Nachhaltige ETFs waren im vergangenen Jahr stark gefragt. / Foto: Pixabay

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Nachhaltige Vermögensverwaltung: Größeres Angebot an ETFs

Anleger greifen vermehrt zu ETFs. Das hat die Finanzindustrie erkannt, und legt ständig neue ETFs auf. Doch halten die Index-Produkte, was sie versprechen?     

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In der Vergangenheit war es für Anleger nicht einfach, mit Indexfonds nachhaltig zu investieren. Mittlerweile hat sich einiges geändert. Die Finanzindustrie hat erkannt, dass immer mehr Anleger ihr Geld sauber und ethisch korrekt anlegen, aber gleichzeitig die Vorteile von Indexfonds nutzen wollen. Dieser Trend hat dazu geführt, dass viele neue ETFs auf den Markt gebracht wurden.

Nachhaltiger Investmentansatz

Anleger achten zunehmend auf ETFs mit einem ökologischen und sozial verantwortlichen Investmentansatz: dem SRI (englisch: Socially Responsible Investment) oder dem ESG (englisch: Environment, Social, Governance). Dabei ist der ESG-Ansatz in der Finanzbranche zum Standard geworden.

Die von Indexprodukten verfolgten Strategien reichen von so genannten “Best in Class“-Ansätzen, die innerhalb eines Index eine Auswahl der Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen anstreben, bis hin zu Kriterien, die Unternehmen aus bestimmten Branchen ausschließen. Letzteres gilt beispielsweise für die Indexreihe “MSCI ex Controversial Weapons“, die von MSCI, einem der weltweit wichtigsten Anbietern von Marktindizes, entwickelt wurde. Die Besonderheit dieser Indexreihe besteht darin, Aktien von Waffenherstellern, wie beispielsweise dem US-Unternehmen Raytheon und dem deutschen Konzern Rheinmetall, auszuschließen.

Fonds in Unternehmen der Waffenindustrie investiert

Neu ist diese Initiative zwar nicht, doch das schmälert nicht ihre Bedeutung: In einem Umfeld mit ansteigenden geopolitischen Spannungen ist die Initiative immer noch aktuell. Eine vom Indexanbieter MSCI durchgeführte Studie im vergangenen Jahr ergab, dass mehr als 6.500 weltweit an Privatanleger verkaufte aktiv verwaltete Aktienfonds stark in Waffenhersteller investiert sind. Mindestens fünf Prozent ihres Portfolios machten Unternehmen aus, die Waffen herstellen oder vertreiben.

Indexfonds bilden keine Ausnahme

Auch ETFs bilden hier keine Ausnahme. Laut dem ESG-Research-Team von MSCI machten Wertpapiere von Waffenunternehmen 0,68 Prozent der globalen Indizes, 0,31 Prozent der Schwellenländerindizes und mehr als 1 Prozent der Aktienindizes Nordamerikas aus. ETF-Anleger müssen daher die Zusammensetzung der Indizes berücksichtigen, in die sie investieren wollen.

In Zukunft dürfte die weitere Entwicklung der europäischen Vorschriften, insbesondere in Deutschland und Italien, immer mehr europäische Anleger dazu bewegen, verantwortlichere Investmentansätze anzuwenden. Dieser Trend ist auch bei Privatbanken und ihren Endkunden immer stärker spürbar.

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