischfonds und acht alternative Fonds. Auf Anbieterebene führt laut Morningstar Robeco das Feld an, mit einem verwalteten Vermögen von knapp 60 Milliarden Euro in sozial-ökologisch ausgerichteten Publikumsfonds, gefolgt von Amundi und BNP Paribas. 

Wie Morningstar bekannt gibt, seien Tabak und kontroverse Waffen die häufigsten Ausschlussfaktoren bei nachhaltigen Fonds in Europa. Auch Kohle-Kraftwerksbetreiber würden vermehrt auf die Ausschlusslisten genommen. Die Fondsgesellschaft Candriam will laut Morningstar ab 2019 Unternehmen mit einem Umsatzanteil von mehr als zehn Prozent an Kohle oder Tabak von allen Fonds ausschließen. Robeco und BNP Paribas AM haben Morningstar zufolge Tabakwerte generell aus ihren Fonds ausschlossen. Für die US-Gesellschaft Vanguard sei Tabak für alle nachhaltigen Indexfonds ein Ausschlussgrund. 

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